Kultur | 28.01.2008

Die Kirche als Kulisse

Text von Lena Tichy | Bilder von Lena Tichy
Wer schon immer wissen wollte, wie sich ein Konzert in einer Kirche anhört und ein Faible für melancholische Musik hat, ist mit "Live At The Union Chapel" von Damien Rice gut beraten.
Am besten bei Kerzenlicht hören: "Live At The Union Chapel" von Damien Rice.
Bild: Lena Tichy

Es gibt Lieder, die jagen einem auch beim zigsten Hören noch verlässlich einen Schauerregen über den Rücken. „The Blower’s Daughter“ von Damien Rice ist so ein Lied. Auf seinem eben erschienen Album „Live From The Union Chapel“ klingt das Stück des 34-jährigen Iren so, als würde er es zum ersten Mal singen. Das ist vielleicht nicht mal so weit von der Wahrheit entfernt: Damien Rice stand zu diesem Zeitpunkt erst ganz am Anfang seiner mittlerweile grossen Karriere.

Ein Weihnachtslied zum Schluss
Das Album ist ein Mitschnitt eines Konzerts, das der Singer/Songwriter vor einigen Jahren in der Union Chapel in London gab, wo vor ihm auch schon Björk, Goldfrapp und Beck aufgetreten sind. Spektakulär an diesem Ort ist nicht nur die Akustik, sondern auch die Architektur: Das Gotteshaus ist seit Jahren ein sicherer Wert in der Londoner Konzertlandschaft.

Rice füllt den Raum mit seiner brüchigen hohen Stimme. Vier der insgesamt acht Stücke stammen dabei von seinem Debüt „O“, beim Rest handelt es sich um unveröffentlichtes Material, das jedoch keineswegs enttäuscht. Rice beginnt das Konzert in der gleichen Reihenfolge wie sein Album: Mit „Delicate“ gefolgt von „The Blower’s Daugther“. Dass diese hier noch besser zur Geltung kommen als auf „O“, mag einerseits an den live gespielten Instrumenten liegen, sicher aber auch an der Präsenz seiner Bühnenpartnerin Lisa Hannigan.Sie ist es denn auch, die das Album beendet: Beruhend auf dem Weihnachtslied gibt sie a cappella ein „Silent night“ zum Besten, das Gänsehaut macht. Wie übrigens der Grossteil dieses Albums ebenfalls.

Info


Damien Rice, "Live At The Union Chapel" ist erschienen bei 14th Floor Records.

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