Gesellschaft | 17.09.2007

Auf hunderttausend Arten

Text von Daniela Dambach | Bilder von Daniela Dambach
Sie glänzen und sorgen für Aufruhr: Die neuen Lack-Accessoires. Wer ihnen bereits verfallen ist, sei jedoch gewarnt: Zuviel Plastikstoff steht keiner Frau. Was sonst noch geht und was nicht, erläutert diese Modekolumne.
Gern gesehen, gern getragen: Mode mit Lacküberzug.
Bild: Daniela Dambach

Ursprünglich wurden Lacke verwendet, um Gegenstände zu schützen oder um einen angenehmen Farbeffekt zu erzielen. Letzteres ist bei der heutigen Lackmode nach wie vor der Fall. Aber in Lack gehüllte Fashionistas können sich wohl kaum vor neidischen und bewundernden Blicken schützen. Das altindische Wort „Laksa“, von dem das heutige Wort „Lack“ abgeleitet ist, bedeutet „hunderttausend“.

Ton in Ton

Hunderttausend Arten Lack modisch in Szene zu setzen gibt es schliesslich auch:

Pumps, Stiefel, Sandalen, Taschen, Gürtel sowie Jacken werden auf neue Art mit Lackeinsätzen, Lackverzierungen, Lacksäumen oder ganz und gar in Lack präsentiert. Am häufigsten und am liebsten zu sehen sind Lack-Accessoires wie Gürtel oder Taschen. Mit diesen Mode-Highlights kann jeder sein noch so biederes Outfit auf hip trimmen. Vorausgesetzt die Kombination ist geschickt gewählt! Einen positiven Effekt haben Lack-Teile, wenn diese Ton in Ton zur Kleidung abgestimmt sind. Zu bevorzugen sind satte, dezente Farben, vorzugsweise schwarz. Zu vermeiden sind Papageien- und Wellensittich-Knallfarben, ausser unsereins will aussehen wie ein vom Karneval in Rio inspirierter Techno-Freak.

Die verruchte Diva

Lack-Bekleidung muss im Mass getragen werden. Wer also übertreibt und für den abendlichen Partygang das Ganzkörper-Lackoutfit wählt, der wird schnell wirken, als wäre er auf dem Weg zum nächsten sadomasochistischen Kellerverlies. Fehlen tut nur noch die standesgerechte Peitsche. Das ist weit weg von dem, was den Lack-Trend wirklich ausmacht. Die Lackmode bietet eine Möglichkeit, seine femininen und (zweifellos vorhandenen) verruchten Seiten in harmonischer Weise modisch auszuleben. Die Kombination von edlen Lackschuhen mit passender Tasche, einer matten Lederjacke, Smokey Eyes und knallroten Lippen lässt die verruchte Diva in jeder Frau aufleben. An dieser Stelle soll es noch gesagt sein: Sorry, liebe Herren der Schöpfung, aber für euch sind die Lackaccessoires zum Anschauen, eventuell zum Anfassen, aber keinesfalls zum Anziehen geeignet.