Kultur | 13.01.2008

Elfen auf LSD

Tink.ch stellt zwei aussergewöhnliche Bands vor, die eine Gemeinsamkeit haben: Island. Musik aus dem Norden für warme Stunden im kalten Winter.
Eins mit sich und der Welt: Sigur Ròs. Fotos: www.sigur-ros.co.uk und www.mumweb.net Kommen ebenfalls von der Insel: Mùm.

Es gibt Tage an denen man das Radio am liebsten an die Wand schmeissen würde: Dreizehn mal am Tag wird „Ruby“ von den Kaiser Chiefs gespielt und danach kommt noch zwanzig Mal „Umbrella“ von Rihanna. Um ein bisschen Abwechslung in den Alltag zu bringen, stellt Tink.ch zwei aussergewöhnliche Bands mit einer Gemeinsamkeit vor: Sie kommen beide aus Island. Musik aus dem Norden für warme Stunden im kalten Winter.

Die mystische Insel verbreitet ihre Musikkünste immer mehr. Mit der avantgardistischen Band Sigur Ròs, haben die Isländer bewiesen wie schön ihre Sprache zusammen mit akustisch angehauchter Rockmusik klingt. Vor einigen Wochen erschien das neue Album „Hvarf – Heim“ von Sigur Ròs auch bei uns. Doch eigentlich ist hier nicht von ihnen die Rede, sondern von ihren Landskollegen und eventuellen Nachfolgern Mùm. Deren neue Platte „Go Go Smear The Poison Ivy“ (Musikvertrieb) enthält viel Neues, Überraschendes und Gruseliges. Die zu Beginn der Bandgeschichte sehr folkgeprägten Songs (Achtung, hier ist der Isländische Folk gemeint, nicht der amerikanische!) gehen nun schon eher in Richtung Sigur Ròschen Melodien und Indiepop.

Gelächter wie aus einem Horrorfilm

Doch während Sigur Ròs sich auf energisch-positive Musik spezialisieren, schlagen die Jüngeren einen anderen Weg ein. Mùm verwenden eine Mischung aus Männer- und Frauenstimmen, die nicht immer im Accord klingen. Mit Klavier und Handorgel schaffen sie zuerst eine schöne Atmosphäre, bis die schrägen Töne des Xylophons erklingen und ein hysterisches Gelächter wie aus einem Horrorstreifen ausbricht. Dann wieder ein LaLa-Song: „Guilty Rocks“, doch die schaurige Atmosphäre ist immer noch zu spüren. Vielleicht liegt das daran, dass sie jetzt in Englisch und nicht mehr in ihrer Muttersprache singen. „Go Go Smear The Poison Ivy“ ist Mùms bisher luftigste und gruseligste Platte. Ungefähr so stellt man sich Elfen auf LSD vor.

Musik gegen den Stress
Ganz anders das neue Schmuckstück von Sigur Ròs. Auf „Hvarf – Heim“  (EMI) machen sie jene Musik, die alle Menschen hören sollten, die sich öfters mal gestresst sind. Und diese Leute sollen nicht einfach ein Lied skippen weil der Anfang etwas gemähchlich ist, sondern sich hinsetzen (oder auch weiterarbeiten) und einfach den Player laufen lassen. Irgendwann hört man von alleine auf zu arbeiten. Nur schon das Cover wirkt beruhigend. Zwei in Grünton fotografierte Landschaften stehen zwar für Kälte, geben aber trotzdem Wärme ab. Obwohl das Doppelalbum insgesamt nur zwei neue Stücke enthält (Der Rest sind Neuinterpretationen und Live-Aufnahmen), lohnt sich der Kauf vor allem für Fans auf jeden Fall.

Wettbewerb


Tink.ch verlost 3 mal das neue Album von Sigur Ros. Wer gewinnen will soll einfach eine Mail an: tatjana.rueegsegger@tink.ch schicken.

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