Rebellen in Schwarz

Alles begann in der Highschool, als Sänger und Gitarrist Peter Hayes und Bassist Robert Turner, der ebenfalls am Mikrofon steht, zusammen ihre Vorstellungen von guter Musik umsetzen. Im Jahr 1998 kam dann Drummer Nick Jago dazu. Black Rebel Motorcycle Club ist geboren. Nachdem das Trio ein Demo aufnahm, deren 500 Kopien schon nach kurzer Zeit vergriffen war, standen diverse Labels vor ihrer Tür, bereit die Rebellen unter Vertrag zu nehmen. Das Rennen machte Virgin Records. Bei den Aufnahmen des Debuts liess das Label der Band freie Hand, so wird die Platte Black Rebel Motorcycle Club in Eigenregie aufgenommen. Die Reaktion auf die Newcomer ist überwältigend, BRMC ist in aller Munde. Die erste Singleauskopplung “Whatever Happened To My Rock’n’Roll” ist von Musikliebhabern schon beim ersten hören ins Herz geschlossen worden, und gilt als eine der schönsten Liebeserklärungen an die Rockmusik.

Der Nachfolger des brillanten Debuts lässt nicht lange auf sich warten, nach einer Tour wird in London das zweite Werk, “Take Them On, On Your Own”, aufgenommen. Und spätestens jetzt darf eine Platte von BRMC in keiner CD-Sammlung mehr fehlen. Dreckiger, psychedelischer Rock ist ihr Rezept und ihrer Fangemeinde mundet das Menu das ihnen auf der Platte serviert wird. Auf Grund von Problemen mit dem Schlagzeuger Nick wird er aus der Band geworfen. Peter und Robert machen sich an die Arbeit des dritten Albums. Mit dem Namen “Howl” wird es betitelt und eine zweite Veränderung, neben dem Rauswurf des Schlagzeugers, ist klar zu hören. Im Vergleich zu den Vorgängern sind stehen andere Klänge im Vordergrund. In traditionellem amerikanischen Country Blues mit Gospel Chor präsentiert sich Howl. Musikalisch glänzt BRMC immer noch, doch einigen fehlt der staubige, psychedelische Rock der die Band ausmacht. Das konnten sie mit dem Aktuellen Album, “Baby 81”, wieder Wett machen, bei dem Schlagzeuger Nick Jago wieder an Bord ist. Mit dem vierten Werk hat die Band gezeigt, dass sie ihre musikalischen Wurzeln nicht verloren haben.

Von dieser Aussage kann man sich am Donnerstag, dem 29. November überzeugen, wenn eine der grandiosesten Rockbands unserer Zeit, der Black Rebel Motorcycle Club, das Schweizer Publikum mit einem Konzert im Zürcher Rohstofflager beehrt.

Eichhörnchen und Fledermaus

Die Jungfilmerin Jadwiga Kowalska begeisterte auch in Luzern mit ihrem Film Tôt ou Tard. Sie gewann am 6. Schweizer Jungfilmfestival Luzern- Upcoming Filmmakers- den mit 2000 Franken dotierten Luzerner Filmpreis. Ihr Anmationsfilm zeigt mit Witz und raffinierten Ideen, wie die beiden Einzelgänger das tagaktive Eichhörnchen und die nachtaktive Fledermaus einen Weg suchen, ihre unterschiedlichen Lebensweisen zu vereinen, indem sie das Räderwerk von 24 Stunden durcheinanderbringen. Jadwiga Kowalska erzählt uns in ihrem wunderbar zeitlosen Film über die Unmöglichkeit eines Zusammenkommens unterschiedlicher Welten.

