Politik | 23.09.2007

Selektion vor der Session

Text von Janosch Szabo | Bilder von Janosch Szabo
Exakt 200 Plätze können die Organisatoren der Jugendsession jedes Jahr an Interessierte vergeben. Doch nach welchen Kriterien tun sie das? Und wie wird den Überzähligen die Nachricht der Absage überbracht? Geo Taglioni, Zivildienstleistender bei der SAJV, weiss Bescheid.
200 haben Platz auf den Sesseln im Nationalratssaal.
Bild: Janosch Szabo

Rund 350 Anmeldungen erreichten dieses Jahr das Sekretariat der Jugendsession. „Eine sehr hohe Zahl im Vergleich zu den letzten Jahren“, wie Geo Taglioni weiss. Der Rekord aber liege bei rund 500 Anmeldungen, aufgestellt in den 90er-Jahren. Die Zahlen der Jahre dazwischen liegen deutlich tiefer. Es ist die Zeit der regionalen Jugendsessionen, die mittlerweile aber wieder abgeschafft wurden.


Grosse Resonanz

Zum erneuten Anstieg der Teilnehmerzahlen habe, so Geo, die neue Form der Jugendsession sowie die letztjährige Jubiläumsausgabe in Laax beigetragen: „Sie hat ein grosses Echo hinterlassen.“ Ausserdem sei die Werbekampagne dieses Jahr professioneller gewesen, und das allgemeine Interesse an der Politik wegen der kommenden Wahlen hoch. Geo freut sich über die grosse Resonanz: „Je mehr Leute sich anmelden, desto mehr Gewicht und Glaubwürdigkeit verleiht das der Jugendsession. Wir können damit zeigen, wie stark wir in der Gesellschaft abgestützt sind.“


Das Kriterienmuster

Wie viele junge Politikinteressierte sich auch immer anmelden, 200 davon werden effektiv an die Eidgenössische Jugendsession eingeladen. Diese Auswahl wird aber nicht etwa per Los ermittelt – es liegt ihr eine mehrstufige Selektion zu Grunde. Diese nimmt die Projektleitung vor, Christoph Musy, Marjory Winkler und Geo Taglioni als momentaner Zivildienstleistender. Letzterer erklärt die Kriterien: „Zuerst einmal werden die im Vorjahr Abgelehnten berücksichtigt, dann teilen wir die Plätze entsprechend der Sitzzahl der Kantone im Parlament zu und schliesslich achten wir noch darauf, dass die Geschlechter gleichmässig vertreten sind, dass es Leute aus allen Altersgruppen hat und dass auch das Verhältnis von Studenten, Schülern und Lehrlingen ausgeglichen ist.“

Absage per Brief

Danach bleiben die Überzähligen, dieses Jahr rund 150 Jugendliche. Die Absage werde ihnen per Briefpost mitgeteilt, erklärt Geo. Sie beinhalte nebst einer Begründung auch Infotipps zu weiteren Möglichkeiten des politischen und gesellschaftlichen Engagements. „Wir verweisen zum Beispiel auf die kleinen Jugendsessionen, die ab diesem Winter jeweils vor den Sessionen des Nationalrats stattfinden – drei mal im Jahr.“ Zuletzt bleibt den Abgelehnten der Trost, im nächsten Jahr bevorzugt zu werden.  

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