Kultur | 01.07.2007

„Ich war ein Musik-Flittchen“

Die belgischen Newcomer Goose werden oft und gerne mit den Klaxons verglichen - zu Unrecht, wie sie finden. Schliesslich ist belgische auch nicht gleich englische Schokolade, oder? Tink.ch sprach mit Bert, Dave, Tom und Mick über angesagte belgische Bands.
Dave singt auf der Bühne munter mit dem Beat. Fotos: Emma Svensson Und los gehts! F: Emma Svensson

Welche Art von Musik habt ihr gehört als ihr jünger wart?

Bert: Hm, ich fand lange nicht eine klare Linie. Ich war sozusagen ein Musik-Flittchen: ein Jahr gab es die 70-er-Rock-Periode, darauf eine Blues Periode, dann irgendeine andere. Jetzt mag ich einfach alles (lacht).

Dave: Unsere Band nimmt ihre Einflüsse von überall her.

 

Welche Bands magt ihr nicht? Welche sind eurer Meinung nach überschätzt?

Mick: Patik (Anm. d. Red. Belgische Band)

Tom: Eigentlich alle holländischen Bands (alle lachen).

 

Ist diese Rivalität zwischen den Flamen und Holländern ein Mythos oder habt ihr tatsächlich eine abgrundtiefe Abneigung gegenaneinander?

Dave: Das ist ganz klar ein Hirngespinst.

 

Und die Franzosen mögt ihr auch?

Tom: Aber klar doch!

Bert: Wir mögen alle! Solange es nicht irgendwelche persönliche Probleme untereinander gib wenn ein Flame oder eine Flämin auf einen französischsprechenden Belgier trifft, unterhalten wir uns völlig gelassen und freundlich. Die Politik ist wie immer der Brennpunkt. Alle zwischenmenschlichen Probleme der Flamen und Wallonen sind ein Ergebnis von politischen Streitereien.

Mick: Aber beide Bevölkerungsgruppen sind nett. Wir haben alle lieb!

 

Auf welche belgische Acts sollte man, neben euch, sonst noch ein Auge werfen?

Dave: Soulwax, Too many DJs, Das Pop…

Johnny Hallyday…

Dave: Vive la fete, Axelle Red…

Jetzt sind wir aber eher beim alten Eisen angelangt.

Mick: Stimmt. Aber das Ding ist, dass es in Belgien nicht wirklich eine grosse Musik-Szene gib, das heisst es existiert nicht wie in England eine Nu Rave – Szene oder ähnliches.

 

Brüssel ist aber sicherlich der Ort, der in Sachen Musik und Partys am meisten zu bieten hat.

Bert: Ganz sicher. Wir wohnen aber nicht in der Hauptstadt, sondern in einem Dorf nahe Brüssel, wo wir aufgewachsen sind.

 

Uns so habt ihr euch auch kennengelernt?

Bert: Ich und Mick kennen uns seit wir drei sind. Wir haben also schon in den Kinderschulen zusammen Musik gemacht. Mit etwa acht Jahren trafen wir Dave, welcher auch so in Musik vernarrt war wie wir und deswegen sofort mit von der Partie war. Schliesslich lernten wir Tom auf der Highschool kennen, und die Truppe war komplett. Goose als ernst zu nehmende Band gibt es nun seit acht Jahren. Insofern haben wir uns schon ziemlich gut kennen gelernt (lacht).

 

Zu Guter Letzt: Wen würdet ihr als eure Idole bezeichnen?

Mick: Das ist ein klarer Fall: Berts Idol ist Tom und Toms Idol ist Dave. (alle applaudieren)

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