Unter den 20 Kurzfilmen erfreuten sich auch die Jungfilmenden Claudia Jucker mit ihrem Dokumentarfilm “Shanghai Manners” über den 2. Rang und Michael Werder mit “Ich säg wenns fertig isch” mit dem 3.Rang. Der Nachwuchsfilmer Luzian Schneebeli (Jahrgang 1987) überzeugte die Jury mit seinem Film “Das Unterseeboot”. Luzians Film wird in der restriktiven Zeit wie heute, wo die Inhalte zur Banalität verkommen, als erfrischend mutig bewertet, so der Juror Nino Jacusso. Als Publikumsliebling und Träger des Spezialpreises der Jury brillierte “Oh, Tannenbaum” von Simon Nagel. Die kreativen Juroren des 6. Schweizer Jungfilmfestivals Luzern Nino Jacusso (Regisseur), Matthias Lerf (Kulturredaktor SonntagsZeitung) und Adrian Aeschbacher (Er wurde beim letzten Upcoming Filmmakers Zweiter) haben nach ihrem Gusto in Unterkategorien Spezialpreise vergeben. Für Dustin Rees und seinem Animationsfilm “The Bellringer” die beste Idee, beste Ausstattung an den Film “Die Schlacht von Orléans” und die jüngsten Teilnehmer Manuel Dangel und Tobias Aeschbach, beste Regie für “De la révolution, des marcels et des aillerons” des Westschweizers Alain Wirth sowie beste Bildgestaltung an Sarah Horst und Juri Steinhart mit ihrem Film “Bon Appetit”.

Auch dieses Jahr war das Schweizer Jungfilmfestival Luzern Upcoming Filmmakers ein Erfolg und versammelte junge Filmemacher, Profis und Filmliebhaber vor der Leinwand. Gewinnerglück und neue Ideen erwarten bereits das 7. Schweizer Jungfilmfestival Luzern 2008.

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Olympischer Pioniergeist

Mit Paul Laciga, Donghua Li und Cédric El-Idrissi erzählten gleich drei Olympioniken von ihren Erfahrungen an Olympischen Spielen. Auch bekannte Behindertensportler rund um Heinz Frei waren mit dabei und liessen die Jugendlichen ihre Sportarten entdecken. Handbike-Rennen, Rollstuhlbasketball und Unihockey mit Prothese bildeten das Rahmenprogramm in diesen zwei Tagen. Im Zentrum der Workshops standen Themen rund um den Schweizer Sport, die Jugendliche beschäftigen.

Dopingkontrolle und Schlägerei
Eine unerwartete Dopingkontrolle im Workshop Sport und Doping hat den Teilnehmenden für einmal gezeigt, was für die Athleten Alltag ist. Matthias Kamber als Experte und viele verschiedene Spitzenathleten boten den Jugendlichen Einblick in Forschung, Kontrolle und Sanktionen für Dopingsünder. Dabei wurde aber auch aufgezeigt, wie schwierig es für die Sportler ist die unerlaubten Substanzen in Medikamenten zu erkennen. Fazit war, dass Fehler zwar passieren können, diese jedoch einen Sportler in jedem Fall die Karriere kosten.
Die Jugendlichen des Workshops Sport und Gewalt wurden von einer Schlägerei überrascht, welche durch eine Theatergruppe inszeniert wurde. Anschliessend haben sie gelernt, wie sie richtig intervenieren, wenn Fangruppen aufeinander treffen. Vor dem Hintergrund der Euro08 haben sie Drehbücher für einen Clip zu diesem Thema verfasst.

5 Punkte für Pascale Bruderer
Der Workshop Sport und Politik hat zusammen mit der Jugendsession.winter ein 5-Punkte Programm erstellt, das sie der Nationalrätin Pascale Bruderer überreichten. Darin forderten sie unter anderem Sportanlagen, die 365 Tage im Jahr geöffnet sind und mehr Unterstützung für Sporttalente in Ausbildung. Bruderer lobte das Engagement der Jugendlichen und versprach, dass sie ihre Anliegen im Parlament vertreten werde. Im Austausch mit Verbandspräsidenten haben Olympioniere formuliert, was es braucht, damit sie sich ehrenamtlich engagieren. Herausgekommen ist ein ganzer Katalog, der klar macht, dass die junge Generation ganz andere Anreize braucht als bisher, damit diese bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und Freiwilligenarbeit zu leisten. Mit diesem Wissen können Vereine ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter nun gezielter ansprechen. In Sport und Wirtschaft schliesslich haben sich die Jugendlichen mit den Olympischen Spielen auseinandergesetzt. Cédric El-Idrissi berichtete von seiner Teilnahme und erklärte die Bedeutung Olympischer Spiele für die Sportler. Chinaexperte Mike X. Liu und Donghua Li erläuterten ihnen die Besonderheiten der chinesischen Kultur und machten deutlich, weshalb die Chinesen für perfekte Spiele in Bejing 2008 alles tun würden. Ein Referat über die Geldflüsse an Olympiaden sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen auf ein Land rundete diesen Workshop ab.

