Gesellschaft | 13.08.2007

Humorvolles Chaos aus Österreich

Eine der Hauptattraktionen des Bodenseecamps 2007 waren zweifelsfrei die drei Chaos-Österreicher. Was es mit "Ron Tyler" und "Marx" so auf sich hat, kann auf den folgenden Zeilen in Erfahrung gebracht werden.
Unschwer zu erkennen: Ein grosses "M" für die beiden Wiener.
Bild: Sebastian Vogel Und ein "S" für "BSC 07". Christoph Bialdyga

„Wos hoitsdn du eigentlich vom Zähneputzn?“

„Zähneputzn nimmt natürlich beim Trinken Zeit weg, weilst wos andres im Mund host. Und a, es steht si ned dafür.“

„Do waratn ma schon wieder, wennst wos onders im Mund host, passt nix mehr eini. Und wie stehst du legalen Drogen gegenüber, i sog amoi Zigaretten, respektive Bier, jo oder a onderes.“

„Jo wos I gern nimm is a bissl Heroin und a gern a wenig Speed.

„Owa nur zum Frühstück.“

„Na, ned zum Frühstück, des ned, i nimm kane Drogen in da Frua. Do trink I mein Kaffee.“

Bei diesem Dialog wird jeder Journalist, ob alter Hase oder junger Hüpfer arbeitslos. Ohne zu zögern, plappern Mark Carnal und Max Horejs drauf los und stellen sich gegenseitig Fragen, anstatt der Interviewerin zuzuhören.

Marx vor der Linse !?

Los geht das Gespräch bei einem Fotoshooting am Bodensee mit zwei von den drei Chaos-Österreichern, wie sie liebevoll genannt werden. Flo Graßecker, der Dritte im Bunde, weigert sich von seinem Sessel im Workshop-Zelt aufzustehen. Deshalb posieren Max und Mark auf einer Insel im Bodensee und stellen ihre Namen pantomimisch dar. Statt jeden einzelnen Buchstaben zu berücksichtigen, vermischen sie das Ganze zu der Namenssymbiose „Marx.“ Ununterbrochen machen die beiden Witze und unterhalten damit das Boot voller Fotografen.

Mit Ron Tyler auf Sendung

Richtig kennen gelernt haben sich die drei beim BodenseeCamp 2006 und sind seitdem unzertrennlich. In Wien verbringen die Chaos-Österreicher viel Zeit miteinander und produzieren ihre eigene kleine Fernsehsendung namens „RonTyler“. Bisher hat das Team neun Folgen zu je 27 Minuten gedreht. Davon gab es bei der Filmnacht eine Kostprobe für die jungen Medienmacher. „RonTyler“ ist untypisch für österreichisches Fernsehen. Mark und Max verkleiden sich und laufen quer durch die Stadt und verwirren die Passanten. Zusätzlich gibt es angeregte und konfuse Gespräche zwischen den Moderatoren.

Mark sagt über die Beziehung zwischen den Dreien: „Jeder von uns erfüllt einen Teil in dieser Beziehung. Flo ist das Verbindungsglied zwischen Mark und mir. Mark ist der Extrovertierte, ich bin der Introvertierte, der Denker. Am Anfang war diese Dreierhochzeit schon ein Problem, aber inzwischen bekommen wir das gut hin.“

Ernsthaftes und kompetentes Engagement

Am BodenseeCamp leiten Max und Mark jeweils einen eigenen Workshop. Die Zweipersonen-Veranstaltung Webdesign läuft unter Max‘ Führung. „Ich bin froh, dass ich die einzige bin, so kann ich immer nach Hilfe schreien“, erzählt Lisa Begeré, die mit Max alleine den Schreibtisch teilt. Mark hingegen dirigiert die Arbeitsgemeinschaft Onlinejournalismus. Seine Teilnehmer sind so begeistert und wollen ihn gar nicht zum Interview gehen lassen.

Mit guter Laune zur Attraktion

Nicht nur bei den Workshopteilnehmern sind die Chaos-Österreicher bekannt. Durch ihre durchgeknallten Ideen steigt ihr Bekanntheitsgrad unter den Medienmachern ständig. Zum Beispiel haben die Jungs die Campbewohner mit ihrer Version von „The lion sleeps tonight“ am ersten Tag begeistert. Danach fielen sie am Lagerfeuer auf, wo sie mit ihren österreichischen Lieblingshits punkteten.

Wer glaubt, dass die Drei immer gut drauf sind, der irrt. Zwischen elf und zwölf Uhr morgens gibt es oft ein Stimmungstief. Obwohl Sebastian Vogel, Fotograf und Zeltmitbewohner behauptet: „Die sind schon nach dem Aufstehen gut gelaunt. Sobald der Wecker läutet, fällt denen was Lustiges ein.“ Sie können aus dem Stegreif ein Liedchen komponieren und ohne zu zögern aufführen. Der Beweis ist im Liederkasten. Für die Teilnehmer des BodenseeCamps 2008 bleibt zu hoffen, dass die Chaos-Österreicher wieder kommen und gute Laune verbreiten.