Kultur | 16.07.2007

Jugendprojekt am Pod’Ring 2007

Zum dreissigsten Mal fand der Pod'Ring heuer statt, zum ersten Mal gab es in der Obergasse eine zweite Bühne und eine weitere Bar. Diese Erweiterungen wurden fast ausschliesslich von Jugendlichen realisiert, betreut sowie auf- und abgebaut. Junge Bands bekamen die Möglichkeit aufzutreten.
Marylane begeisterten auf der Jugendplattform: Im Nebel entschwebend Sängerin Larissa Bretscher. Fotos: Janosch Szabo Ein bunt gemischtes Publikum erfreute sich am Programm in der Obergasse. Spass muss sein: Am Pod'Ring trifft man Freunde, auch solche die man schon lange nicht mehr gesehen hat. Eine Band ohne Gitarre: Marylane aus Zürich spielten am Samstagnachmittag.

Die Idee, Jugendliche vermehrt in den Pod’Ring zu integrieren, kam während der Kulturwoche im Sommer 2006 auf, wo eine von Jugendlichen organisierte und durchgeführte Jamsession gute Eindrücke und Erinnerungen hinterliess. Schliesslich wurde im Laufe des letzten Winters der Beschluss gefasst, den Pod’Ring mit einem Jugendprojekt in der Obergasse zu erweitern. Damit alles nach Plan klappte, wurden die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen, die von Technik bis hin zur Kommunikation reichten, durch Workshops in die Aufgaben eingeführt beziehungsweise weitergebildet.

Zeitlose Ambiance in der Altstadt

Die Rückmeldungen zum Jugendprojekt fielen sehr positiv aus. Befragte befanden es als ausserordentlich gute Idee, als Bereicherung und als Projekt, das zum Pod’Ring passen würde. Geschätzt wurde im Besonderen auch die Ambiance in der Bieler Altstadt, das abwechslungsreiche Programm und die Vertretung verschiedener Altersklassen. Dazu meinte der 18-jährige Jérémie Jolo aus Biel, dass es für „Jung und Alt“ verschiedene Möglichkeiten der Unterhaltung gebe und dass deshalb das Fest einen zeitlosen Charakter habe. Miriam Möri, 19, aus Frieswil gefielen besonders die diesjährigen Pod’Ring T-Shirts mit dem rosaroten Schriftzug. Und Daniel Gerber, 17, aus Sutz fiel auf, dass man am Pod’Ring immer wieder Bekannte trifft, die man schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen hat. Von den jungen Verkäuferinnen und Verkäufer der Badges hörte man, dass sie sich jedes Jahr auf den Pod’Ring freuen würden, weil sie während des Festes länger wach bleiben dürften.  

Wie Könige behandelt

Auch den befragten Künstlern, die zum ersten Mal am Pod’Ring spielten, gefiel es. Die Band Marylane zum Beispiel, deren Name sich laut einem Gerücht aus Mary Poppins und Penny Lane zusammensetzt, kam aus dem Kanton Zürich nach Biel und fühlte sich dort sehr wohl. Die Bandmitglieder erzählten, sie seien während ihres Aufenthalts am Pod’Ring durch die Mitarbeitenden des Jugendprojekts wie Könige behandelt worden und selten hätten sie ein Konzert mit einer so guten Tonqualität spielen können.

Marylane: Band ohne Gitarre

In der heutigen Formation spielen Marylane ohne Gitarre. Nach dem bereits der zweite Gitarrist die Band verlassen und danach ein Stilwechsel stattgefunden habe, definiere sich ihre Musik nun eben genau durch das Fehlen der Gitarre, erklärten die jungen Musikerinnen und Musiker. Auf die Frage welchen Musikstil sie spielen, konnten sie keine genaue Antwort geben. Sie werden jedoch meistens dem Trip Hop zugeordnet. Die Sängerin, die während des Konzertes einen Eindruck hinterliess, als ob sie sich in einer anderen Welt befinden würde, gab zu, dass sie schon „nicht ganz da“ gewesen sei. Sie verglich den Prozess während des Singens mit dem Erzählen einer Geschichte. In der Kombination mit der Konzentration auf die Musik entschwebe sie sozusagen während ihrer Auftritte. Die Band erhielt durch ein Austauschprojekt, organisiert durch den Bandwettbewerb Band-it, die Möglichkeit am Pod’Ring auf der zweiten Bühne in der Obergasse zu spielen.

Trio Euter setzt den Schlusspunkt

Die Pod’Ring-Woche endete am Sonntag, den 15. Juli, um die Mittagszeit mit einem Konzert des Trio Euter. Dessen Musik besteht aus Texten schweizerischer Volkslieder und Melodien berühmter Rocksongs. Sie empfinden diese Mischung sozusagen als Rettung der Volkslieder in die heutige Zeit. Das Trio, bestehend aus einem Gitarristen, einem Kontrabassisten und einem Schlagzeuger, spielt seit 2000 in der heutigen Formation. Vorher waren sie zu zweit und nannten sich Duo Rinderwahn. Als der Schlagzeuger hinzukam, musste aber der Name geändert werden. Der Vorschlag Trio Euter sei von einem Freund gekommen, sagte ein Bandmitglied.

Auch beim Trio Euter hinterliess der Pod’Ring einen guten Eindruck. Es würde keine Berührungsängste geben an diesem Fest, meinte ein Bandmitglied. Weiter schätzte die Gruppe die Kinderfreundlichkeit sowie die gute Organisation und Betreuung am Pod’Ring.