Kultur | 01.07.2007

„Wir sind keine Hooligans“

The Twang ist die wohl angesagteste Band, die man in England finden kann. Trotzdem werden The Twang das Gerücht, sie seien Hooligans, nicht los. Tink.ch wagte sich Backstage für ein Gespräch mit Phil Etheridge und Matty Clinton und wurde überrascht.
Phil und Matty sind alles Andere als Hooligans.
Bild: Tatjana Rüegsegger Frontman Phil Etheridge rockte mit seinem Gesangspartner Martin Saunders die Sternenühne. Emma Svensson Man sah Martin die Freude am Auftreten an. Emma Svensson

Tink: Für jene die nicht wissen, wer The Twang ist: Wer seid ihr und woher kommt ihr?

Phil: Wir sind eine Band aus Birmingham, die schon seit drei Jahren besteht. Wir schreiben jedoch schon seit etwa sieben Jahren zusammen unsere Musik. Den ersten Plattenvertrag ergatterten wir im Dezember 2006. Und jetzt sind wir hier in der Schweiz!

 

Ihr seid aus Birmingham, ein Ort in England, wo in letzter Zeit viele neue Bands entstehen. Denkt ihr, Birmingham könnte zum nächsten Leeds oder Liverpool werden?

Phil: Ich weiss nicht was ich dazu sagen soll. Wenn du gute Musik machst, machst du gute Musik, Punkt. Es kommt nicht darauf an woher du kommst.

 

Das NME pushte euch ziemlich am Anfang.

Phil: Pushte?

(Matty, der Drummer, gesellt sich zu uns hinzu)

Matty: Das ist das falsche Wort, würde ich sagen.

Phil: Das stimmt. Helfen wäre besser. Es ist schön wenn du gute Sachen über dich selbst lesen kannst. Wir wussten, dass wir eine gute Band waren. Und es immer noch sind. Das ist keine Arroganz, sondern wir wussten einfach, dass es irgendwo einen Platz für uns gab. Und das NME entdeckte es am schnellsten. Sie haben nette Sachen über uns geschrieben. Aber „If you havent got the tunes“, (Wenn du die Melodien nicht hast, Anm. d. Red. ) kannst du es eh vergessen.

 

Es gibt Leute die sagen, ihr habt Beziehungen zu Hooligans. Was ist an dem Gerücht dran?

Phil: Wir haben lange Zeit damit verbracht, dieses Image zu beseitigen. Die Presse macht aus dir, was sie will. Aber sieh mich an, sehe ich aus als ob ich ein Hooligan wäre? Ich mag Fussball, aber ich prügle mich nicht, habe es nie gemacht und werde es auch nie im Leben tun. Du kannst nicht wütend werden auf die Leute, die sagen, du seiest gewalttätig. Das macht keinen Sinn. Wenn du Künstler triffst, und du ein ehrlicher Journalist bist, dann schreibst du keine Lügen. Wenn die Presse also immer die Wahrheit schreiben würde, würdest du nie lesen, dass ich Prügeleien cool finde und es mag, an Samstagen nach einem Fussballspiel Leute zusammenzuschlagen. Nie! Wir sind eine Band! Früher probten wir jeden Abend und hatten gar keine Zeit für anderes. Ich schreibe Musik und Texte. Da bleibt keine Zeit, mir mit anderen die Birne einzuschlagen. (überlegt…) Weisst du, es gibt schon Leute in meinem Umfeld, die aber nicht in der Band sind, die Dinge gemacht haben, die sie nicht hätten tun sollen. Ich schreibe meine Lieder darüber. Es sind harte Dinge, jedoch nicht meine eigenen Erfahrungen! Das sind einfach Sachen die mich auf irgendeine Weise berühren. Ich schreibe ja auch Liebeslieder und „fuck-you-Songs“ (lacht)

 

Was steckt hinter dem Namen „The Twang“ (=dt. „Das Zupfen“)?

Phil: Unser Gitarrist, der übrigens Europe- und Slayer-Fan war (Matt lacht), trug immer solche (er zögert) „Männerunterhosen“ (zeichnet dabei ein Dreieck in die Luft)und wir zupften ständig daran. Alle nannten uns „The Twang“.

 

Ok…

Phil: Ja, ich weiss. Es ist eine komische Geschichte. Aber sie stimmt, ich schwörs!

