Politik | 21.08.2007

„Der Staat sollte ein Schiedsrichter sein“

Text von Ursina Kiss | Bilder von Ursina Kiss
Silvio Pasquale von der JSVP Solothurn findet, dass ausländische Eltern deren jugendliche Kinder straffällig werden, mit Geldbussen oder sogar Ausschaffung bestraft werden sollten.
Besucht zurzeit noch das Gymnasium: Der 18-jährige Silvio Pasquale.
Bild: Ursina Kiss

Wann hast du dein Interesse für Politik entdeckt?

Mit 14 Jahren begann ich mich für Politik zu interessieren. Mein acht Jahre älterer Bruder war schon damals in der JSVP tätig und es zeigte sich, dass wir dieselben Interessen und Ziele verfolgen. Doch um einer Partei beizutreten fand ich mich noch zu jung. Ich war 15 Jahre alt, als mich mein Bruder das erste Mal an eine Mitgliederversammlung der JSVP Solothurn mitnahm. Die Diskussionen und die Kollegialität gefielen mir und so trat ich im Jahre 2004 der JSVP bei.

Wie kamst du auf die Idee für den Nationalrat zu kandidieren?

Um meine politischen Ziele verwirklichen zu können, braucht es nicht nur mein Engagement in einer Partei, sondern auch meine Vertretung in Parlamenten, sei dies auf kommunaler, kantonaler oder Bundesebene. Deshalb wollte ich die erste Gelegenheit nach meinem 18. Geburtstag nutzen, damit ich schon früh Erfahrungen Sammeln kann.

Welches sind deine wichtigsten Anliegen?

Eines meiner Hauptthemen ist sicherlich die Integrationspolitik und alles was damit zusammenhängt, wie Jugendgewalt, Überfremdung. Dank meinen italienischen Wurzeln steht es mir frei, den Finger auf die Wunde der fehlgeschlagenen Integrationspolitik der letzten Jahre zu legen.

Ich wohne in einer Region die bekannt ist für die Jugendgewalt, welche zu einem grossen Teil von ausländischen Jugendlichen begangen wird. Mein Ziel ist, diese Region lebenswerter zu machen. Deshalb befürworte ich strengere Sanktionen gegen gewalttätige Jugendliche. Delinquenten sollten in Bootcamps geschickt werden, wo sie mit viel Drill wieder in die richtige Bahn gelenkt werden. Zudem müssen auch die Eltern mehr zur Verantwortung gezogen werden. Sie sollten mit Geldbussen bestraft werden, wenn ihr Kind grob straffällig wird. Bei ausländischen Jugendlichen, die grob straffällig werden, zum Beispiel bei Vergewaltigung, sollten mitsamt ihren Eltern des Landes verwiesen werden.

Doch soweit dürfte es eigentlich mit einer funktionierenden Integration erst gar nicht kommen. Ausländer sollten einen Willen zur Integration aufweisen, wenn sie eine Niederlassungsbewilligung erhalten möchten. So sollten dafür Integrationskurse besucht werden und diese abschliessend bestanden werden. Die Kosten dafür werden geteilt.

Schulisch schwache Jugendliche haben es schwer, eine Lehrstelle zu finden. Ist das ein Problem der Politik?

Der Staat sollte möglichst wenig in das Geschehen des Marktes eingreifen und bloss die Rolle eines „Schiedsrichters“ spielen. Deshalb bin ich dagegen, wenn Unternehmen gezwungen werden, Lehrstellen zu schaffen. Für kleinere Unternehmen kann dies fatale Folgen haben.

Eine akzeptable Methode ist, dass den Unternehmen Steuervergünstigungen angeboten werden, wenn sie Lehrstellen schaffen.

Ist es Aufgabe der Politik, die Umwelt zu schützen? Wenn ja, wie?

Es ist nicht nur Aufgabe der Politik. Jeder von uns sollte auf sein Gewissen gegenüber der Umwelt hören. Damit meine ich, jeder sollte auch Selbstinitiative übernehmen. Der Staat sollte sich da nicht zuviel einmischen, jedoch einen Ansporn geben, um die Umwelt zu schützen. Zum Beispiel sollten Steuervergünstigungen bei Neubauten mit Minergiestandards oder bei sparsamen Autos angeboten werden. Ausserdem bin ich gegen Gaskombikraftwerke, welche soviel CO2 pro Jahr in die Luft setzen wie eine Million Autos. Atomkraftwerke hingegen verschmutzen die Luft mit ihrem Dampf nicht.

Wie siehst du grundsätzlich deine Chancen, gewählt zu werden?

Mit meinen 18 Jahren werde ich leider von vielen Wählern nicht ernstgenommen. Mein Ziel ist deshalb nicht, unbedingt gewählt zu werden, sondernder Mutterpartei den zweiten Sitz zu sichern, da wir mit ihr eineListenverbindung eingegangen sind. Selbstverständlich wäre ich überglücklich, falls ich gewählt werden würde. Doch damit muss ich wohl noch warten. Denn im Kanton kennt mich noch fast keiner. Ich benötige also noch ein paar Wahlen, um meinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Erst dann ist es realistisch für mich, gewählt zu werden.

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