Kultur | 27.08.2007

Reise ins Traumland

Text von Rebecca Hügi
Ob Clowns, Komiker, Tiere oder Artisten, der Schweizer Nationalzirkus Knie hat alles zu bieten. Aber wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen aus? Tink.ch hat den Backstage-Bereich unter die Lupe genommen.
Von Nervosität keine Spur: Die Künstler auf dem Artisten-Bänkli des Zirkus Knie. Fotos: Rebecca Hügi Auch die Pferde warten geduldig und werden zum Aufwärmen von Géraldine Knie eingeritten. Sie erhalten vor dem grossen Auftritt sogar noch Leckerli: Die Elefanten.

Auch dieses Jahr entführt der Zirkus Knie Klein und Gross in eine andere Welt. Mit seinem neuen Programm „Fantastico“ bringt er Kinderaugen zum Leuchten und lenkt für zweieinhalb Stunden von den Alltagssorgen ab.

Der Schritt in eine andere Welt

Mit dem Betreten des Zirkusareals hat man bereits einen Schritt in eine andere Welt gemacht. In der Luft liegt der Geruch von frischem Popcorn und Sägemehl, Pferde wiehern und die altbekannte Zirkusorgel begleitet die Gäste musikalisch durch den Eingangsbereich. Gemütlich trinkt man am Zirkusbuffet noch etwas, bevor man das Zelt betritt. Kinder ziehen ihre Eltern ins Zirkuszelt und können den Beginn des Programms „Fantastico“ kaum noch abwarten. Es werden noch schnell die letzten Glaces gekauft und anschliessend die Plätze eingenommen.

Der unberechenbare Eingang

Jetzt ist es plötzlich fast leer rund herum ums rot-weisse Zirkuszelt. Das Publikum wartet nun gespannt auf die Show. Doch was passiert denn nun eigentlich hinter dem Zelt? Wie werden die einzelnen Nummern vorbereitet? Wie kommen die Elefanten ins Zirkuszelt und woher wissen die Artisten, wann sie auftreten müssen? Während unserem Aufenthalt in den für die Gäste unzugänglichen Bereichen haben wir versucht, auf diese Fragen eine Antwort zu bekommen.

Es ist ganz schön dunkel hinter dem Zirkuszelt und man muss aufpassen, um nicht über etwas zu stolpern. Direkt beim Artisten-Eingang gibt es einen Fernseher, auf dem man die gesamte Manege überblicken kann. Dies dient eigentlich allem dazu, dass die Artisten und Artistinnen wissen, wann sie auftreten müssen. Um dies jedoch zu sehen, ist ein solcher Fernseher schon lange nicht mehr nötig. Die Musik allein reicht aus, um anzugeben, wann wer die Manege zu betreten hat.

Zoggeli gegen den Dreck

Der Artisten-Eingang ist manchmal unberechenbar. Bei einigen Nummern geht es hektisch zu und her, weil viele Requisiten gebraucht werden oder man vieles umbauen muss. Auch bei Tiernummern oder grossen Gruppen wird es dort ziemlich eng und die Aufregung steigt. Bei der Compagnie, welche dieses Jahr die Ouverture des Zirkus Knie macht, konnte man eine lustige Entdeckung machen. Die Artistinnen dieser Nummer hatten alle „Holzzoggeli“-Schuhe, welche sie während ihrem Auftritt vor dem Zelt deponierten um danach wieder mit sauberen Füssen zu ihren Wohnwagen zu gelangen.

Stimmung hinter den Kulissen

Wer denkt, dass hinter den Kulissen des Zirkus überall grosse Nervosität herrscht, hat falsch gedacht. Artisten albern mit Clowns herum, man sitzt gemütlich zusammen auf dem Artisten-Bänkli und unterhält sich ein wenig über Gott und die Welt. Auch die Pferde nehmen es locker. Etwa zwei Nummern vor ihrem eigenen Auftritt werden sie vor den Zelteingang geführt und in einer Reihe aufgestellt. Ganz konzentriert sehen die Jungpferde aus. Fast so, als würden sie sich bereits auf ihre Show vorbereiten. Von den Pflegern werden die eleganten weissen Pferde dann zum Eingang der Manege geführt, wo sie dann anschliessend das Publikum verzaubern. Nach getaner Arbeit traben sie dann erschöpft zu ihren Pflegern und werden nach einer kleinen Belohnung wieder zurück in ihre Ställe geführt. Für die Hohe Schule mit Géraldine Katharina Knie und Rebecca Fratellini werden die Pferde zuerst eingeritten, so dass sie für ihre Darbietung schon ein wenig warm werden können.

Und wie kommen die Elefanten ins Zelt?

Nach der Pause ist es dann soweit. Die Elefanten sind an der Reihe. Ganz gemütlich folgen sie ihren Pflegern vor den Eingang. Damit die Tiere sich während der Wartezeit nicht langweilen, werden auf dem gesamten Boden Leckerli verteilt. So gönnen sich die Elefanten noch einen Schnell-Imbiss vor dem grossen Auftritt. Kaum sind die Elefanten in die Manege einmarschiert wird der Vorplatz des Zeltes saubergemacht.

Zurück in die Realität

Während die grauen Riesen im Zirkuszelt Gross und Klein zum Staunen bringen, geht für Tink.ch der Tag hinter den Kulissen des Zirkus Knie langsam vorüber. Ein Tag in einer anderen Welt. Verzaubert und noch immer mit dem Geruch von frischem Popcorn in der Nase betritt man nun wieder die reale Welt. Doch kein Grund zur Sorge, denn der Zirkus Knie kommt im nächsten Jahr wieder und bringt Jung und Alt zum Träumen.

Info:


Vom 23. August bis zum 13. September gastiert der Zirkus Knie im Plaine de Plainpalais in Genf.

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