Sport | 20.08.2007

Feuer und Flamme für Beach Soccer

Text von Noah Thoma
Es war ein Tag, den die Beach Soccer-Schweiz so schnell nicht vergessen wird. Die Schweizer Nationalmannschaft durfte im Zürcher HB gegen den neunfachen Weltmeister Brasilien antreten.
Die Brasilianer hatten bereits nach 16 Sekunden Grund zum Jubeln. Fotos: Raphael Hünerfauth Der Schweizer Mo in einem Zweikampf mit Bruno. Der Brasilianer Benjamin mit der Rückennumer 10 wurde zum Mann des Spiels gewählt. Nach Spielsschluss ein Teamfoto mit dem Gegner. Ein Bild das die Kollegialität unter den beiden Mannschaften unterstreicht.

Der Himmel war leicht bedeckt, als sich eine Schar von über fünfzig Sportbegeisterten in den Bann des Sandfussballs ziehen liessen. Da die Fifa auch hinter dieser Form des Fussball stehen will, wurde auf dem schmucken Areal der Fussballorganisation ein Beachsoccerfeld erbaut. Die simple und unspekatuläre Einweihung des Platzes wurde in kleinem Rahmen vorgenommen. Bevor Fifa-Präsident Sepp Blatter den traditionenllen Kickoff vornahm, wurden die anwesenden Gäste in das Reglwerk dieser schnellen Sportart eingeführt. Die Vorfreude über das anstehende Barbeque und der kleinen Show-Act der Protagonisten führte zu einer aufgestellten und interessierten Atmosphäre, die Show konnte beginnen. Als die Spieler kurz vor Mittag mit dem Ball am Fuss den Sand betraten, blieb nur das Staunen. Der Ballzauber kam auch im zwölfminütigen Spiel in keinster Weise zu kurz, die Strandfussballer reihten Fallrückzieher an Fallrückzieher und überraschten mit technisch perfekten Finten. Auf Beach Soccer deluxe folgte der kulinarische Höhepunkt des Tages, man versammelte sich am Buffet zum Barbeque.


Ein Hauch Brasilien im Zürcher HB

Für die Musik im gut belebten Bahnhof von Zürich war bereits am Nachmittag gesorgt. Eine rund zwanzigköpfige von musikalischen Stimmungsmachern heizte den bereits anwesenden Gästen und den Sambatänzern so richtig ein, vier Stunden vor Matchbeginn war Zürich definitiv vom Beach Soccer-Fieber befallen. Während sich im Innern der Arena Firmenteams im Sand versuchten, wurde auf den Rängen fleissig Werbung gemacht. Auf jedem Sitz landete eine Packung Chips und ein Beach Soccer Magazin, wer hurmlief bekam Kaugummis in die Hand gedrückt. Während dem sich die Hobbykicker teilweise erbitterte Kämpfe lieferten, erklärte der Stadionmoderator emsig das Regelwerk rauf und runter. Kaum ein Spieler hatte ein offenes Ohr frei und die Schiedsrichter bekundeten grosse Mühe das Spielgeschehen in geordneten Bahnen zu halten. So plätscherte das fröhliche Treiben dahin, bis um 19:30 eine letzte Medienorientierung stattfand.

Bühne frei für die Sandakrobaten

Rund eine Stunde vor Spielbeginn hielten sich die Spieler imer noch plaudernd und lachend unter den Zuschauern auf, von Anspannung oder Nervosität keine Spur. Als der Schiedsrichter das Spiel endlich anpfiff, war die vorhin so beflügelnde Lockerheit der Schweizer Mannschaft wie weggeblasen. Ehe die Zuschauer das erste Mal in die Chipstüte greifen konnten stand es bereits 1:0 für die Brasilianer. Nach weiteren haarsträubenden Fehlern der Schweizer stand es schnell 0:3, die Euphorie schlug in eine erste Ernüchterung um. Es war Stephan Meier, der mit einem wuchtigen Freistoss den ersten Schweizer Treffer erziehlen konnte, der Jubel kannte schier keine Grenzen. Obwohl die Schweizer im späteren Verlauf der Partie auf 3:4 verkürzen konnten, liefen die Brasilianer nie Gefahr, die Kontrolle über das Spiel zu verlieren. Die Schweizer kämpften mit viel Herz und Leidenschaft um jeden Ball, die Zauberfüsse aus Südamerika fanden jedoch aus jeder Ecke einen Ausweg und führten die Schweizer phasenweise vor. Mit der Dauer des Spiels wurde auch das Resultat immer deutlicher, Brasilien sorgte noch vor der letzten Drittelspause für klare Verhähltnisse.


Demonstration atemberaubender Ballkunst

In den letzten zwölf Minuten der Partie wurde einmal mehr klar, welche Nation die briliantesten Fussballer stellt. Was die Brasilianer mit Ball und Gegner anstellten, war schlichtweg unglaublich. Spätestens nach Brunos spektakulärem Fallrückzieher-Tor, kannte die Begisterung keine Grenzen mehr. Als Benjamin mit gekonnten Lobs und Übersteigern gleich drei Gegner stehen liess und gekonnt einschob, vergass so mancher Raum und Zeit. Doch auch die Schweizer zauberten und Dejan Stankovic erziehlte mit einer wuchtigen Direktabnahme ein echtes Traumtor. Mit viel Herz fanden die Schweizer wieder ins Spiel und es war erfreulich zu sehen, dass Fussballzauber höchster Güte auch in weiss-roten Trickots möglich ist. Den Schweizern zuzusehen war ein Hochgenuss für jeden Fussballfan, die Brasilianer zu bestaunen ein echtes Privileg. So endete ein überaus spektakuläres und unterhaltsames Spiel mit einem verdienten 10:5 Sieg für Brasilien. Den Schweizern bleibt die Gewissheit, gar nicht so weit von der besten Mannschaft der Welt weg zu sein, wie im Vorfeld angenommen wurde und der Gewinn etlicher Sympathien.

Es bleibt zu hoffen, dass man in Zukunft vermehrt von dieser Sportart zu sehen und zu hören bekommt, denn sie hätte eindeutig mehr Beachtung verdient.