Kultur | 18.08.2007

Immer wieder einmalig

Für den Höhenpunkt des Freitagprogramms am Gampel 07 waren die Punkrocker von Die Ärzte besorgt. Mit einem überzeugenden Auftritt heizten die Deutschen so richtig ein.
Bela B. an seiner Schaltzentrale, dem Schlagzeug. Fotos: Musikbilder.ch Farin schmettert die ironischen Ärzte-Kracher.

Nachdem Jimmy Eat World und Jan Delay im Verlauf des Abends bereits mächtig für Stimmung sorgten, stand mit den Ärzten kurz vor Mitternacht der Höhepunkt des Freitagprogramms an. Die drei Berliner Punkrocker betraten dann auch pünktlich die grosse Konzertbühne, die mit zwei riesigen gefesselten Gwendoline-Statuen für den Auftritt hergerichtet wurde. Mit „Hip Hip Hurra“ legten die Ärzte gleich mit einem ihrer grössten Hits los. Nachdem die im Jahre 1982 gegründete Band das Konzert mit zwei weiteren altbekannten Songs so richtig lanciert hatte, folgte die Begrüssung durch Sänger und Gitarristen Farin Urlaub, eingeleitet mit einem schweizerdeutschen „Grüezi mitenand“. Darauf folgte eine erste Anekdote auf Kosten der Österreicher, die im Verlauf des Konzertes jedoch noch des Öfteren den Kopf hinhalten mussten.  


Pfarrer- und Nonnentracht

Ein aufgestellter Farin Urlaub mit blond gefärbtem Haar, Rod die eher unauffällige aber musikalische Lebensversicherung und das am Schlagzeug stehende Feuerwerk Bela B. Die Ärzte traten auf, wie man sie kennt und liebt. Das Konzert war nicht nur ein musikalischer Genuss, sondern wurde mit den vielen humoristischen Einlagen zwischen den Liedern durch die Bandmitglieder auch zu einer parallel laufenden Spassshow. Das ständige Spiel mit dem Publikum ist auch für eingefleischte Ärzte-Fans immer wieder ein einmaliges und nimmer gleiches Erlebnis. Durch ihre Improvisationskunst wurde unter anderem auch die kleine Postfinance-Tribüne am Rande des Konzertgeländes mehrmals durch den „Schlamm gezogen“. Aber nicht nur mit den Mundwerken sorgten die Ärzte für Lacher im dicht gedrängten Publikum. Als Rodrigo Gonzalez seinen Hit „Dinge von Denen“ zum Besten gab, betraten Farin Urlaub und Bela B. unerwartet in Pfarrer- und Nonnentracht die Bühne.  

Kein Hit ausgelassen

Als sich der Auftritt der Ärzte nach eineinhalb Stunden dem Ende näherte, waren von „Westerland“ über „Arschloch“ bis hin zu „Wie Es Geht“ alle grossen Hits gespielt. Neue Songs ab dem voraussichtlich im kommenden Herbst erscheinenden Album „Es Wird Eng“ gab es allerdings noch nicht zu hören. Am Ende des Konzertes verbeugten sich die drei Punkrocker majestätisch vor dem Publikum, warfen alle Requisiten, die nicht niet- und nagelfest in der Bühne verankert waren, in die tobende Menge und verliessen unter grossem Applaus die Konzertbühne. „Die beste Band der Welt“, wie sich die Ärzte bescheiden selbst betiteln, wurde ihrem Namen ein weiteres Mal gerecht.

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