Das Dinner gemeinsam mit den Teilnehmenden der Sport Session und das Abendprogramm bildete einer der Höhepunkte dieser zwei Tage. Doch auch die neu entstandenen Freundschaften oder die anwesenden Spitzensportler waren Grund für die Begeisterung der Jugendlichen. Klar, dass die Youth Sport Session auch im nächsten Jahr durchgeführt wird. Sie bildet den Kern der olympischen Jugendbewegung in der Schweiz.

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“Wollen Sie sich nicht setzen?”

Wen das Anderssein eine Person wäre, wie würde dieser Mensch aussehen? Solche und ähnliche Fragen gingen einem während Jean-Luc Lagarces Theaterstück “Der Platz des Anderen” durch den Kopf. Die deutschsprachige Erstaufführung fand im Zürcher Theater Winkelwiese unter der Regie von Anke Bussmann statt. Zu Beginn des knapp einstündigen Stücks hörte man Kontaktanzeigen ab Band: “Thomas, 65, Architekt, wohlhabend, mag Kunst, andere Kulturen, Golf. Wenn jetzt noch Frau, dann perfekt.” Auf der Bühne sass eine mädchenhaft wirkende Frau (Mona Petri) auf einem Stuhl und isst Karamellbonbons. Nach kurzer Zeit betrat ein seltsam gekleideter Mann (Nils Topus) die Szenerie und die Abstraktion nahm ihren Lauf.

Intellektuelle Überdosis

“Wollen Sie sich nicht setzten?” war dabei eine der zentralen Fragen in diesem Stück. Die Antwort darauf lautere jeweils: “Wieso nicht? Was kann es schon schaden.” In “Der Platz des Anderen” lieferten sich die beiden Protagonisten ein äusserst kompliziertes Psycho-Duell. Zwischendurch erkannte man, wie sich die Rollen von Opfer und Täter wandelten, doch mehr Klarheit hatte man deswegen nicht.  Das gesamte Stück war mit derart vielen Metaphern ausgeschmückt, dass sich so etwas wie ein roter Faden kaum ausfindig machen liess. Immer wenn man eine konkrete Vermutung zur Handlung hatte, wurde man widerlegt. Es schien, als würde das Stück das Publikum nahezu austricksen. Für die Spannung war diese inszenierte Verwirrung nicht unbedingt förderlich. Es erforderte höchste Konzentration von den Zuschauern und wer von einem Theater ein Minimum an Unterhaltung erwartete oder sogar ein bisschen Humor, hatte Pech. Man wurde eine gute Stunde gefordert, um am Schluss genauso ratlos dazu stehen wie am Anfang. Die beiden Schauspieler Mona Petri und Nils Torpus spielten ihre Rollen zwar einwandfrei, doch geniessen konnte man diese Darbietung leider nicht. Dafür machte das Stück einfach zuwenig Spass.

Info


"Der Platz des Anderen" von Jean-Luc Lagarce wurde von Mona Petri auf Deutsch übersetzt. Das Stück ist eine Produktion der Aargauer Gruppe Theater Marie.

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  • < link http://www.theatermarie.ch/produktionen/aktuelle-produktionen/der-platz-des-andern/alle-spieldaten.html >Die weiteren Spieldaten des Stücks

Live unschlagbar

Die neuste Scheibe von NOFX, das Livealbum “They’ve Actually Gotten Worse Live”, ist eigentlich nichts Neues. Mit einer Auswahl von altbekannten Songs trat die bekannte Punkband an drei Tagen hintereinander in San Francisco auf, das Ergebnis davon kann man nun als CD kaufen. Gekreische des Publikums und zahlreiche Kraftausdrücke der Band begleiten die Songs in den Ansagen. So lassen sie sich zum Beispiel von einer Person aus dem Publikum zu einem spontanen Geburtstagslied inspirieren. Gerade die Tatsache, dass die Band weder missglückte Auftakte eines Stücks noch zu lange Ansagen geschnitten hat, macht die Scheibe zum Erlebnis. So wird hautnah vermittelt, was bei einem NOFX-Konzert alles los ist.

