Kultur | 26.08.2007

Mehr als nur eine Fortsetzung

Text von Stephan Weber
Eine hinreissende und zugleich - sofern man genau hinschaut - aufklärende Geschichte, über die Blindheit unserer Gesellschaft. Abgerundet mit einer beeindruckenden Crew von über 1000 Tieren.
Wandelt sich zum Schiffbauer: Steve Carell als Evan Baxter mit Morgan Freeman als Gott. Fotos: www.evanalmighty.com Dass Gott auf einmal auf dem Rücksitz auftaucht, ist für Evan Baxter eher Schreck als Freude.

Die Familie des ehemaligen Nachrichtensprechers Evan Baxter (Steve Carell) zieht in eine neue Umgebung voller reicher Leute und teuren Villen. Dieses Privileg, nur Dank Baxters Aufstieg zum Kongressabgeordneten, wird bald durch die Erscheinung von Gott (Morgan Freeman) getrübt. Als Noah soll Evan eine Arche bauen, um die Tiere, die Bewohner des Villenviertels sowie seine Familie vor der bevorstehenden Sinflut zu retten. Obwohl ihm seine Frau nach langer endlich Zeit glaubt, dass Gott ihm tatsächlich erschienen ist, hält ihn der Rest der Bevölkerung weiterhin für verrückt. Erst ab dem Zeitpunkt, an dem es im richtigen Leben bereits zu spät wäre, schenken sie ihm Glauben. So entsteht eine hinreissende Komödie, die versucht, zur Solidarität aufzurufen. Wo beim Vorgängerfilm „Bruce Allmächtig“ eher die Komik vorherrschte, wird hier unter anderem eine rührende Familiengeschichte erzählt, umwickelt mit einer emotionalen Botschaft.

Alter Titel, neues Glück

Wen man die Trailer sowie die Kurzbeschreibungen von „Evan Allmächtig“ anschaut, erwartet man wohl kaum einen erneunten Erfolgshit wie damals „Bruce Allmächtig“ einer war. Vielmehr stellt man sich auf eine simple Erweiterug von Bruce (Jim Carrey) ein, welcher nun bei „Evan Allmächtig“ nicht einmal auftaucht. Doch der Schein trügt. Mit dem allmächtigen Evan kommt eine Komödie voller Gefühle, Emotionen und einer geballten Ladung Special Effects auf die Leinwand. der ganz nebenbei noch eine wichtige Botschaft für unsere Gesellschaft mit sich bringt. So kann man also mit gutem Gewissen sagen: Auch wenn Evan Allmächtig laut dem Titel eine Fortsetzung von Bruce ist, wurde durch die anders gestaltete Handlung und die klug ausgetüftelte Geschichte vielmehr als nur ein zweiter Teil daraus.

Glänzende Besetzung

Mit seiner Nebenrolle als Nachrichtensprecher Baxter bei „Bruce Allmächtig“, war Steve Carell kaum aufgefallen. Daher überrachst er umso mehr mit seiner jetzigen Hauptrolle, in der er selbst eine Erleuchtung des Allmächtigen bekommt. Ebenfalls glänzend erscheint Lauren Graham (Bekannt aus Gilmore Girls) auf der Leinwand. Sowohl als Frau von Evan Baxter, wie auch als Frau von Noah erbringt die jungaussehende 40-jährige eine hervorragende Leistung. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die über 1000 verschiedenen Tierarten, die für diesen Film aufs Set gebracht wurden. Von der zierlichen Taube bis hin zum mächtigen Elefanten, haben alle ebenfalls ein grosses Lob verdient. Abschliessend kann man daher nur noch sagen, dass Regisseur Tom Shadyac mit „Evan Allmächtig“ einen mehr als würdigen Nachfolger für Bruce gefunden hat. Von der Starbesetzung über die Special Effects bis hin zur gut durchdachten Story, ist dieser Film wortwörtlich „tierisch gut“.