Kultur | 14.08.2007

Königliches Hiphop-Programm in der Arena

Text von Janosch Szabo
Einst rangen sie um Hiphop-Fans und grosse Acts, jetzt spannen sie zusammen: Die Organisatoren des Arenafestivals und die des Royal Openairs. Darum heisst das Hiphop Openair in Orpund bei Biel nun Royal Arena Festival. Klingende Namen stehen auf dem Programm, wenn am Wochenende in der Römerarena wieder die Beats krachen.
Lokale, nationale und internationale Acts: Am 17. und 18. August auf der Bühne des Royal Arena Festivals. Fotos: Janosch Szabo und Josias Brotbeck / Archiv Tink.ch Die Römerarena lädt zum gemütlichen Rumhocken ein. Auch DJ Mo-B steht wieder hinter den Plattentellern, wie hier am Royal Openair 2005. Das B-Boy-Battle verspricht hochkarätige Moves.

Den Auftakt macht am frühen Freitagabend wie gewohnt eine Crew aus der Region: Intackt, die Jungs aus Biel, die nimmermüde immer wieder für Stimmung sorgen, wo die Hiphop Kultur gefeiert wird. Es folgen nahtlos weitere Schweizer Acts. Nefew, Bensch & Manillio, die kurz vor dem Albumrelease stehen, Dezmond Dez & Tommy Vercetti – auch sie waren in den Vorjahren schon dabei – und DJ Ilarius. Er präsentiert sein Producer-Album «Connected«, das seit dem 3. August in den Läden steht.    


Von lokal bis international

Auf diesen ersten Höhepunkt folgt sogleich der nächste. Greis & Baze stürmen dann die Bretter. Die beiden Berner sind bekannt für hochstehende Live Gigs und witzige Interaktionen mit dem Publikum. Zugleich schliessen sie den Reigen der heimischen Gruppen, es folgen die internationalen Cracks. Ercandize aus Deutschland ist dabei, Lords of the Underground aus den USA, die Französische Rap Legende Kool Shen & Iv my people, sowie als abschliessender Headliner der Amerikaner Saigon. Der 28-jährige MC aus Brooklyn ist die grosse Zukunftshoffnung von New York. Sein Auftritt in Orpund wird seine erste Show in der Schweiz sein.

Die zweite Runde

Tags darauf, am Samstag, geht das wichtigste Hiphop-Kultur Festival der Schweiz, wie es die Organisatoren selbst nennen, in die zweite Runde. Auf dem Programm stehen klingende Namen: Die Beginner zum Beispiel, die das Royal Arena Festival mit einer Exklusiv-Show beehren. Denn die drei Jungs aus Hamburg um Frontmann Jan Delay haben in jüngster Vergangenheit vor allem ihre Soloprojekte gepflegt. Gemeinsamen Shows sind zur Seltenheit geworden.

Erstaunlich weit in Richtung Headliner vorgerückt ist auch einer aus der Region: DJ Mo-B. Auf der Mainstage performt er dieses Jahr zusammen mit Needleworkaz.

Für das grosse Finale sorgen schliesslich wieder Hiphop-Crews aus Übersee, Dilated Peoples vor Mitternacht und La Coka Nostra nach Mitternacht. Mit Letzteren ist den Organisatoren ein wahrhaftig fetter Fang gelungen, denn die Show des Kollektivs, bestehend aus Everlast, Danny Boy, DJ Lethal, Ill Bill, Slaine und Big Left, wird die einzige in Europa sein dieses Jahr.

Royal-Traditionen blühen wieder auf

Zur Hiphop Kultur gehört nebst dem MCing und DJing auch das B-Boying. In Orpund wird es mit dem Royal B-Boy Battle zelebriert. 16 internationale und nationale Crews battlen am Samstagnachmittag im Zwei-gegen-Zwei-Modus um den Einzug in die Finals, die dieses Jahr ins Abendprogramm integriert werden. Wie bereits am Royal Openair 2005 bilden Storm, Speedy und Crazy die international erfahrene Jury, welche die Moves und Darbietung bewertet.

Und gleich noch eine Tradition vom mittlerweile der Geschichte angehörenden Royal Openair hat den Sprung nach Orpund geschafft: Die Graffiti Galerie. 60 Meter lang soll das Gesamtkunstwerk werden, besprayt von 21 nationalen sowie internationalen Graffiti-Künstlern, Designern und Writern. Die einzelnen Kunstwerke werden nach dem Anlass verkauft.

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