NOFX bleiben natürlich auch live ihrem Musikstil Punkrock treu. Ihre Musik wird aber ab und an mit Reggae oder Jazz unterlegt und belebt. Allerdings bleibt auch in diesen Stücken der Punk immer präsent.

Ernste Anliegen

Die Band überzeugt musikalisch mit einfachen, schnellen Gitarrenriffs und rockigen Beats. Das Ganze wird von Frontsänger Fat Mike in Hochform abgerundet. Er überzeugt mit Gesang und seinem schnellen Mundwerk zwischen den Stücken.

In ihren Texten macht die Band dann aber auch auf ihre Anliegen aufmerksam. So wenden sie sich zum Beispiel in “Franco Un-American” gegen Rassismus und vor allem gegen George W. Bush. Aufgrund des hohen Sprechanteils sowie dem konstanten Lärm aus dem Publikum ist diese CD definitiv nicht als Hintergrundmusik zu empfehlen. Als Partymusik taugt “They’ve Actually Gotten Worse Live” allerdings allemal.  Wer ein Album sucht, dass gute Laune noch besser werden lässt und auf unterhaltsame, rockige Livemusik mit aktivem Publikum steht, ist bei der neuen Scheibe von NOFX genau richtig.


Die Band


Die US-amerikanische Punkband NOFX wurde 1983 von Erik Sandin, Eric Melvin und Mike Burkett (bekannt als Fat Mike) gegründet. Der Durchbruch gelang ihnen 1992 mit dem Album "White Trash, Two Heebs And A Bean". Ihr neustes Album "They’ve Actually Gotten Worse Live" ist überall im Handel erhältlich.

 

“Meine Songs bringen meine Ex zum Weinen”

Was ist dein Ritual bevor du auf die Bühne gehst?

Murph: Etwa eine Stunde bevor ich auf die Bühne gehe, nehme ich eine Tablette die mir hilft, meine Stimmbänder zu schonen. Eine halbe Stunde später rauche ich draussen eine Zigarette mit unserer Managerin Sarah oder unserem Fahrer Chris. Zwanzig Minuten vor dem Konzert beginne ich mit dem Singen und fünf Minuten vorher hole ich mir ein alkoholisches Getränk und werfe es mir ins Gesicht.

Du schmeisst dir ein Bier ins Gesicht?

Ach, das ist bildlich gemeint. Ich trinke es einfach schnell. So durchgedreht, mir eine Flasche ins Gesicht zu werfen, bin ich noch nicht.

Euer Bassist Tord Øverland-Knudsen kommt aus Norwegen. Gibt es da nie Verständnisprobleme?

Gott nein, in Norwegen sprechen sie besseres Englisch als viele Engländer es tun. Sie lernen es von klein auf in der Schule. Er kam nach Liverpool um zu studieren, da haben wir uns kennen gelernt.

Und du und Dan ihr habt euch schon an dem von Paul McCartney gegründeten Liverpool Institute for Performing Arts kennen gelernt, oder?

Genau, wir trafen uns im ersten Jahr. Damals war ich noch der Meinung, dass Dan ein arroganter Idiot sei. Seine rechte Augenbraue war gepierct und er hatte versucht, seine Haare roas zu färben, was allerdings voll daneben ging. Sie waren eher grau. Irgendwann gab’s dann so eine Party und ich torkelte stockbesoffen in sein Zimmer herein. Anstatt mich rauszuwerfen, lud er mich auf ein Glas Wein ein. Nach diesem Ereignis wurden wir sehr enge Freunde.

Was ist der wichtigste Bestandteil eurer Band?

Ein Wombat (dt.: Beuteltier) aus Plüsch namens Cherub! Das ist unser Maskottchen.

Ist er hier?

Ja, er sollte hier im Gebäude sein.

Sarah (Managerin): Ich glaube er ist noch im Wagen.

Na ja er ist auf jeden Fall in Zürich. Wir wissen nicht immer wo er genau ist.

Er wurde doch erst gerade gekidnappt, nicht?

Cherub wurde letztens in London von einem Freund eines Freundes gebatnappt. Der hat uns dann gesagt er wolle freie Eintrittskarten fürs Glastonbury Festival, ansonsten würden wir ihn nie wieder sehen. Aber wir haben ihn trotzdem zurückbekommen, unser Manager holte ihn zurück.

