Gesellschaft | 08.10.2007

Fest dagegen

Text von Ayse Turcan | Bilder von Janosch Abel
Am Samstag dem 6. Oktober fand auf dem Münsterplatz in Bern eine friedliche Veranstaltung gegen Rassismus statt. Mit Musik, Reden und ganz ohne Sachbeschädigung.
Eine Szene aus der Kramgasse: Hier wurde noch friedlich demonstriert, später gab es Krawalle.
Bild: Janosch Abel

Am vergangen Samstagmorgen war die Stimmung angespannt in der Berner Altstadt. Viele befürchteten wohl Ausschreitungen zwischen Links und Rechts oder Kämpfe mit der Polizei. Umso schöner, wenn man vor dem Münster ankam und sich in das bunte Treiben dort mischte. Am Samstagnachmittag fand auf dem Münsterplatz ein Fest gegen Rassismus und insbesondere gegen die Politik der SVP statt. Mehrere tausend Menschen hatten sich versammelt, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Von jung bis alt, Normalos, Hippies, Ausländer und Punks waren alle vertreten. Musikalisch begleitet wurde der Anlass von zahlreichen Bands, die, allesamt ohne Gage auftretend, gute Stimmung verbreiteten und zum friedlichen Widerstand gegen fremdenfeindliche Politik aufriefen.


In den Schatten gestellt
Zwischen den verschiedenen Acts wurden Reden gehalten, unter anderem von Branka Goldstein (IG Sozalhilfe), die auf die prekäre Situation vieler Sozialhilfeempfänger hinwies, Lea Bill (Mitglied des Stadtrats, Junge Alternative) und Etienne Epengola (Association des Congolais de Berne).
Wer sich vom Mittag an bis in den späten Nachmittag oder Abend auf dem Münsterplatz befand,  bekam also nicht viel von dem mit, was im Rest der Stadt geschah. Umso trauriger deswegen, dass ein grosses friedliches Fest wie schon so oft in den Schatten gestellt wurde von ein paar einzelnen, dummen Menschen.