Kultur | 02.07.2007

Live sind sie unschlagbar

Mute Math, ein junges Rock-Quartett aus New Orleans, spielte am 28. Juni zum ersten Mal in der Schweiz. Nach ihrem Konzert im Zürcher Abart kann man sagen: Hoffentlich nicht zum letzten Mal.
Hier wird gestampft und gebrettert, was das Zeug hält: Mute Math bei ihrem Konzert im Abart. Fotos: Sabrina Tschachtli Paul Meany gibt seinem Keyboard den Rest.

Zürich. Das Abart öffnet seine Türen und langsam füllt sich der kleine grossartige Club mit hungrigen Augen und Ohren. Die Stimmung unter dem Publikum ist – und blieb auch – friedlich und die Vorfreude auf das Konzert von Mute Math lag in der Luft. Die Vorband Monorev klang ein wenig wie das (noch) nicht ausgereifte Kind von Mute Math. Und das ist keine Beleidigung; im Gegenteil.

Viele Ohren lauschten ihren ruhigen Klängen. Ihren elektronisch angehauchten Pop-Rock brachten sie solide über die Bühne, sie beherrschten ihre Instrumente und die Freude, als Support für Mute Math spielen zu können, war ihnen anzusehen. Doch da geht noch mehr. Und wenn sie diesen Weg weitergehen wird auch noch mehr kommen.

Ohrwurmfaktorhit

Monorev überzeugten zwar das Publikum, doch einige blieben trotzdem am Barhocker kleben. Richtig von Hocker reissen konnte dann Mute Math.

Schon beim Intro wurde man von einer kräftigen Soundwelle überflutet und begann darin zu versinken. Als sie dann als zweiten Song ihren Ohrwurmfaktorhit „Typical“ zum Besten gaben, hatten sie das Schweizer Publikum, welches zum ersten Mal in den Genuss eines Konzerts dieser Band kam, schon für sich gewonnen. Wer denkt damit hätten Mute Math ihre Trumpfkarte zu früh aus dem Ärmel gezogen, der irrt.

Es folgten akrobatische Einlagen von Sänger Paul Meany, der über und auf sein Instrument sprang, bei dem er sonst gekonnt in die Tasten haut. Kurz darauf haut Schlagzeuger Darren King, dessen exakte Spielwiese an Perfektion grenzt, auch noch samt Sticks darauf rum. Alles auf der Bühne wird genutzt, um einen neuen Sound zu erzeugen. An Knöpfen gedreht, mit Paukenstäben Gitarren gespielt, Perkussionseinlagen auf Stuhlständern, bis der Schlagzeuger auf dem Keyboard steht und an die Decke haut. Trotz aller Verrücktheit wirkte das Verhalten der Jungs auf der Bühne nicht gesucht. Mute Math drehen tatsächlich ein bisschen durch, und haben dabei auch noch Spass. Umso wichtiger ist es, dass man sie live erlebt, anstatt sich nur ihre CD anzuhören.

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