Heisst euer Maskottchen mit vollem Namen nicht Cherub Mincy?

Eigentlich Cherub Mincey (lacht). Dan und ich nannten uns früher Mincey und Cindy, aber frag mich nicht wieso. Wir nannten uns manchmal auch Cherub (Engel) darum dachten wir, wir sollten ihn auch so nennen. Es gibt keine echte Logik in all unseren Namen. Es ist einfach albern.

Gibt es denn wenigstens einen Grund, warum ihr euch “The Wombats” nennt?

Ja, wir hatten so ein Ding mit Tieren. Anstatt uns als Blödmann zu bezeichnen, sagten wir Sachen wie: “Du alter Wombat”. Einfach als Ersatz für “Du Idiot”.

Ihr habt ja sogar ein Lied, das Tieren gewidmet ist: “Tales of boys, girls and marsupials”.

Ja wir wollten unseren eigenen “Theme” haben, etwas an dem man uns erkennen kann. Wir beginnen die meisten Shows mit diesem Song.

Wo holst du denn die Inspiration her um deine Texte zu schreiben? Ich finde sie äusserst geistreich und ironisch.

Und trocken. Ich schreibe eigentlich nur über Sachen, die ich getan habe oder die mir passiert sind. Dinge, die ich immer wieder tue, obwohl ich weiss, dass sie am Ende schlimm herauskommen. Ich habe auch das Talent, meine Erfahrungen dramatischer darzustellen, als sie in Wirklichkeit waren. Das ist eigentlich ziemlich übel, denn ich benutze oft Mädchennamen und wie zum Beispiel der meiner Exfreundin Laura. Es ist verständlich, dass es Songs gibt, die sie nicht mag. Ich denke, das ist der Nachteil wenn du ehrliche Songs schreibst.

Wie reagiert deine Ex, wenn sie einen Song hört, der sich um sie dreht?

Emotional. Als wir gerade Schluss gemacht hatten und ich an einem Konzert den Song “Party in a Forest (Where’s Laura)” spielte, weinte sie. Meine aktuelle Freundin geht jedes Mal, wenn wir dieses Lied spielen, an die Bar und sagt zum Barkeeper: “Das ist mein Stichwort für einen Drink.”

Was ist das Schlimmste, das du je gemacht hast?

Die Liste ist unendlich. Das wirklich Schlimmste was ich je gemacht habe, war wahrscheinlich, einmal an einer Party die ganze Nacht lang verschiedenes Zeug zu nehmen, etwa bis um acht Uhr Morgens. Danach war ich so weggetreten, dass ich eine Woche lang nicht mehr sprechen konnte. Nach sieben Tagen wurde ich ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie mir Beruhigungsmittel geben mussten, damit ich wieder normal wurde. Etwas Schlimmeres ist mir wirklich noch niemals passiert. Aber ich habe daraus gelernt.

Was ist deine schönste Kindheitserinnerung?

Überlegt lange.

Es muss auch nichts philosophisches sein.

Vermutlich einfach im Garten meiner Grosseltern herumrennen. Mich hinter den Tomaten verstecken während sie so taten, als ob sie mich suchen würden.

Wie würdest du sterben wollen?

Es sollte auf jeden Fall blöd und dramatisch sein. Wie zum Beispiel, mich auf meinem Stuhl zurücklehnen und von einem Wolkenkratzer zu stürzen. Und wenn ich dann auf dem Boden aufklatsche, will ich mindestens zehn Leute mitziehen. Wenn ich schon sterbe, dann soll mein Tod wenigstens für Schlagzeilen sorgen. Es soll zwar dramatisch sein, aber nicht traurig.

Was ist das Schlimmste, was du je gemacht hast?

Die Liste ist unendlich. Das wirklich Schlimmste was ich je gemacht habe, war wahrscheinlich, einmal an einer Party die ganze Nacht lang verschiedenes Zeug zu nehmen, etwa bis um acht Uhr Morgens. Danach war ich so weggetreten, dass ich eine Woche lang nicht mehr sprechen konnte. Nach sieben Tagen wurde ich ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie mir Beruhigungsmittel geben mussten, damit ich wieder normal wurde. Etwas Schlimmeres ist mir wirklich noch niemals passiert. Aber ich habe daraus gelernt.

