Kultur | 30.07.2007

„Das Interesse ist gross“

Das milde Sommerwochenende bescherte dem Waldrock Openair in Röthenbach während zweier Nächte eine volle Grube. Der Non-Profit-Anlass erzielte dabei neue Rekorde.
Gute Stimmung in der Grube bei Röthenbach. Fotos: Julian Perrenoud Das Waldrock Openair überzeugte mit qualitativ guter Musik. Acrid bewies ihre Live-Tauglichkeit als Heavy-Metal-Band.

Sechs Bands an zwei Tagen – das ist seit 13 Jahren das Erfolgsrezept des Waldrock Openairs. Nachdem es im vergangenen Jahr in der Nacht auf Samstag wie aus Kübeln goss, hatte Petrus diesmal ein Einsehen, bescherte den Organisatoren zwei milde Sommernächte und somit auch viele Musikfreunde, die sich in der Grube einfanden und sich auf den Festbänken beim gemütlichen Beisammensein verköstigten. Das musikalische Programm liess wenig Wünsche offen. Die Organisatoren versuchten einen Mix aus Rock-Stücken, Coversongs und Mundartliedern zu gestalten. Angenähert an die schwedischen Hammerfall, liessen es Acrid kräftig rocken. Die Viermann-Band zeigte dem noch etwas zaghaft vor der Bühne erscheinenden Publikum eine Auswahl ihrer Heavy-Metal-Songs. Die bereits etwas gestandenen Rocker überzeugten weniger mit einer aufwändigen Bühnenpräsenz, als viel mehr mit qualitativ guter Musik. Als es für den wildesten Tänzer beim letzten Stück gar noch eine Gratis-CD geben sollte, war die Stimmung endgültig entfacht und die Besucher drängten sich mehr und mehr an den Bühnenrand.

«Musik, die in die Grube passt«

Der gesamte Aufbau des Openairs nahm eine ganze Woche in Anspruch. Umso mehr freute sich Sacha Lanz über das Ergebnis. «Wir haben die Bühne in diesem Jahr etwas anders gestellt. Nun kommt der Sound viel besser herüber und es gibt mehr Platz auf dem Gelände«, erklärte der Medienverantwortliche. Die Einnahmen des gemeinnützigen Openairs gehen an das Kinderhilfswerk «Schmetterlinge« in Langenthal. «Uns ist es ein Anliegen, dass der Betrag an eine regionale Institution geht und wirklich für Kinder eingesetzt wird.« Am Waldrock Openair spielen die Bands gagenfrei. Trotzdem, oder gerade wegen der guten Sache, melden sich jährlich bis zu 100 Acts. «Das Interesse ist gross. Wichtig ist für uns aber auch, dass die Musik in die Grube passt und wir sie bereits Live gesehen haben, damit wir wissen, was uns erwartet«, sagte Lanz. Eine dieser Bands waren Cover Connection, die mit bekannten Songs wie «Where are we runnin‘ von Lenny Kravitz oder «How you remind me« von Nickelback für Unterhaltung sorgten. Der Power Blues Rock von Chickenhouse erfreute vor allem die älteren Jahrgänge auf den Sitzplätzen, während es die Jüngeren mehr an die Bar zog. Etwas für jedes Alter war der Waldrockbrunch am Samstagmorgen, der mit Kurzauftritten von verschiedenen Musikern für eine Überraschung sorgte.

Gute Stimmung trotz Krawallmachern

Das Gratis-Openair kam auch bei den Besuchern positiv herüber. «Die Stimmung im Wald unter dem freien Himmel ist sehr schön«, meinte etwa der 24-jährige Simon Hänsli aus Bützberg. Auch der gleichaltrigen Briska Grunder aus Niederönz gefiel die spezielle Stimmung im Wald. «Ich kenne das Openair aus meiner Schulzeit und war damals schon hier.« Nach Rockmusik von der vierköpfigen Band Juraya und dem American-Blues von the crossover blues band mit ihrer energiegeladenen Leadsängerin Evelyne Péquignot waren DC/AC für den Schlusspunkt besorgt. Die zweite Cover-Band orientierte sich ganz nach den australischen AC/DC. Die Kirchberger – bei denen sie nur der Name von ihren Vorbildern trennte – liessen nochmals die Gitarren dröhnen. Das Waldrock übertraf nicht nur musikalisch alle Erwartungen, sondern soll laut Sacha Lanz den höchsten Umsatz aller Zeiten erzielt haben. Als einziger Wermutstropfen bei den vielen Besuchern in der vollen Grube bleibt die Schlägerei einiger Krawallmachern auf dem Parkplatz, sowie der anschliessende Einsatz von Polizei und Krankenwagen.

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