Kultur | 29.10.2007

Hollywood entdeckt den Nahen Osten

Ein terroristischer Bombenanschlag mitten in einer amerikanischen Wohnsiedlung in Riad rief 2003 das FBI auf den Plan. "The Kingdom" erzählt diese Geschichte auf dokumentarische Art und Weise.
Bekommt in Saudi-Arabien keinen warmen Empfang: Agent Ronald Fleury (Jamie Foxx). Fotos: Universal Sie darf vorerst nicht viel sagen: Quotenfrau Jennifer Garner.

Ein vierköpfiges FBI-Team, angeführt durch Agent Ronald Fleury (Jamie Foxx) wird nach Saudi Arabien geschickt, um ein grausames Attentat aufzuklären, welches mehrere hundert Tote und Verletzte forderte. Über das Einmischen der USA sind die einheimischen Gesetzeshüter aber nicht  besonders erfreut, weshalb die Gruppe nicht nur gegen den Terror sondern auch gegen die einengenden Regeln zu kämpfen hat.

Fesselnde Bilder
Der Actionkracher von Regisseur Peter Berg basiert auf erschreckenden Wahrheiten, die den Zuschauer auf eine schockierend realistische Art und Weise in ihren Bann ziehen. Nach einem vermeintlich dokumentarischen Intro ist der Kinobesucher über vergangene Ereignisse in dieser Region im Bilde und wird den nicht minder authentischen Bildern übergeben, die an die Lage von 2003 erinnern. Die schnellen Schnitte und die wackelige Kamera lassen den Zuschauer oft näher am Geschehen dabei sein, als ihm das lieb ist. Trotz dem heiklen Grundthema schafft es Berg, dem Kinopublikum ein vielseitiges Bild der Situation zu vermitteln.

Bedeutungslose Sätze
Der weibliche Part des Films (Jennifer Garner) bleibt lange Zeit auf der Strecke. In den ersten neunzig Minuten lutscht diese an Lollis rum, weint kurz, setzt eine Murmel zusammen und äussert sich mit einem knappen Dutzend eher bedeutungsloser Sätze. Danach dreht der Alias-Star aber so richtig auf und man kann wahrhaftig mit ihr mitfiebern. Die anderen Rollen sind sehr passend besetzt und wurden gut in die Praxis umgesetzt. Abschliessend lässt sich sagen, dass der Film die Erwartungen weder übertrifft noch unterschreitet. Mit einem sehr realitätsnahen Stil lebt man sich so richtig in den Film ein. Auch das Ende überrascht – besonders für einen Hollywoodfilm mit einem 200 Millionen-Dollar-Budget. „The Kingdom“ ist auf jeden Fall einen Kino-Besuch wert, sowohl inhaltlich als auch visuell.

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