Du sprichst offenbar sehr viel und gerne. Welches ist denn die beste Ausrede, die du je erfunden hast?

Da gab es viele. Ich hab mal meinem Geographielehrer gesagt, dass meine Hausaufgaben in Amsterdam sind weil mein Vater dort ein Meeting hatte und er aus Versehen meine Tasche genommen hat.

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Die Kinderrechte werden erwachsen

Jede Minute stirbt ein Kind unter 15 Jahren an den Folgen des HIV-Virus. Rund 250’000 Kinder werden weltweit als Soldaten missbraucht und in kriegerische Handlungen verwickelt. Weltweit arbeiten schätzungsweise 246 Millionen Kinder – fast 70 Prozent, unter gefährlichen Bedingungen. Jährlich werden drei Millionen Mädchen beschnitten. Mehr als 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Knaben sind Opfer sexueller Übergriffe. Rund 1.2 Millionen Kinder sind jährlich Opfer von Menschenhandel. (Quelle: Unicef) Vielleicht war es diese noch immer unvollständige Liste von Grausamkeiten, welche die Vereinten Nationen dazu brachte, vor 18 Jahren, am 20. November 1989 ein Dokument zu veröffentlichen, das den Kindern dieser ihre eigenen Menschenrechte gibt. Die UN-Konvention der Kinderrechte für alle Menschen unter achtzehn Jahren legt bis heute weltweit geltende Punkte fest, die den Schutz der Kinder, deren Überleben, Entwicklung und Wahrung ihrer Interessen garantiert. Alle Staaten haben dieses Abkommen ratifiziert, ausser Somalia und die USA.

Am Internationalen Symposium “Realisierung der Kinderrechte” im KKL Luzern wurde das zehnjährige Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention in der Schweiz gefeiert und das neue Swiss Human Rights Buch “Realizing the Rights of the Child” vorgestellt. Der Event wurde vom Internationalen Menschenrechtsforum Luzern und der Pädagogischen Hochschule Luzern geleitet. Zwei Referate von Marta Santos Pais, Direktorin des Unicef Forschungszentrums Florenz und Jean Zermatten, Vizepräsident des Uno Kinderrechtsausschusses schilderten eine Rückblick auf die letzten 18 Jahre der Kinderrechtskonvention und die weiteren Herausforderungen mit denen die heutige Welt konfrontiert ist. Eine spannende Podiumdiskussion am Mittag beendete das Symposium.

“Wir sind nicht nur die Zukunft, wir sind die Gegenwart”
Die Stimme der Kinder muss gehört werden um in deren besten Interesse arbeiten zu können. Dieser Punkt ist in Artikel drei definiert: “Das Wohl des Kindes ist vorrangig zu berücksichtigen.” Leider ist es in bestimmten Situation schwierig zu beurteilen, ob Kinder in der Armee als Kindersoldaten besser aufgehoben sind als ausserhalb. Dieses Problem sorgte auch im Symposium für Gesprächstoff. Die Experten waren sich jedoch alle einig, dass der Artikel nur eine Verallgemeinerung ist und daher nicht die Kinder individuell anspricht. Um diese Unklarheit zu lösen, muss ein Gleichgewicht gefunden werden.
Es existieren zwar noch immer Probleme in den einzelnen Definitionen der Kinderrechte, doch hat die Konvention in den letzten 18 Jahren schon einiges erreicht. “Seit der Einführung der Konvention ist die Welt aufmerksamer geworden auf die Rechte der Kinder und mehr Kinder gehen nun zur Schule. Aber HIV/Aids, Armut und Kriege sind Gründe warum immer noch sehr viele Kinder nicht die Rechte bekommen die ihnen zustehen.”, erklärt Marta Santos Pais in ihrem Referat. Sie macht das Publikum aufmerksam auf diverse Herausforderungen rund um die Konvention, aber auch auf Möglichkeiten, diese Probleme zu lösen: “Wir brauchen eine Reform der Gesetzgebung und eine Reform der Verfassung, so dass die Regierungen die Kinderrechte nicht mehr ignorieren können. Das geänderte Gesetz muss aber unter die Bevölkerung gebracht werden, sonst bringt es nichts.”

