Kultur | 03.09.2007

Was die Zeichensprache hergab

Text von Sandro La Marca
Leftöver Crack standen, beziehungsweise torkelten am Montag, dem 27. August auf der Bühne des Sedel in Luzern und sorgten für lockere Stimmung. Das Konzert der New Yorker Combo sorgte für einige Überraschungen und war auch für nüchterne Ohren ein Schmaus
Die New Yorker Leftöver Crack sorgen für eine fröhliche Massenaufruhr im Sedel. Fotos: Sandro La Marca Publikumsnähe war schon immer einer der Vorteile des Luzerner Punk-Schuppens.

Am Anfang war wieder das altbekannte Problem mit der Technik. Die Band hörte sich selbst nicht, klagte verbittert auf englisch, spanisch und was ihre Zeichensprache noch so hergab, doch das Mischpult oder dessen Hüter wollte einfach nicht mehr hergeben. Was solls! Das Konzert der New Yorker Punkrockband Leftöver Crack im Sedel verwandelte den vergangenen Montag nichtsdestotrotz zu einem ziemlich gelungenen, wenn auch etwas torkelnden Wochenanfang.

Stimmung toll, trotz Alkohol

Die offensichtlich beschwipste Stimmung auf und vor der Bühne verhiess nichts Schlechtes, im Gegenteil. Nachdem die anglo-hispanische Kommunikation im Raum aufgrund der mangelnden Sprachkenntnisse sichtlich zu scheitern drohte, begann sich die Stimmung mit einem gemeinsamen „Happy Birthday!“ für den Bassisten Alec etwas aufzuheitern und besonders Sturgeon, der zu Beginn bloss am Mikrofon gestanden hatte und sich schliesslich die Gitarre umhängte, schien die Bühne nach der Zugabe einfach nicht mehr verlassen zu wollen. Dem Publikum gefiels und die von der Band beinahe zur Jamsession umdisponierte Show begann den Leuten im Saal unter anderem mit Weezer- und Pixies-Covers richtig einzuheizen.

Schwer einzuordnen
Normalerweise ist die Band, wenn auch nicht eindeutig einzuordnen, besonders für ihren Ska-Core bekannt. Doch vor Überraschungen, auch vor musikalischen, ist man bei dieser Band eben nie sicher. Bleibt zu hoffen, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird. Ihre Einflüsse waren jedoch schon in ihren ersten Tagen äusserst vielfältig und genau deswegen und wegen der sexuellen Ausrichtung der meisten Mitglieder wurden sie in der Vergangenheit oft diskriminiert. Sehr zum Bedauern der unvoreingenommenen Musikwelt, welche sich nicht nur von den intelligenten Texten dieser Band ein saftiges Stück abschneiden könnte.