Kultur | 03.12.2007

Kein Tellerwäscher

Text von Jessica Hefti | Bilder von Abart
Mit seinem Album "Holly" macht sich der 19-jährige Kanadier Justin Nozuka nun auch hierzulande bemerkbar. Bereits drei Konzerte gab Nozuka in Zürich. Tink.ch hofft auf ein viertes.
Noch keine 20: Justin Nozuka.
Bild: Abart

Bei diesem Mann sind noch keine Spuren eines durchdachten Managements zu finden: Es lässt sich keine Tellerwäscher-Geschichte erzählen über Justin Nozuka. Und diese lässt sich der 19-jährige Sänger auch nicht aufzwingen. So lehnte er eigens einen Vertrag mit Universal Records ab und entschied sich für ein sehr viel kleineres Musiclabel, dass ihm seine Freiheiten gewährt und ihn seine akustische Mischung aus Soul und alternativen Pop spielen lässt. Und das dieser Mann mit den kanadischen Wurzeln ein ganz Schlauer ist erahnt man auch aus seiner Musik. So ist bekannt, dass er ältere Songs wie das tiefgründige „Supposed To Grow Old“ bereits im Alter von 15 Jahren geschrieben hat.

Und obwohl Justin Maiyoshi Nozuka, wie er mit vollem Namen heisst, schon mal mit Army-Frisur und Army-Jacke auftritt ist er kein neuer James Blunt, denn dafür wird der Kanadier als viel zu schüchtern und bescheiden beschrieben. Und auch mit Jack Johnson können wenige Parallelen gezogen werden, oder singt dieser etwa über häusliche Gewalt und prügelnde Ehemänner? Diese Geschichten erfindet Justin eigens für seine Lieder, ein Glück, dass er über sein eigenes Leben keine solchen erzählen muss. Wenn, dann singt er von seiner Mutter Holly, der er auch sein Album gewidmet hat und die ihn und seine sechs Geschwister alleine grossgezogen hat. Für weitere Vorbildfunktionen sorgen Bob Dylan, Neil Young und Joni Mitchell. Am Montag dem 3. Dezember trat Nozuka im Zürcher Abart auf. Er scheint die Stadt zu mögen: Bereits Mitte Juli dieses Jahres gab er ein ausverkauftes, gerühmtes Konzert in der Hafenkneipe und vor zwei Wochen wagte er sich im Q ebenfalls vors Zürcher Publikum. Es bleibt zu hoffen, dass der sensible Kanadier schon bald wieder den Weg in die Schweiz findet. Vielleicht für einmal auch nach Luzern oder Bern.

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