Gesellschaft | 13.08.2007

Workshops, Mücken und Bier am Bodensee

Text von Lino Schaeren | Bilder von Felix Mayr
Das Bodenseecamp von einer ganz anderen Seite: Was passiert neben den Workshops; wohin verschwinden die Menschen wenn es dunkel wird und wie verstehen sich die Menschen aus verschiedenen Nationen?
Sogar Sofas bot das Zeltgelände.
Bild: Felix Mayr

„Junge Medienleute sind alles Freaks die den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringen.“ Wem ging dieser Gedanke nicht schon einmal durch den Kopf? Die jungen Menschen jedoch, die am Samstag dem 4. August in Markelfingen auf dem Zeltplatz ankamen, bewegten sich, wahrscheinlich zum Erstaunen der Meisten, nicht Richtung Zelte sondern zielstrebig Richtung Volley- und Fussballfeld, oder Richtung Strand. Interessiert und offen schienen sie auf unbekannte Personen zuzugehen und man musste sich die Frage stellen, ob man die Medienleute wohl falsch eingeschätzt hatte.

Anstossen, Schwatzen, Singen

„Autsch, diese Verdammten Mücken“ rief einer der ersten, die den Bodensee erreichten. Den ganzen Nachmittag lang trafen die Campteilnehmer am Bodensee ein, einige aus der Schweiz und Österreich, die Mehrheit aber aus Deutschland. Hier muss aber erwähnt sein, dass sich die Menschen aus verschiedenen Nationen von Beginn weg super verstanden. Die Stimmung schien teilweise etwas müde und erschöpft, meist aber munter, fröhlich und voller Tatendrang.

Richtiges Gelächter hörte man dann bei der Begrüssung nach dem Abendessen. Bei einem „Schuhsalat“ wurde versucht neue Bekanntschaften zu gewinnen.

Als sich die Dunkelheit über den Bodensee legte, wurde am Lagerfeuer mit kühlem Bier angestossen, geschwatzt und gesungen.

Der Tag danach

„Kratz, kratz, verflucht das brennt“, tönte es um halb neun aus einem Zelt.

Ein paar Minuten später fanden sich allmählich die Menschen zum Frühstück ein. Total verschlafen war die Stimmung und die meisten waren vom nächtlichen Kampf mit den Mücken gezeichnet. Vom erfrischenden Wasser des Bodensees, oder dem Dampf der warmen Duschen wurden die Geister belebt und die Vorfreude auf die Workshops geweckt. Still war es kurz nach zehn Uhr als sich alle zu den Workshopzelten begaben, denn der Morgen wurde für die Theorie genutzt.

Nach dem Mittagessen machte dann die Improvisationstheatergruppe lautstark auf sich aufmerksam, was auch die eifrigen Fotografen und Videoleute anlockte, die sich auf den Boden warfen oder sich reckten und streckten um die besten Bilder zu schiessen.

„Ah, ich dachte Feuer schreckt diese Biester ab?!“ war ein Ausruf, den man spät abends am Lagerfeuer hörte. Wie lange die Nacht dauerte, weiss niemand so genau und eigentlich wollte es auch niemand so genau wissen.

Zweite Halbzeit – und weiter geht’s

„In meinem Schlafsack haben die auf mich gewartet“, erzählte einer eifrig am Frühstückstisch. Die Ereignisse am Morgen waren ähnlich wie am Vortag. Einzig herauszuheben lohnt sich, dass die Campbetreuer besonders müde und übernächtigt aussahen. Das Gerücht ging um, dass sie wegen der vielen Mücken gezwungen waren die Nacht am Lagerfeuer zu verbringen.

In den Workshops wurde nun besonders eifrig gearbeitet, da die Zeitung zusammengestellt und das Layout geformt werden musste. Zwei eifrige Fotografen wurden dabei erwischt, wie sie eine Schüssel voller Kondome fotografierten, andere schossen Gruppenfotos und die Theatergruppe kreischte lauter denn je.

Am Abend schienen alle total am Boden und waren froh, sich für die Präsentation vor die Leinwand setzen zu können. Farbenfroh wurden Fotos, Layout, Kurzfilme und vieles mehr präsentiert.

„Ein Königreich für eine Spraydose mit Gift“ rief einer, als er durstig Richtung Festzelt rannte. An diesem Abend wurden selten Tänzer gesehen, dafür umso mehr Gruppen die es sich mit ihrer Bowle am See gemütlich machten.

Jeder Rausch nimmt ein Ende

Im Rausch der Medien geblendet, lies manch einer Raum und Zeit der Realität hinter sich als er ins Bodenseecamp einrückte. Umso ernüchternder war dann die Stimmung, als die Abreise näher rückte. Als dann allerdings der Regen einsetzte, wurde den meisten die Abreise erheblich erleichtert. Gut gelaunt traten die jungen Medienleute die Heimreise an, manch einer gezeichnet vom Campleben am Bodensee, sei dies mit guten oder vereinzelt schlechten Erinnerungen an das Hausen in Zelten.

„Autsch, Nicht einmal im Bus ist man von denen sicher, nächstes Jahr werde ich gerüstet sein“.

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