 

Was ist wichtiger für euch: Live spielen oder das Aufnehmen eines Albums?

Matty: Live spielen, definitiv!

Phil: Das Proben! Dort entstehen die Texte und die Musik. Dort kommt alles zusammen. Es ist die Zeit wo du dich auf Beides vorbereitest. Es ist die Zeit in der du mit dem Rücken zur Wand stehst und nur die eine Wahl hast, und zwar die zu schreiben. Oder wenn du Nachts nicht schlafen kannst und dann einfach schreibst. Am nächsten Morgen hast du einen neuen Song.

Matty: Das ist echt cool

 

Wann kam euer Album eigentlich heraus?

Phil: Vor etwa einem Monat. Hast du die Platte schon gehört?

 

Nein, leider noch nicht. Ich habe aber das Lied «Either Way« gehört. Echt toll!

Phil: Danke!

 

Dafür habt ihr mit „The Streets“ zusammengearbeitet, nicht? Ich finde seine Texte genial!

Phil: Oh ja, The Streets. Ein Genie! Du solltest dir aber noch den Rest anhören.

 

Ja, ich werde mir nachher eine Kopie kaufen. Was haltet ihr von der Presse?

Phil: Es ist OK. Ich meine ich habe nichts gegen die Presse. Es ist ein Kompromiss den du eingehen musst, wenn du Musik machen willst und auch davon Leben willst. Also kurz gesagt, ich werde hier sicher nichts Schlechtes über die Presse sagen. Es nervt einfach, wenn du etwas liest, dass du gar nie gesagt hast. Die haben dich betrogen und dann fragst du dich welchen Journalisten du noch trauen kannst. Egal was Journalisten sagen, uns findet man am Ende in unseren Texten wieder.

 

Ja.

Phil: Das war gerade „fucking deep“!

(Martin kommt herein)

 

Ja, fucking deep indeed!

Martin: Wie schrecklich! (Dreht sich zu mir) Hallo wie geht es dir? Ich bin Martin.

 

Hallo! Schön dich kennenzulernen.

Martin: Was geht ab? Wo stehen wir?

 

Eigentlich genau bei der letzten Frage angelangt. Im NME stand vor ein paar Wochen was von einer „Twang“-Sprache…

Phil: Du liest das NME oft, nicht?

 

Ich muss mich ja schliesslich auf dem Laufenden halten.

Phil: Kein Vorwurf. Ist ein gutes Magazin. Genial! Machst du vieles mit britischen Bands?

 

Ja ich hatte kürzlich ein Interview mit den Dirty Pretty Things.

Phil: Hattest du dieses Shirt an während dem Interview? (Habe ein Libertines T-Shirt an) Das wäre ein bisschen traurig gewesen…

 

Ah, nein. Sicher nicht. Das wäre wirklich ein bisschen traurig gewesen. Aber zurück zu der „Twang“-Sprache. Wodurch entstand die?

Phil: Wir waren schon immer befreundet und gingen immer zusammen weg oder so. Nach einiger Zeit entwickelt sich so eine Art Insidersprache unter Freunden, du benutzt einfach deine eigenen Worte. Ich meine, ich war damals mit meiner Freundin eingezogen undsah Martin mehr als sie! Wir waren verliebt (zeigt auf Martin) einfach ohne das Ganze Herumgemache.

Martin: Wir wussten es würde schwirig werden.

Phil: Ja, darum entschied ich mich dann doch für Matty, und ging mit ihm einen Schritt weiter (lacht).

Matty: Wir küssen viel.

Martin: Ja, wir schauen uns eigentlich nur in die Augen.

(Nächster Journalist kommt herein)

Martin: So, wie wird der Artikel ausfallen? Sind wir so schlimm?

 

(lacht) Ich weiss noch nicht so recht. Ich muss mir das noch genauer anschauen.

Phil: Hoffentlich, weisst du jetzt wie wir wirklich sind. Solange du es weisst sind wir glücklich. Ich will dann keinen Titel sehen wie: „The Twang-Hooligans sind cool!“ (lacht)

 

 

Wettberwerb:


 

Tink.ch verlost das signierte Album der Band. Einfach eine Mail an : tatjana.rueegsegger@bluewin.ch schicken und hoffen, dass es klappt.

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