Gesellschaft | 13.08.2007

„Da bin i her, da kenn i mi aus, da mach ich mit“

Bernhard Braun alias Preny ist Projektkoordinator des Bodenseecamps. Was der "Mister Bodenseecamp" alles über sein Baby zu erzählen weiss, erfährt man hier.
Preny (Mitte) hat dieses Jahr das letzte Mal das Bodenseecamp organisiert. Nun will er sich auf seinen Job bei einer Wiener PR-Firma konzentrieren.
Bild: Raphael Hünerfauth

Preny- der Name ist am Bodenseecamp wohl in aller Munde. Von Teilnahmebestätigungsmails über sonstige Auskünfte und Hilfestellungen – der 27-Jährige, der in seinem blauen Orga-T-Shirt für alle ein offenes Ohr hat, ist einer der Hauptverantwortlichen für die Koordination des Mediencamps. Der gebürtige Vorarlberger studiert in Wien Publizistik und ist seit 2004 an der Organisation des BodenseeCamps beteiligt. Wie er dazu gekommen ist, welche Pläne er hat und was eigentlich der Sinn des Camps ist, das haben wir im Interview mit ihm – natürlich in entspannter Atmosphäre am Ufer des Bodensees- erfahren.

Preny, jetzt erzähl mal: Wie bist du eigentlich zum Job als Projektkoordinator des Bodenseecamps gekommen?

Marlis Ploner von der Jugendpresse Österreich hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, da mitzumachen. Ich habe sie durch die Arbeit bei einem Jugend-Onlinemagazin kennengelernt und sie war eben damals im ersten Organisationsteams des Mediencamps dabei. Im Herbst 2004 hatten wir dann unser erstes Vortreffen. Ich bin ja aus Bregenz und deshalb hab ich mir damals einfach gedacht: «Bodensee – da kenn i mi aus, da bin i her, da mach i mit.“ – ja, und seitdem bin ich dabei.

Und bist du selbst bei der Jugendpresse dabei?

Ja, ich bin selber immer noch dabei. Also, ich bin eigentlich erst übers Bodenseecamp wirklich zur Jugendpresse gekommen.

Was muss bei der Organisation von so einem Camp alles beachten? Speziell bei der Projektkoordination?

Bei der Koordination geht es darum, dass schlussendlich halt alles funktioniert. Dazu gehört auch, dass man die einzelnen Aufgabengebiete koordiniert und nachfragt, ob alle Sachen da sind. Denn es ist wichtig, dass alles früh genug erledigt wird. Wir haben mit der Planung für das heurige Bodenseecamp im Dezember letzten Jahres angefangen. Dort haben wir unser erstes Vortreffen gehabt und einmal das vergangene Camp noch mal besprochen und überlegt, was wir noch besser machen könnten. Außerdem haben wir die Aufgabengebiete verteilt. Im März oder April haben wir uns zum zweiten Mal getroffen. Je näher das Camp rückt, desto detaillierter wird das Ganze dann in den einzelnen Vortreffen.

Wir hätten eigentlich ein 3. Vortreffen machen wollen, aber das ist sich dann zeitlich nicht mehr ausgegangen weil keiner Zeit hatte. Deshalb haben wir das Ganze dann per Skype-Konferenz gmacht. Ich glaub, wir sind da zwei bis drei Stunden vor unseren Computern gesessen, um die letzten Sachen zu koordinieren. Es gibt einfach sehr viele Dinge, die man beachten muss. Zum Beispiel, dass das ausfinanziert ist – darum sollte man sich relativ früh kümmern, weil sonst bringt die ganze Planung nix. Außerdem muss man das ganze Material, das benötigt wird und die Workshopleiter organisieren. Und die Teilnehmerbetreuung ist natürlich auch wichtig: also, dass die Teilnehmer in Kontakt mit den Leuten vom Team stehen können und Fragen beantwortet bekommen und so weiter.

Und hast du vorher schon mal so etwas Ähnliches gemacht? Also, ein Projekt koordiniert?

Ja, organisiert hab ich schon öfters mal was, aber eher im privaten Bereich. Zum Beispiel Festl zu bestimmten Anlässen wie zum Beispiel Geburtstag oder Silvester. So etwas zu organisieren hat mir immer schon sehr viel Spaß gemacht auch wenn’s meistens sehr viel Arbeit ist mit aufräumen und dem ganzen drum und dran.

Was gefällt dir am Bodenseecamp besonders gut?

Also, da gibt es viele Dinge. Erstens einmal, dass alles so gut funktioniert, auch was die Planung und Koordination betrifft. Dann natürlich auch die sensationellen Arbeiten der Teilnehmer. Es ist jedes Jahr aufs neue erstaunlich, was die jungen Leute da in so kurzer Zeit auf die Beine stellen. Bei den Abschlusspräsentationen sind immer wieder neue super Ideen zu bestaunen. Es ist einfach cool, am Ende der vier Tage die vielen glücklichen Gesichter zu sehen und sagen zu können: Es ist es auf jeden Fall wert, so etwas wieder zu machen.

An der Arbeit beim BodenseeCamp macht es mir besonders Spaß, mit den Leuten im Team zusammenzuarbeiten. Dabei entstehen auch Freundschaften fürs Leben. Meine Freundin Anita hab ich zum Beispiel auch übers Team der Jugendpresse kennen gelernt.

Welche Pläne hast du für die Zukunft – sowohl auf deinen persönlichen Lebensweg als auch aufs Bodenseecamp bezogen?

Zukunftspläne? Ja dadurch, das ich jetzt schon nebenbei einen Job bei einer PR-Agentur in Wien hab, möchte ich nachdem ich mein Studium jetzt dann hoffentlich bald abgeschlossen habe, dort Fuß fassen. Die Arbeit dort macht mir wahnsinnig viel Spaß. Bezogen auf die Jugendpresse bin ich halt jetzt langsam doch in einem Alte, in dem ich mich dann zurück ziehen will/werde. Ich möchte einfach den jüngeren Leuten die Möglichkeit geben, die Fäden zu ziehen, denn das ganze ist ja ein Jugend-Medienprojekt. Aber ich werde nächstes Jahr sicher wieder am BodenseeCamp dabei sein, aber wahrscheinlich als Teilnehmer oder als Zaungast. Nein, konkret möchte ich da jetzt auch noch nix sagen, aber die Hauptorganisation wird ich ziemlich sicher in die Hände anderer abgeben.

Wie wird so ein Camp eigentlich finanziert?

Vom Verhältnis her kann ich das jetzt schwer sagen. Es gibt natürlich einen Teilnehmerbeitrag- der ist aber eher als Unkostenbeitrag zu sehen. Die gesamten Kosten fürs Bodenseecamp betragen ungefähr 18000 Euro. Das meiste ist aber durch Fördermittel gedeckt – beispielsweise von Stiftungen.

Was ist deiner Meinung nach der Sinn dieses Bodenseecamps?

Naja, das ganze hat verschiedene „Sinne“: Erstens, dass die Teilnehmer den Umgang mit den Medien lernen und sich über die Grenzen hinweg austauschen können. Also, dass man auch mal Leute aus den Nachbarländern kennen lernt und sich mit ihnen ein bisschen austauscht. Über die Diskussionsrunden sollen die Teilnehmer zusätzlichen Input bekommen und noch mehr diskutieren können. Außerdem wollen die Verbände durchs Camp neue aktive Mitglieder gewinnen. Und zu guter letzt darf natürlich auch der Spass am Bodenseecamp auf keinen Fall fehlen!

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