Gesellschaft | 09.08.2007

Blitzgewitter am Bodensee

Text von Noah Thoma
Diesen Sommer fand im deutschen Markelfingen das dritte Bodenseecamp statt. Das Camp wurde von Teilnehmern aus ganz Europa besucht, dabei konnten die rund 80 Medienbegeisterten ihre Kenntnisse auf den verschiedensten Fachgebieten verbessern.
Diesen atemberaubenden Nachthimmel fotografierte Philipp Breu. Felix Mayer knipste mitten in ein Fotoshooting. Hier wurde Felix von Raphael Hünerfauth beim Suchen erwischt.

Der Workshop mit dem Thema der digitalen Fotografie wurde von Tink-Fotograf Rafael Hünerfauth geleitet. Unter den Teilnehmenden fand man motivierte und engagierte Menschen mit den unterschiedlichsten Vorkenntnissen. Die Hobby- und Berufsfotografen waren beinahe 24 Stunden am Tag mit Fotografieren beschäftigt, der Aufwand hat sich angesichts der tollen Bilder aber auf jeden Fall gelohnt. Die Freude an der Fotografie war insbesondere unter den Teilnehmern dieses Workshops spür und sichtbar, keiner beklagte sich über die stickige und heisse Luft in den Zelten. Vor lauter Eifer wurde die Zeit schnell vergessen, die Ünpünktlichkeit der Fotografen am Mittagstisch wurde mit einem Lächeln zur Kenntniss genommen.  

Von der Theorie zur Praxis

Bevor sich die Knipsfreudigen in ihr Element stürzen konnten, fand am ersten Morgen ein Theorieblock statt. Im Schnelldurchlauf wurden verschiedene Kameramodelle disskutiert, Objektiv und Staitv wurden unter die Lupe genommen. Der Workshopleiter beschenkte die Teilnehmer mit vielen wertvollen Informationen über das Equipment und gab seine wertvollen Erfahrungen und Geheimnisse aus der Praxis Preis. Oft tauchten rechtliche Fragen auf wie: „Darf ich einen Menschen auf der Strasse fotografieren und das Bild veröffenlichen?“ oder man diskutierte das Porträtieren berühmter Persöhnlichkeiten im Rahmen einer Pressekonferenz. Stets kam es zu einem regen Erfahrungsaustausch, dem Laien blieb oft nur das interessierte Zuhören. Um auch dem unerfahreneren Teil der Fotografen den ersten Ritt in der Natur so einfach wie möglich gemacht zu werden, besprach man in einem kleineren Kreise die technischen Möglichkeiten der Kamera. Vom Anschalthebel bis zum Belichtungsrad erklärte der Workshopleiter geduldig und sehr kompetent alle Funktionen der Kamera. Nach dem ersten Rundgang über die Kamera tauchten noch ein paar letzte Fragen auf, bevor auch die Grünschnäbel unter den Teilnehmern ihre Erfahrungen sammeln durften.  

Die Jagt nach dem besten Sujet

Nach der Vorspeise folgt bekanntlich das Menu, die knipswilligen Jungfotografen konnten sich endlich austoben und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Mit Kamera und Stativ ausgerüstet verliessen das Workshopzelt und machten sich unter wolkenfreiem Himmel daran, möglichst schöne, scharfe und spezielle Bilder zu schiessen. Das Termometer kletterte immer höher, der ebenfalls sehr wohltemperierte Bodensee wurde zum Mekka der Fotografen. Die Ideen wurden immer ausgefallener, die Teilnehmer sprangen über die Schatten der Regeln hinweg und probierten aus, was sie nicht lassen konnten. Wem die Perspektive auf zwei Beinen zu unspektakulär war, legte oder kniete sich auf den Boden, kletterte auf Bäume oder fuhr mit einem Ruderboot auf den spiegelglatten See hinaus. So entstanden hunderte von Bildern, unter denen es viele echte Schmankerl zu entdecken gab.

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