Kultur | 15.10.2007

Die neue Welle

Text von Sandro La Marca | Bilder von X-tra
Am 30. Oktober zeigen Nouvelle Vague in Zürich die romantische Seite des Punk und New Wave.
Niemand covert schöner: Nouvelle Vague.
Bild: X-tra

Nouvelle Vague treiben es mit ihrem Bossanova, auf Deutsch „Neue Welle“, auf die Punkrock- und New Wave-Spitze, denn sie nehmen sich Stücken an, die für andere unantastbare Heiligtümer darstellen: in ihrem letzten, 2004 erschienenen, mit der Band gleichnamigen Album waren dies etwa legendäre Punksongs wie „Guns of Brixton“ von The Clash oder „Too drunk to fuck“ von den Dead Kennedys. Diese verwandelten in ruhige und melancholische Kuschelhymnen. „So sexy war Punkrock zuvor nur selten“ schrieb sogar die Bildzeitung nach der Herausgabe vor zwei Jahren. Kein Wunder reiben sich da viele die Augen, wenn sie das hören.

Doch statt aus den elektrischen Gitarren Kleinholz zu machen wie ihre legendären Vorbilder, machen Marc Collin und Olivier Libaux aus ihnen akustische Gitarren und das Geschrei wilder Punkrocker verwandeln sie in zarte weiblichen Stimmen französischer, brasilianischer und amerikanischer Chanson-Sängerinnen. Dabei ist die Bossa Nova der Punkmusik nicht einmal so entlegen, war diese doch zu ihren Ursprüngen Mitte des 20. Jahrhunderts noch die rebellische Musik der schwarzen Unterschicht im kolonialisierten Portugal. Wer also der grazilen Verwandlung der Postpunk-Ära frönen will, der darf sich auf diesen Anlass im X-tra in Zürich am 30. Oktober ganz besonders freuen. Mit den Reggae- und Calypso-Einflüssen verspricht die neue Platte „Bande à  parte“ (2006) sogar noch etwas neue Exotik. Wer die neue Scheibe also noch nicht hat, darf doppelt gespannt sein.