Kultur | 06.08.2007

Auf zur kulturellen Entdeckungsreise

Text von Janosch Szabo
Bereits zum vierten Mal wird die Berner Altstadt zum Zentrum der Strassenkünste. Buskers aus aller Welt ziehen drei Tage durch die Gassen, von Platz zu Platz. 250 Shows werden geboten von 30 Gruppen aus den Sparten Musik, Artistik, Theater, Comedy und Puppentheater. Ein Abend reicht da kaum, um alles zu sehen.
Das Buskers Bern lädt zum Tanze auf dem Kopfsteinplaster der Altstadtgassen. Logo: Buskers Bern Am Strassenmusikfestival begegnen sich Künstler und Publikum auf gleicher Höhe. Fotos: Janosch Szabo / Archiv Tink.ch The Von Trolley Quartet: Die schrägen Vögel aus Australien sind bereits zum zweiten Mal mit dabei. Für solche Fälle gilt das Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung...

Fette Bühnen gibt’s hier nicht und auch keine dröhnenden Boxen. Denn am Buskers Bern ist vieles anders als an den grossen Openairs des Schweizer Festivalsommers. Die Künstlerinnen und Künstler sind keine Stars, von denen es Poster und Fan-T-Shirts gibt. Die Gage wird ihnen nicht in Tausendern rübergeschoben, sondern ist das Geld, das in ihre Hüte und Geigenkästen purzelt. Und sie stehen mit dem Publikum auf dem gleichen Pflaster, auf gleicher Höhe. So nah erlebt man sonst nirgends Musiker, Artisten und Puppenspieler.

Ein Blick ins Programm verrät, dass wieder viele Überraschungen auf die Festivalbesucherinnen und –besucher warten. Kaum etwas, das es da nicht gibt – nie Gesehenes, Verrücktes, Exotisches, Abgefahrenes. Sogar ein Schrankspektakel ist angekündigt. Was auch immer das sein mag, die Zürcher Theater-Gruppe heisst sinnigerweise Beschränkt. Wild hingegen dürfte es bei der Puppen-Punk-Show von The Pish Dolls aus England zu und her gehen. Und Fakir Thomas Blackthorne schluckt Schwerter, Feuer und andere gefährliche Dinge.    

Auch was die Stilrichtungen der Musikgruppen betrifft, ist die Bandbreite gross.  „Hildergard lernt fliegen“ spielen Polka-Jazzpunk, während Knackeboul den Hiphop inszenieren und Die Grine Kuzine ihren Mix aus Folk und Acoustic Surf zum Besten geben. Mark Gillespie ist als Singer Songwriter dabei, das Taiwan Ensemble spielt traditionelle chinesische Melodien, Jaïpur Maharaja sind eine indische Brassband, und ins Blech blasen auch Kein Vorspiel aus dem nördlichen Nachbarland. Nicht zu vergessen The Baghdaddies aus England und das australische The Von Trolley Quartet: Rückkehrer, die am Buskers Bern schon in den Vorjahren begeistert haben.

Doch das Festival bietet noch Einiges mehr: Ein vielfältiges Jugendprogramm auf zwei Bühnen in der Postgasse, eine Talentbühne nach dem Motto „anyone can be a busker“ auf dem Kornhausplatz, einen kreativen Markt namens Bizaar und ein Kinderprogramm auf der Münsterplattform, und auf dem Waisenhausplatz machen Jugendliche Live-Fernsehen – BuskersTV. Wem das alles noch nicht reicht, dem sei das Buskershaus empfohlen, wo jeweils ab Mitternacht im ersten Stock des Kornhausforums die grosse Buskers Party steigt mit Livebands, Disco und Jam-Sessions bis in die frühen Morgenstunden.

Das soll reichen fürs Erste. Ein kleiner Überblick ist gegeben, jetzt folgen die Entdeckungsreisen durch die Altstadtgassen Berns, am Donnerstag, Freitag und Samstag, 9. bis 11. August, jeweils von 18 Uhr bis Mitternacht, von Platz zu Platz, wo sich das Publikum im Kreis um die Künstler schart. Unterstützend wirkt bei diesen Rundgängen sicherlich das Programmheft. Man kriegt es vor Ort zusammen mit dem Festivalbändeli für zehn Franken oder an verschiedenen Vorverkaufsstellen in Bern.  

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