Kultur | 20.08.2007

Musikfest fand Fortsetzung

Ruhigere Bands erhielten am Samstag in Gampel den Vortritt. Das Musikniveau blieb weiterhin hochstehend, doch es vermochten nicht alle gleichermassen zu überzeugen.
Einer der vormacht, dass Schnauzbärte cool sein können: Jesse "The Devil" Hughes von den Eagles of Death Metal. Fotos: Musikbilder.ch Vermochte die Menge nicht wirklich mitzureissen: Fran Healy von den schottischen Travis.

Zehn Bands versuchten am Samstag, die Herzen des Publikums für sich zu gewinnen. Die einen – Stress, Eagles of Death Metal oder Sportfreunde Stiller – hatten sie schon von Anfang an auf sicher. Wie so oft lässt sich jedoch die Stimmung am Konzert nur bedingt mit dem Berühmtheitsgrad gleichsetzen. Hinten angefangen hiess das, dass Sorgente in der Zeltbühne die Körper gleichermassen zum Wippen brachte wie vor ihnen Travis, die doch etwas hinter den hohen Erwartungen ihres Namens zurückblieben. Die Schotten aus Glasgow brachten zwar Lieder mit hohem musikalischem Gehalt, jedoch fehlte es am nötigen Pepp, um über 20’000 Festivalgänger mitzureissen.

Sportfreunde gar nicht still

Die Sportfreunde hingegen wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Die Stimmung kochte, und des Öfteren gelang es den Bandmitgliedern nicht, die überbordenden Gesänge der Fans zu lenken. Es gab kurze Intermezzos in Schweizerdeutsch und über Fussball, das Publikum war nicht immer einer Meinung mit den drei Deutschen. Dafür gab es bei der Songauswahl keine Meinungsverschiedenheiten, die Sportfreunde servierten ein bunt gemischtes Programm aus älteren und neuen Songs. Einzig der grosse Fussball-Weltmeisterschafts-Hit „54, 74, 90, 2006“ fehlte in ihrem Repertoire, wohl aus Rücksichtsnahme auf die Schweizer Sportfans.

Publikumsnah und mitreissend

Nach dem Auftritt des beliebtesten Schweizer Rappers Stress, war die Rolle an den Eagles of Death Metal, die Massen zu unterhalten. Dies taten sie dann auch mit Bravour. Mit fetzigem Garagenrock liessen sie den in Gampel etwas verloren gegangenen Rock’n’Roll wieder aufleben. Die schräge Band mit ihrem noch schrägeren Sänger Jesse „The Devil“ Hughes sorgten zwischen den Stücken für einige Lacher. Beispielsweise als sie sich vor einem ruhigeren Song mittels Kamm wieder schick machten oder Jesse Hughes die erste Besucherreihe abtanzte und sich wahlweise von einigen Frauen küssen liess. Dass es bei Eagles of Death Metal auch Platz für Stoner Rock hat, beweisen sie mit ihrem neusten Album „Death By Sexy“, das bei den Besuchern ebenfalls grossen Anklang fand.

Schmusesänger und sanfte Rocker

Am Samstag gehörte die Bühne aber mehrheitlich ruhigeren Musikern wie Schmusesänger William White and The Emergency, den Rockern von The Passengers oder Lineli Concept. Zu dieser Gruppe konnte man natürlich auch den Hauptact Travis zählen. Einzig Sportfreunde Stiller, Stress und die Eagles Of Death Metal vermochten aus diesem Raster auszubrechen. Es schien fast, als müsse sich das Openair einen Tag nach dem geballten und wilden Programm von Freitagnacht erholen.

Links