Kultur | 22.10.2007

Der Tod ist nicht das Ende

Text von Jessica Hefti | Bilder von Mundartisten
Mit tiefgründigen Texten und einer vielseitigen Instrumentierung ist der Soundtrack zum Film "Chrigu" nicht nur ein hörenswertes Album, sondern auch ein berührendes Zeugnis der Hip-Hop Truppe Mundartisten an für ihren verstorbenen Freund.
Sieben kreative Köpfe aus dem bernischen Langenthal: Die Mundartisten.
Bild: Mundartisten

Was macht man, wenn man das Ende voraussieht? Wenn der Tod näher rückt als die Zukunft? Christian Ziörjen hat Erinnerungen geschaffen, Erinnerungen die jetzt zwei Jahre nach seinem Tod auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich geworden sind. Denn Chrigu, wie ihn seine Freunde nennen, beschloss nach einem Rückfall einen Film zu drehen: „Chum mir mache e Film zäme, i stige de irgendeinisch us.“ Im November 2005 war es dann leider soweit: Chrigu starb mit 23 Jahren an Krebs.

Nachdenken über Vergänglichkeit
Zurückgelassen hat er neben unzähligen lebendigen Bildern auch viele Freunde. Darunter sind auch die Mundartisten, eine siebenköpfige Band aus Langenthal, die in der Vergangenheit besonders mit ihren starken Live-Auftritten, auf sich aufmerksam machte. Christian Ziörjen war fast immer dabei; als Kameramann auf der Tournee und als Freund in der gemeinsamen WG. Bis zu seinem Tod.
Über den haben die Mundartisten im Soundtrack zum Film „Chrigu“ ausführlich nachgedacht. Und so sind 20 Tracks zusammengekommen, Texte, die ins Innerste gehen, Beats die stimmige Bilder schaffen, Melodien die teilweise übergangslos die Stücke verbinden und ein Gesamtwerk schaffen, dass den Hörer auf eine Reise mitnimmt, welche die Mundartisten ihrem Freund gewidmet haben.

Tränen trocknen
Dank den tiefgründigen Texten wie in „Mir nä di mit“ oder „Chrigel häb düre“ muss der Zuhörer den Film nicht gesehen haben, um die Freundschaft zu spüren, die die Mundartisten mit Chrigu verbunden hat. Und auch die vielen instrumentalen Teile, wie sie im Soundtrack oft vorkommen, bleiben beim alleinigen Hören nicht in der Luft hängen. Viel eher lassen sich dann Tränen trocknen, die bei den Texten entstehen können und lassen Platz, sich selber mit der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Genau so, wie es die sieben kreativen Köpfe vom ersten Wellenrauschen, bis fast eine Stunde später mit dem letzten verstummten Klavierton getan haben. Und dazwischen begleiten einem unter anderem Trommel, Handorgel, Geige und ein sorgfältig gestaltetes Booklet, in dem sich die Erinnerung mit der Gegenwart kreuzt.

Info


Das Album "Chrigu" ist ab sofort im Handel oder online bei www.exlibris.ch erhältlich.

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