Ein ewiger Teufelskreis

In der Podiumsdiskussion wurde unter anderem die Problematik der Kindersoldaten behandelt. “Um das Problem der Kindersoldaten zu lösen, müssen wir diagonal mit den Gemeinschaften arbeiten. Wir müssen den Kindersoldaten ermöglichen, sich zurück in ihre Gemeinschaften zu integrieren. Viele dieser Programme sind aber leider sehr minimal.”, erklärte Enrique Restoy von der “Coalition to stop the use of child soldiers”. Aber nicht alle Kinder werden zwangsrekrutiert, sondern viele schliessen sich freiwillig den Truppen an, da sie sich da ein besseres Leben erhoffen. “Es ist ein Teufelskreis: Die Verlockung sich der Armee anzuschliessen ist manchmal sehr gross, da die Zustände besser sind als draussen.”, sagt Marta Santos Pais.  Zur Frage warum der Begriff Kindersoldat auf Kinder bis und mit 15 Jahren beschränkt ist, antwortete Annedore Prengel von der Universität Potsdam: “Einige Staaten zum Beispiel Grossbritannien erlauben die Rekrutierung von Soldaten unter 18 Jahren. Das Internationale Recht nimmt daher immer noch das Alter 15 als Masstab.”

Das Buch


"Realizing the Rights of the Child" von Carol Bellamy und Jean Zermatten ist erschienen bei Rüffer und Rub.

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Dänisches Doppel

Saybia werden als die zurzeit beste bänische Rock Band gehandelt und beweisen mit ihrem dritten Album “Eyes on the Highway”, dass dieses Prädikat nicht leichtfertig vergeben wurde. Etwas weniger Weltschmerz, dafür kräftigeren Rock verspricht ihr neustes Werk. Mit ihrer neuen Schreibe im Gepäck besuchen die fünf Dänen nun die Schweiz. In ihrer Heimat bereits als die grossen Stars gefeiert, besteht in der Schweiz die Möglichkeit, Saybia in einem etwas kleineren Rahmen zu geniessen wenn auch hierzulande die Lokalitäten von Mal zu Mal grösser werden.

Als Vorgruppe gibts ihre Landesgenossen Grand Avenue zu sehen, eine nicht ganz so bekannte, jedoch nicht minder interessante Band, die mit ihrem ebenfalls dritten Album “The Outside” nun den Sprung ins Ausland gewagt haben. Tink.ch berichtete bereits von ihrem kurzen akustischen Konzert in der Hafenkneipe. Man darf gespannt sein, was die vier Jungs, die sich nicht als Boygroup betrachten, auf der Bühne bieten werden. Freuen sie sich doch laut eigener Aussage schon darauf, der Schweiz zu zeigen zu was sie bei einem “richtigen” Konzert mit “richtigem” Strom fähig sind. Grand Avenue werden noch einige weitere Male in der Schweiz zu sehen sein als Support für die Schweizer Band Gotthard. Tink.ch traf die beiden Bands bereits anlässlich der Veröffentlichung ihrer neuen Alben. Man darf gespannt sein, wie sich das Material, das man bis jetzt nur von der CD kannte, auf der Bühne anhört.

Wettbewerb


Zu gewinnen gibt’s auch noch was denn es sind noch ein paar signierte Alben "The Outside" von Grand Avenue vorrätig bei uns. Bitte eine Mail mit dem Betreff Grand Avenue bis zum 02.12.2007 um Mitternacht an martin.sigrist(at)tink.ch, Postadresse nicht vergessen.

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Mut zur unbunten Farbe

Wer sich mit der Farbe Grau anfreundet, auseinandersetzt und sie gar anzieht, merkt wie vielseitig sie tatsächlich ist. Grau kennt viele Gesichter, Schattierungen und Nuancen. Um genau zu sein, kann der Homo Sapiens glatte 500 Grautöne unterscheiden! Grau ist Sinnbild von Eleganz und Klassik und steht – das ist die gute Nachricht – jeder Frau.

