Kultur | 08.10.2007

Greis um zwei Uhr Morgens

Text von Moritz Noser | Bilder von www.gaugehill.ch
Der Bärn Jam ist den Hip-Hop Fans hierzulande seit 1995 ein Begriff. Nach der zweiten Ausgabe im 2002 ging der Bärn Jam dieses Jahr vom 27. bis zum 29. Oktober in die dritte Runde.
Pyro, Club um Nemo von der Berner Truppe Gaugehill.
Bild: www.gaugehill.ch

Ende Oktober wurde im Dachstock sowie im Sous le Pont der Reitschule Bern gerappt, getanzt und gescratcht. Wie schon im Vorfeld von den Medien verkündet, wurde das Sprayen abgesagt. Die Pfeiler der Eisenbahnbrücke vor der Reitschule sollten von internationalen Graffitikünstlern bemalt werden. Bedauerlicherweise bewilligte die SBB die Aktion nicht, da versprayte Züge sie jührlich Millionen kosten und sie daher “Vandalismus” keinen Raum schenken wolle.

Guter Start trotz SBB Verbot

Dumbfunk aus Zürich machten am Donnerstag im Sous le Pont den Anfang. Die Jungs bezeichnen ihren Stil als unverkrampft funky und dem wurden sie auch gerecht. Nach einer halben Stunde übernahm Victor (Bernord) die Bühne. Er zeigte sich mit Maske und lieferte einen guten Auftritt. Der Auftritt von INC/2BN war die inoffizielle Plattentaufe ihrer Gratis-CD “Bomben über Bern”. Wahrend ihres Auftritts drehte die Menge teilweise richtig auf. Tommy Vercetti, konnte danach nicht ganz überzeugen, was jedoch zu einem gewissen Teil auch am Publikum lag. Alles in allem, war der Donnerstag sicher ein gelungener Abend.

Freitag im Dachstock
Am Freitag waren zum ersten Mal am Bärn Jam internationale Rapper auf der Bühne zu sehen. Der Höhepunkt dieses Abends war definitiv der Auftritt des Berliner Rappers Prinz Pi. Der selbsternannte “I-God« stand eine gute Stunde auf der Bühne und brache fast alle Stücke der letzten drei Alben. Der Prinz hatte viele Fans im Publikum, die seine Shirts trugen und als er seinen Hit “Keine Liebe” anstimmte, rappten die Fans Zeile für Zeile mit. Den Opener am Freitag übernahmen die Berner von Gaugehill. Die Beats der Jungs sind eher instrumental mit diversen Streichinstrumenten. Der DJ begeleite ein paar Stücke sogar mit Geige. Die Auftritte von Luut&Tüütli und X-Cheibe aus Glarus und St.Gallen, waren gut, jedoch im Vergleich zu den anderen Rappern eher durchschnittlich. Als Greis um zwei Uhr Morgens als beinahe Letzter die Bühne betrat, schaffte es der routinierte Musiker allerdings mühelos, das müde Publikum noch einmal zum Tanzen zu bringen.

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