Politik | 22.10.2007

Nach der Wahl

Text von Lena Tichy | Bilder von Nathalie Kornoski
Nun ist es klar: Die SVP und die Grünen haben gepunktet und die SP leckt ihre Wunden. Tink.ch zeigt hier den dritten Teil der Wahlen-Serie, in der junge Menschen Stellung zum Thema nehmen.
Bild: Nathalie Kornoski

Janosch Szabo, 22, Biel
Wie auch schon vor vier Jahren – damals hatte ich gerade das Stimmrechtsalter
erreicht – habe ich es mir auch dieses Mal nicht nehmen lassen, eine eigene
Liste zu schreiben. Nachdem ich mich durch all die Parteienprospekte gewühlt
hatte, standen meine Kandidatinnen und Kandidaten fest. Es ist eine bunte
Mischung von vor allem jungen und auch ein paar bewährten älteren
Politikerinnen und Politikern aus dem Lager der Grünen und der SP. Ich achte
jeweils darauf nebst Jungen vor allem auch Frauen den Vorzug zu geben. Denn
einmal eine ausgeglichene Situation im Parlament zu haben, muss das Ziel sein.
Vieler meiner aufgelisteten Kandidatinnen und Kandidaten werden es zwar nicht
in den Nationalrat schaffen, aber ich wähle sie trotzdem, damit sie merken: Es
gibt Leute, die hinter ihnen stehen und die solche Leute als Politiker wollen.
Als Unterstützung beim Vorhaben, das Parlament zu verjüngen, könnten wir die
Unterstützung politisch interessierter auch unter 18-Jähriger sehr gebrauchen.
Ich hoffe drum sehr auf eine baldige Einführung des Stimm- und Wahlrechtsalters 16.

Andrea Immler, 22, Belp
Ich werde nicht wählen gehen, da ich mich für die Politik nicht sehr begeistern kann.
Falls doch, würde mich aber für die SVP entscheiden, da sie meine Anliegen gut vertritt.

Raphael Hünerfauth, 22, Meisterschwanden
Ich stimme und wähle immer brieflich und dieses mal ist das Couvert schon seit knapp einer Woche weg. Für den Nationalrat habe ich dieses Jahr die Liste der Jungen Grünen unverändert gewählt. Für den Ständerat habe ich Pascale Bruderer von der SP und Geri Müller von den Grünen gewählt. Das Stimmrechtalter 16, befürworte ich nur unter der Bedingung, dass es auch mehr Staatskundeunterricht in der Schule gibt und die Schüler das Gelernte dann an den Urnen anwenden können. Wer dieses Jahr am meisten zulegt, ist schwer zu sagen. Bei den Bundesratsparteien habe ich das Gefühl, dass die FDP leicht verliert und SVP und CVP auf dem Niveau von 2003 bleiben. Bei der SP und den Grünen könnte es einen leichten Zuwachs geben. Ich hoffe nur, dass die SVP von den fünf Millionen Franken, die sie für ihren Wahlkampf gesät hat, nichts ernten kann.

Milena Geiser, 19, Biel
Ich wollte schon mit 16 Jahren wählen gehen und habe es auch dieses Jahr getan. Meiner Meinung nach ist die Schweiz ist das einzige Land auf der Welt, das das Volk so mitreden und mitbestimmen lässt. Ich habe mir vorgenommen, vorwiegend junge grüne Frauen zu wählen und mir meine Liste selbst zusammengestellt. Darauf finden sich jetzt auch noch zwei Männer und junge SP-Frauen. Das Stimmrecht 16 befürworte ich, weil ich es wichtig finde, dass die Jugend früh auf das Stimmen und Wählen vorbereitet wird. Ich bin aber realistisch und denke, dass viele die Möglichkeit nicht wahrnehmen werden und sich trotzdem nicht um die Politik kümmern werden. Diese werden das aber auch zehn Jahre später noch nicht tun. Rein hypothetisch gesehen müssten die SVP und die SP als Siegerinnen aus dem Wahlkampf hervorgehen. Natürlich werden auch die Grünen wieder, wie vor 4 Jahren, dazugewinnen. Die ganze Klimaproblematik  ist aber in der Schweiz etwas abgeflaut. Wenn die Grünen vor ein paar Monaten zu Wahl angetreten wären, hätten sie mehr gewonnen, denke ich.

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