Kultur | 05.11.2007

Rechen in engen Hosen

Text von Daniel Jörg
Im Zürcher Abart brachten The Rakes die Menge trotz Werktag zum kochen. Tink.ch war mit dabei und konnte vor der Show mit zwei Bandmitgliedern sprechen.
The Rakes mögen es, in unterschiedlichsten Lichtverhältnissen zu spielen. Fotos: Daniel Jörg Gründete 2002 die Band mit seinen Kollegen: Sänger Alan Donohoe.

Da staunten die Rakes nicht schlecht, als die Menge im Abart zu toben begann. Obwohl es Montag war und die meisten Leute am nächsten Tag wieder arbeiten mussten, ging schon ordentlich die Post ab. Die Chemie zwischen Publikum und Band stimmte. Die Energie floss in Strömen und die Indieband aus London liess jedes Punkkonzert alt aussehen. Doch bevor es soweit war, hatte Tink.ch noch die Gelegenheit für ein kleines Interview mit Lasse (Drums) und Matthew (Guitar, Vocals).

Würdet ihr sagen, dass ihr ernste Musik macht?

Matthew: Unser zweites Album hat ein breites Spektrum an Themen. Dazu gehört zum Beispiel auch Alkohol und sich betrinken. Aber wir haben keine spezielle grosse Mitteilung. Uns geht es auch mehr um die Energie als die Lyrics.

Wie sehr ihr euch innerhalb des Indie-Hypes?

Lasse: Als wir anfingen zu spielen, gehörten wir zur zweiten Generation. Die Erste waren Bands wie Franz Ferdinand, The Libertines. Später kamen wir mit anderen wie Maximo Park. Aber wir würden es nicht als Trend bezeichnen. Es lernen einfach mehr Leute Gitarre zu spielen.

Gibt es besondere Tour-Erlebnisse?

Matthew: Ja, gestern gingen wir nach dem Konzert in eine Schwulenbar. Das war schon ziemlich ungewöhnlich. Oder einmal waren wir in den USA auf Tour und hätten eigentlich unseren freien Tag gehabt. Doch dann waren wir in diesem 924-Seelen-Dorf und als wir in den ersten Laden gingen, trafen wir gleich den Bürgermeister, der uns fragte ob wir in der lokalen Kneipe auftreten wollten. Und obwohl wir eigentlich frei hatten, fanden wir die Idee witzig. Das Publikum war sehr durchmischt von fünf bis 95 Jahren war alles vertreten. Wir spielten dann auch etwas langsamer und etwas countrymässiger. Dafür bekamen wir auch ein gratis Abendessen.

Sind die engen Hosen eigentlich Pflicht in eurer Szene?

Matthew: Wenn du heute auf der Bühne genau hinschaust, wirst du vielleicht sehen, dass meine Hosen gar nicht so eng sind, wie man vielleicht vermuten würde. Aber das ist einfach etwas das einem in den Sinn kommt, wenn man an Bands aus England denkt.

Lasse: Der Sänger unserer Supportband gestern hatte echt die engsten Hosen die ich jemals gesehen habe. Und das sagt dir jemand der selbst enge Hosen trägt!

Habt ihr als Jungen nicht genug zu essen bekommen, dass ihr „The Rakes“ (dt.: Die Rechen) heisst?

Lasse: Das ganze fing eigentlich als Witz an. Es klang auch irgendwie nach „The Strokes“, was sicherlich nicht schlecht ist. Schliesslich blieb uns der Name einfach. Aber das hat nichts mit den Fish ’n‘ Chips- Gelagen in unserer Jugend zu tun.

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