Sport | 26.11.2007

Olympischer Pioniergeist

Text von Lukas Ninck
Viel Prominenz und 100 begeisterte Olympioniere haben an der zweiten Youth Sport Session von Swiss Olympic teilgenommen. In fünf attraktiven Workshops haben diese die olympische Welt entdeckt und Forderungen für den Schweizer Sport gestellt.
Sie wissen jetzt Bescheid über alles rund um Olympia. Die weit über hundert Teilnehmenden dürfen sich nun Olympioniere nennen. Fotos: Youth Sport Session

Mit Paul Laciga, Donghua Li und Cédric El-Idrissi erzählten gleich drei Olympioniken von ihren Erfahrungen an Olympischen Spielen. Auch bekannte Behindertensportler rund um Heinz Frei waren mit dabei und liessen die Jugendlichen ihre Sportarten entdecken. Handbike-Rennen, Rollstuhlbasketball und Unihockey mit Prothese bildeten das Rahmenprogramm in diesen zwei Tagen. Im Zentrum der Workshops standen Themen rund um den Schweizer Sport, die Jugendliche beschäftigen.

Dopingkontrolle und Schlägerei
Eine unerwartete Dopingkontrolle im Workshop Sport und Doping hat den Teilnehmenden für einmal gezeigt, was für die Athleten Alltag ist. Matthias Kamber als Experte und viele verschiedene Spitzenathleten boten den Jugendlichen Einblick in Forschung, Kontrolle und Sanktionen für Dopingsünder. Dabei wurde aber auch aufgezeigt, wie schwierig es für die Sportler ist die unerlaubten Substanzen in Medikamenten zu erkennen. Fazit war, dass Fehler zwar passieren können, diese jedoch einen Sportler in jedem Fall die Karriere kosten.
Die Jugendlichen des Workshops Sport und Gewalt wurden von einer Schlägerei überrascht, welche durch eine Theatergruppe inszeniert wurde. Anschliessend haben sie gelernt, wie sie richtig intervenieren, wenn Fangruppen aufeinander treffen. Vor dem Hintergrund der Euro08 haben sie Drehbücher für einen Clip zu diesem Thema verfasst.

5 Punkte für Pascale Bruderer
Der Workshop Sport und Politik hat zusammen mit der Jugendsession.winter ein 5-Punkte Programm erstellt, das sie der Nationalrätin Pascale Bruderer überreichten. Darin forderten sie unter anderem Sportanlagen, die 365 Tage im Jahr geöffnet sind und mehr Unterstützung für Sporttalente in Ausbildung. Bruderer lobte das Engagement der Jugendlichen und versprach, dass sie ihre Anliegen im Parlament vertreten werde. Im Austausch mit Verbandspräsidenten haben Olympioniere formuliert, was es braucht, damit sie sich ehrenamtlich engagieren. Herausgekommen ist ein ganzer Katalog, der klar macht, dass die junge Generation ganz andere Anreize braucht als bisher, damit diese bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und Freiwilligenarbeit zu leisten. Mit diesem Wissen können Vereine ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter nun gezielter ansprechen. In Sport und Wirtschaft schliesslich haben sich die Jugendlichen mit den Olympischen Spielen auseinandergesetzt. Cédric El-Idrissi berichtete von seiner Teilnahme und erklärte die Bedeutung Olympischer Spiele für die Sportler. Chinaexperte Mike X. Liu und Donghua Li erläuterten ihnen die Besonderheiten der chinesischen Kultur und machten deutlich, weshalb die Chinesen für perfekte Spiele in Bejing 2008 alles tun würden. Ein Referat über die Geldflüsse an Olympiaden sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen auf ein Land rundete diesen Workshop ab.

Das Dinner gemeinsam mit den Teilnehmenden der Sport Session und das Abendprogramm bildete einer der Höhepunkte dieser zwei Tage. Doch auch die neu entstandenen Freundschaften oder die anwesenden Spitzensportler waren Grund für die Begeisterung der Jugendlichen. Klar, dass die Youth Sport Session auch im nächsten Jahr durchgeführt wird. Sie bildet den Kern der olympischen Jugendbewegung in der Schweiz.

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