Gekonnte Kontraste
Grau sieht klassisch und edel aus, wenn es von Kopf bis Fuss Ton in Ton getragen wird. Für ein bisschen Glanz ist schnell gesorgt, denn Silber ist ja ebenfalls Grau. Mit Silberglanz-Accessoires wie Taillengürteln, Riesen-Handtaschen oder klimpernden Schmuckstückchen wird der Look noch eleganter und Ruckzuck partytauglich. Grau passt zu vielen anderen Farben und eignet sich besonders gut für die Kontrastierung. Modemutige kombinieren in den nebelverhangenen Wintertagen Grau mit provokativen, spritzigen Farben wie Barbiepink, Zitronengelb, Fliederlila, Quietschorange, Königsblau oder Rubinrot. Wichtig ist, pro Outfit nur einen Kontrastton zu wählen. Zwar ist die Herbstwinterzeit auch Fasnachtszeit, aber es möchte wohl niemand aussehen wie eine Handvoll Konfetti. Kräftige Farbkontraste sollten reiflich überlegt sein und eignen sich nicht als Blitzlösung für jene unter uns, die frühmorgens in drei Minuten angezogen bei der Bushaltestelle stehen müssen.

Oberflächen mit Tiefenwirkung

Um Abwechslung in das als langweilig verschriene Grau zu bringen, sind verschiedene Materialien interessant. Das auffällig dezente Grau lässt das Spiel mit glänzenden, irisierenden, glatten und rauen Oberflächen zu. Graues Leder mit unterschiedlichen Prägungen sieht nie überladen aus. Die Verwandten von Fräulein Grau werden ausserdem sehr gerne im Duett gesehen: Herr Schwarz und Frau Weiss. Schwarz ist als hart, tief und finster bekannt, Weiss hingegen als unschuldig, rein und sauber. Treffen die beiden Gegensätze aufeinander, entsteht das Grau – als sanftere Alternative.

Frau in Grau
Die Jahreszeit ist reif, um die Grauzone zu betreten. Grau in Grau ist nicht nur das Wetter dieser Tage, sondern ebenso die Mode. Allerdings ist die Mode alles andere als trist, langweilig oder neutral, vielmehr modern und allzeit chic. Aschgrau, Betongrau, Steingrau, Rauchgrau, Nebelgrau, Mausgrau, Silbergrau sind die kleidsamen Farben dieser Saison – am besten mehrere Nuancen gleichzeitig tragen! Übrigens gilt dies auch für das Augen-Make-up. Wer auf der Strasse von “Trend-resistenten-nicht-Eingeweihten” blöd von der Seite angemacht und als “graue Maus” abgestempelt wird, kann sich getrost ins Fäustchen lachen:
In Wahrheit sind die grauen Mäuse in dieser Saison die scharfen Ratten.

Basteln gegen die Schwermut

“Ich habe die Sonne schon lange nicht mehr gesehen”, sage ich seufzend zu Kaktusblüte. Sonnenlicht bringt meinen Biorhythmus in Fahrt und macht mein Gemüt froh, keine andere Lichtquelle kann meiner Meinung nach die Qualität des Sonnenlichts ersetzen. Kaktusblüte und ich liegen auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Decke. Müssig betrachte ich den Nebel vor dem Fenster. Ich hasse den Winter mit Leidenschaft. Kaktusblüte erwidert spontan: “Soll ich dir eine zeichnen?” Sie rumort in ihrem Zimmer und kommt kurze Zeit später mit einer Styroporkugel zurück. In die Kugel hat sie Zahnstocher gesteckt, welche die Strahlen symbolisieren. Das ganze Gebilde hat sie flugs mit gelber Farbe angemalt. Dazu reicht sie mir eine Tasse Chai, “für die innere Wärme”, wie sie erklärt. Es rührt mich, dass meine Freundin mir eine Sonne bastelt, wenn sie in meinem Leben gerade mal nicht scheint. So fühle ich mich Ernst genommen in meiner Andersartigkeit, damit stärkt sie mich. Die Sonne als Lebensspenderin ist dabei von grosser Symbolkraft.

Dieser lebensbejahende Aspekt an Freundschaft beeindruckt mich. Paarbeziehungen können das nicht in gleichem Ausmass leisten. Ich winde meinen Freundinnen ein Kränzchen – und halte mich bereit, ihnen eine Sonne zu zeichnen, wann immer sie eine nötig haben. 
 

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