Kultur | 20.08.2007

Powermusik aus dem Osten

Ein musikalisch abwechslungsreiches Programm und weiterhin schönes Wetter sorgte in Gampel am Freitag für ausgezeichnete Stimmung.
Fotos: Sandro La Marca

Der zweite Festivaltag bot den nunmehr zahlreicheren Besucher ein tolles und abwechslungsreiches Musikprogramm. Der von Vielen lang ersehnte Höhepunkt mit den wortgewandten Ärzten hielt den hohen Erwartungen ebenso stand, wie die Darbietung von Jan Delay and Disko No 1. Schade nur, dass dieser Act im Zelt auftreten musste. Dieses erwies sich nämlich als viel zu klein. So bekamen die vordersten Reihen weniger von der Show mit, als ihnen lieb war. Nichtsdestotrotz bot Jan mit seiner Band das erwartete Furioso.

Keine Verschnaufspausen

Mit Jimmy Eat World spielte danach eine Band, die den Punkrock in seiner ganzen Einfachheit herüberbringt. Mitreissend, schnell und wuchtig. Ein Fest für alle Freunde des Pogens. Während über einer Stunde gönnten die vier Amerikaner aus Arizona sich und ihrem Publikum kaum eine Verschnaufspause und rockten sowohl mit Songs von ihren älteren Alben, als auch mit Stücken von bisher aktuellsten CD „Futures“. Und Jimmy Eat World bleiben auch während ihrer Europatour nicht untätig. Im Oktober soll nach drei Jahren ihr neustes Werk „Chase This Light“ erscheinen.

Kleinere Acts behaupteten sich

Doch auch kleinere Namen vermochten am Freitag zu überzeugen. So überraschten die Schweizer-Newcomer My Name Is George aus Winterthur mit einem äusserst stilsicheren und musikalisch ansprechenden Auftritt. Das noch etwas träge wirkende Publikum tat der grossen Spielfreude der fünf Musiker, die vor einem Jahr zur Schweizer Nachwuchs-Band des Jahres gekürt wurden, aber keinen Abbruch. Nun folgten auf der Hauptbühne The Sounds. Einmal mehr eine grossartige Band aus Schweden. Die energiegeladene Frontfrau Maya Ivarsson und das Publikum spielten hervorragend zusammen.

Östlicher Hauch im Wallis

Für ein Erlebnis der besonderen Art sorgten zwei osteuropäische Geheimtipps. Am Nachmittag überraschten Gogol Bordello mit dem ukrainischen Energiebündel Eugene Hütz und einer heissen Polka-Show. Immer mehr Besucher strömten im Laufe dieses Konzert vor die Hauptbühne, um sich von der Multi-Kulti-Truppe mitreissen zu lassen. Ein kräftereibendes Konzert, das sich aber in jeglicher Hinsicht lohnte.

Rote Musik auf der Bockbühne

Bereits nach Mitternacht folgten Russkaja, mit ordentlich Vodka und heissen Ska-Songs im Gepäck. Die sieben leidenschaftlichen Musiker versprühten eine einmalige Atmosphäre zwischen westlichem Schalk und Liedern von Mütterchen Russland. Frontsänger Georgij verstand es dabei ausgezeichnet, einen guten Draht zu den Besuchern herzustellen und ihnen seine östlichen Ideologien näher zu bringen. Ob animierend, tanzend, Fahne schwänkend, Russkaja gehörten eindeutig zu einer Entdeckung des diesjährigen Festivals.

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