Kultur | 03.09.2007

Alte Hasen, böse Buben

Text von Thomas Hirsbrunner | Bilder von www.chlyklass.ch
Für einen Höhepunkt am ersten Festivaltag des Pfadi Folk Festes waren die Rapper von Wurzel 5 besorgt. Die Berner sorgten in Solothurn mit viel Power und überzeugender Reimkunst für einen gelungenen Auftritt.
Auch wenn sie in Solothurn auf der Bühne stehen, bleibt Bern ihr Thema: Die MCs von Wurzel 5.
Bild: www.chlyklass.ch

„Solothurn siter parat?“ Lautes Getöse aus dem zahlreich erschienenen Publikum beantwortete diese Frage von Wurzel 5 auf eindrückliche Art und Weise. Mit dem anschliessenden Konzertbeginn sorgten die Berner Rapper dann gleich dafür, dass die Stimmung im mehrheitlich aus Pfadfindern bestehenden Publikum erhalten blieb. Sie zeigten sofort, dass sie am Pfadi Folk Fest in Solothurn nicht vergebens als Höhepunkt des ersten Festivaltages angekündigt wurden. Die fünf Rapper überzeugten mit harten Beats, süffigen Sounds und gewohnt hoher Reimkunst. Bei der Songauswahl für das Solothurner Festival war es auffallend, wie viele Lieder sie ab dem im vergangenen Jahr erschienenen Album „Teamgeist“ spielten. Natürlich kamen aber auch ihre Hits ab den früheren Platten nicht zu kurz.

Aus wenig viel gemacht
Auf Spezialeffekte oder eine imposante Lichtshow konnten sich die Mundartrapper von Wurzel 5 in Solothurn wahrlich nicht stützen. Trotzdem schafften es die Berner, dass ihr Auftritt über die gesamte Länge sehr unterhaltsam blieb. Mit witzigen Sprüchen und Spielchen mit dem Publikum bewiesen die „bösen Buben“ auch ihre Unterhaltungsfähigkeiten. Speziell bei den Solothurnern dürften sich Wurzel 5 einige Pluspunkte geholt haben. Sie rühmten nicht nur die Stadt und das Öufi Bier, sondern auch die Solothurner als Menschen und Publikum. Doch auch bei all dem Lob für Solothurn, natürlich haben die Rapper wie gewohnt eine Stadt noch mehr ins Zentrum rücken lassen; Bern wird fast in jedem Song zum Thema.

Zehnjähriges Jubiläum
Die drei Berner MCs Serej, Tiersch und Dienson warfen sich ihre komplexen Reime um die Ohren, Produzent Link beeindruckte neben seiner imposanten Postur vor allem mit unverkennbaren Beats. Sah man die Rapper auf der Bühne, wurde einem sofort klar, dass es nicht einer ihrer ersten Auftritte war. Die Show wirkte gefestigt und routiniert. Kein Wunder, die im Jahre 1997 gegründete Berner Crew feiert mittlerweile schon ihr zehnjähriges Jubiläum und gehört damit zu den älteren Hasen im Schweizer Rapbusiness.
Nach etwas mehr als einer Stunde setzte Wurzel 5 ihrem überzeugenden Auftritt ein abruptes Ende. Bei manchen Fans sorgte dies für einen faden Nebengeschmack. Laut Programm hätte der Auftritt noch eine Viertelstunde anhalten sollen.