Kultur | 14.10.2007

Sie Roquen!

Freunde der Kombination von Sport und Rockmusik zog es letztes Wochenende nach Solothurn. Die Kulturfabrik Kofmehl lud zum Konzert von Sportfreunde Stiller, und die Besucher wurden nicht enttäuscht. Ein Stimmungsbericht über zwei Stunden Deutschrock vom Feinsten.
Sänger Peter Brugger. Fotos: Laura Kissling, Daniel Hollenstein Monta ist keine Band. Monta ist Tobias Kuhn. Sportfreunde Stiller geben Gas. Schlagzeuger Florian Zwietnig ... Bassist und Keyboarder Rüdiger Linhof.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es muss den Sportfreunden wohl schwer gefallen sein, sich die letzten Minuten des Fussballsspiels Deutschland gegen Irland entgehen zu lassen. Entgegen den Erwartungen fing die bayrische Band pünktlich um halb Elf zu spielen an. Die Leute in der gut gefüllten Kofmehlhalle applaudierten in freudiger Erwartung. Zuvor hatte Tourgast Monta aus Deutschland das Ambiente für das grosse Finale vorbereitet.

Von Klössen mit Sosse

Einige Fans waren weit gereist, um ihre „Sporties“wie die die Band liebevoll von ihren Anhängern genannt wird, zu sehen. So gab es auch einen merklichen Unterschied im Publikum zwischen der bei fast jedem Lied frenetisch hüpfenden und pogenden Menge vor der Bühne und den interessierten, aber etwas zurückhaltenderen Tribühnenbesuchern. Dieser Graben tat sich spätestens beim Lied „7 Tage, 7 Nächte“ zu. Es folgten Lieder von der neuen Scheibe wie „Alles Roger“, und auch wenn die rockigen Nummern überwogen, die ruhige Nummer „Siehst du das genauso“ setzte einen weiteren Höhepunkt.

Die eingängigen Melodien von Sportfreunde Stiller, die unkonventionellen Texte und die spezielle Stimme von Frontsänger Peter, all das ergibt eine Mischung, die auch an diesem Konzert wieder ihre Wirkung tat. Das stösst man zwar einerseits auf sinnfreie Reime wie „Du gibst dir Klösse mit Sosse lieber als die Blösse“. Und doch schliesst man deshalb nicht auf mangelnde Qualität, sondern auf eine gesunde Portion Humor. Man merkt auch während des Konzerts, wie viel Selbstironie in den drei Bandmitgliedern steckt.

„Hoch geflogen und hart gelandet“

Neben der Liebe zum Fussball sind die Sportfreunde auch für ihr Spiel mit dem Publikum bekannt. Auch drehte sich vieles wieder um das runde Leder. Auf der Bühne herrschte munteres Kommen und Gehen. Dauernd stürmten Besucher die Bühne, woran sie auch gar nicht gehindert wurden. Das Sicherheitspersonal half gar beim Sprung in die Menge, welche sich nicht immer willens zeigte, die Entgegenkommenden zu tragen.

So übernahm denn auch beim Titel „Ein Kompliment“ ein Fan Peters Part. Dieser setzte sich an Flo’s Schlagzeug. Einzig Bassist und Publikumsliebling Rüdiger durfte seine angestammte Rolle behalten. Ihm waren schon zu Beginn des Konzertes die Sympathien zugeflogen, „nur wegen seinem Namen“ wie Peter fand.

Nach etwas mehr als einer Stunde verabschiedete sich die Band, um nach ein paar Minuten und grossem Jubel wieder auf die Bühne zu stürmen, wo sie das Publikum nicht gehen liess, bevor sie weitere 45 Minuten gespielt hatten. Der Fussballer Roque Santa Cruz lieferte die Vorlage für „Ich Roque“, dessen Refrain mit vielen hundert Kehlen gesungen wurde. Mit „Legenden“ wurde dann das Konzert zum letzten Mal und endgültig beendet. „Wir hoffen ihr habt euren Frieden gemacht“, sangen die Sporties. Tatsächlich sah man nach dem Konzert in viele beseelte Gesichter, die vielleicht in Gedanken schon beim nächsten Konzert waren.

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