Kultur | 12.11.2007

„Unsere Musik mal ganz nackt“

Text von Martin Sigrist
Rasmus, Niels-Kristina, Marc und Hjelte von Grand Avenue spielten in der Zürcher Hafenkneipe und gewährten Tink.ch ein Interview über ihr drittes Album und schlechte Fragen.
Die Band mit Interviewer Martin Sigrist von Tink.ch (mitte).

Grand Avenue aus Kopenhagen haben mit ihrem dritten Album „The Outside“ den Sprung ins Ausland gewagt. Die vier Jungs mischen darin Herzschmerzpop, Rockelemente und eine knackige Stimme, was ihnen jedoch unlängst die Kritik eingebracht hat, wie Coldplay zu klingen. Ihr Plattenvertrieb und eine Pendlerzeitung luden neulich in die intime Zürcher Hafenkneipe um davon zu überzeugen, dass Grand Avenue durchaus ihren eigenen Stil gefunden haben und es verdient hätten, auch mal im Mainstream Radio gespielt zu werden.

Vor ihrem Auftritt traf Tink.ch Rasmus (Gesang), Niels-Kristina (Gitarre), Marc (Bass) und Hjelte (Drums) im Keller der Hafenkneipe und sprach mit ihnen über süsse Bassisten, nackte Songs und scharfe Fleischbällchen.

Hier in der Schweiz spielt ihr in einer winzigen Kneipe, das ist wohl nicht wie daheim?
Niels-Kristian: Nein, aber es ist toll. Wir spielen heute Abend alles akustisch, was wir sonst eigentlich nie machen. Es ist ja heute ein Showcase, das nächste Mal werden wir dann wieder mit Rock und Elektronik auftreten.

Seid ihr eine Akustik-Band?

Rasmus: Nein eigentlich nicht, insbesondere nicht mit unserem aktuellem Album. Mit diesem haben wir mal eben die akustischen Gitarren übersprungen. Aber es ist spannend, für heute Abend unsere Musik mal ganz nackt zu machen um zu hören, ob die neuen Songs wirklich gut sind. Das werden wir also heute rausfinden.

Euer drittes Album ist das erste, das international erhältlich ist. Die Leute hier werden also erst noch lernen, dass ihr eine Vergangenheit habt. Warum wagt ihr euch erst jetzt auf den internationalen Markt?

Niels-Kristian: Wir hatten früher einfach keine Möglichkeit, unsere Alben ausserhalb Dänemarks zu verkaufen. Wir sind dann selbst zu EMI International gegangen, denn die kannten uns nicht. Gegen eine Einladung zum Essen haben wir ihnen von uns und unserer Musik erzählt. Unsere aktuelle Demo hat ihnen gefallen und so ist unser drittes Album dann entstanden. Es war die richtige Zeit dafür.
Rasmus: Ja, für unser aktuelles Album hat sich unser Stil nochmals verändert. Wir sind eben nicht wie AC/DC die einfach zwanzig Mal das gleiche rausgebracht haben. Wir wollen uns verändern,

Man liest von Euch, dass Rasmus mit dem Topmodel Helena Christensen zusammen war und dass ihr einen süssen Bassisten, Marc, habt. Seid ihr eine Boygroup?
Niels-Kristian: Eine Boygroup? Also Jungs sind wir schon.
Rasmus: Das macht uns zu einer dänischen Ausgabe von N’Sync, das ist doch geil.
Marc: Früher wurde noch über uns gesagt, dass wir ein paar dänische Jungs sind, uns in London kennen gelernt haben und nun gerne Rock spielen. Aber wenn ich nun der süsse Bassist bin, gefällt mir das auch.

Macht ihr dänische Musik?
Niels-Kristina: Wir sind alle mit der Musik unserer Eltern aufgewachsen, also Beatles, Rolling Stones oder Bob Dylan. Das hat uns beeinflusst.
Rasmus: Bei unserem ersten Album haben die Leute in Dänemark gedacht, dass wir aus den USA kämen. Das ist eigentlich ein Kompliment, denn wir wollen international klingen und das hat wohl auch geklappt.
Marc: Wir sind eine internationale Band, die sehr gerne live spielt. Im Studio zu sein ist nett, doch wir sind halt altmodisch und mögen es vor allem, eine rockige Liveband zu sein. Wir hoffen, dass wir nun mindestens ein Jahr touren können.

Ihr habt gerade einen Promotag nur mit Interviews hinter euch. Welches war die schlechteste und welches die beste Frage?
Marc: Also die schlechteste war ob wir eine Boygroup seien, den hast Du also geschafft. Und noch eine andere: Wenn wir ein Gericht wären, was wären wir. Wir haben uns dann für scharfe Fleischbällchen entschieden. Wir hatten ein paar solcher komische Fragen.
Niels-Kristian: Die beste Frage war aber, ob wir eine Boygroup wären. (Zum Interviewer) Den Preis hast du also auch!

Wettbewerb


Tink.ch verlost ein paar wenige signierte Exemplare der aktuellen CD von Grand
Avenue. Einfach bis am 18. November 2007 Mitternacht eine Mail mit dem
Betreff "Grand Avenue" an martin.sigrist(at)tink.ch schicken, Postadresse
nicht vergessen.

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