Gesellschaft | 26.11.2007

Mut zur unbunten Farbe

Text von Daniela Dambach | Bilder von Daniela Dambach
Wer dachte, Grau sei die Farbe für verstaubte Büromäuse und introvertierte Mauerblümchen, der soll sich eines Besseren belehren lassen. Grautöne sind in und treten vom Schatten ins Licht der Modetrends.
Auch tagsüber sind neuerdings alle Katzen grau.
Bild: Daniela Dambach

Wer sich mit der Farbe Grau anfreundet, auseinandersetzt und sie gar anzieht, merkt wie vielseitig sie tatsächlich ist. Grau kennt viele Gesichter, Schattierungen und Nuancen. Um genau zu sein, kann der Homo Sapiens glatte 500 Grautöne unterscheiden! Grau ist Sinnbild von Eleganz und Klassik und steht – das ist die gute Nachricht – jeder Frau.

Gekonnte Kontraste
Grau sieht klassisch und edel aus, wenn es von Kopf bis Fuss Ton in Ton getragen wird. Für ein bisschen Glanz ist schnell gesorgt, denn Silber ist ja ebenfalls Grau. Mit Silberglanz-Accessoires wie Taillengürteln, Riesen-Handtaschen oder klimpernden Schmuckstückchen wird der Look noch eleganter und Ruckzuck partytauglich. Grau passt zu vielen anderen Farben und eignet sich besonders gut für die Kontrastierung. Modemutige kombinieren in den nebelverhangenen Wintertagen Grau mit provokativen, spritzigen Farben wie Barbiepink, Zitronengelb, Fliederlila, Quietschorange, Königsblau oder Rubinrot. Wichtig ist, pro Outfit nur einen Kontrastton zu wählen. Zwar ist die Herbstwinterzeit auch Fasnachtszeit, aber es möchte wohl niemand aussehen wie eine Handvoll Konfetti. Kräftige Farbkontraste sollten reiflich überlegt sein und eignen sich nicht als Blitzlösung für jene unter uns, die frühmorgens in drei Minuten angezogen bei der Bushaltestelle stehen müssen.

Oberflächen mit Tiefenwirkung

Um Abwechslung in das als langweilig verschriene Grau zu bringen, sind verschiedene Materialien interessant. Das auffällig dezente Grau lässt das Spiel mit glänzenden, irisierenden, glatten und rauen Oberflächen zu. Graues Leder mit unterschiedlichen Prägungen sieht nie überladen aus. Die Verwandten von Fräulein Grau werden ausserdem sehr gerne im Duett gesehen: Herr Schwarz und Frau Weiss. Schwarz ist als hart, tief und finster bekannt, Weiss hingegen als unschuldig, rein und sauber. Treffen die beiden Gegensätze aufeinander, entsteht das Grau – als sanftere Alternative.

Frau in Grau
Die Jahreszeit ist reif, um die Grauzone zu betreten. Grau in Grau ist nicht nur das Wetter dieser Tage, sondern ebenso die Mode. Allerdings ist die Mode alles andere als trist, langweilig oder neutral, vielmehr modern und allzeit chic. Aschgrau, Betongrau, Steingrau, Rauchgrau, Nebelgrau, Mausgrau, Silbergrau sind die kleidsamen Farben dieser Saison – am besten mehrere Nuancen gleichzeitig tragen! Übrigens gilt dies auch für das Augen-Make-up. Wer auf der Strasse von „Trend-resistenten-nicht-Eingeweihten“ blöd von der Seite angemacht und als „graue Maus“ abgestempelt wird, kann sich getrost ins Fäustchen lachen:
In Wahrheit sind die grauen Mäuse in dieser Saison die scharfen Ratten.