Gemütlicher Abschluss

Am Sonntag startete die junge Band Neckless aus der Ostschweiz die musikalische Unterhaltung. Sie brachten mit ihren Songs die Zuschauer im Zelt zum Schwitzen und der letzte Festivalstag war somit eröffnet. Um 17 Uhr machten es sich dann die Zuschauer auf den Strohballen vor der Hauptbühne gemütlich als Heidi Happy mit  „ignore me“ ihr Konzert einstimmte. Mit ihrem Singer-Songwriter Stil und Stimme liess sie das Publikum in ihre Welt eintauchen und bot ihm ein gemütliches Programm.

Das Duo Satz & Pfeffer folgte danach im Zelt mit einer einzigartigen Literaturperformance – einer Städte-Rallye. Sie erzählten Kurzgeschichten, die nur aus deutschen, schweizerischen oder österreichischen Städtenamen bestanden. Das Spektrum war gross: von Krimis über Märchen bis zu Liebesgeschichten. Sogar eine politische Diskussion wurde zwischen Rechtenbach und Linkenheim geboten. Gutes Zuhören war gefragt, da diese spezielle Sprache am Anfang nicht einfach zu verstehen war. Die Wortakrobatik war beeindruckend und der Unterhaltungswert deshalb definitiv top.

Als die „Beizenband“ Wildi Gass in der Bar die Zuhörer mit traditionellen und zeitgenössischen Stücken unterhielt, begann es zeitweise zu regnen. Man konnte erahnen, dass das die Wiese nicht mehr lange trocken bleiben würde. Electric Bazar vermochten jedoch die Stimmung trotz Regen einzuheizen und es wurde wild getanzt. Als vorletzte Band traten noch Octopus auf, welche den Zuschauern improvisierte Musik und dazu die visualisierte Version auf der Leinwand boten. Sehr experimentell!

Wahrer Fetisch

Bevor wir Burkina Faso verlassen können, müssen wir mal wieder auf die Suche nach Visa gehen. So verbringen wir einige Tage in der Hitze der Hauptstadt Ouagadougou, immer auf der Suche nach einem guten Schattenplatz, denn es wird teilweise über 45° C heiss. Danach geht es über die Grenze nach Benin. Wir werden, wie meistens, von einer völlig anderen Landschaft willkommen geheissen. Von der trockenen oder dürren Umgebung kommen wir in eine grüne, oftmals bewaldete Hügellandschaft.
 
In der ehemaligen Hauptstadt des Fon-Königreiches Dahomey (Abomey) werden wir in die Tiefen der Fetische eingeweiht. In einem kleinen Dorf werden wir vom Chef de Village eingeladen an einer Fetischzermonie teilzunehmen. Das wollen wir natürlich nicht versäumen. Dabei wird beim Orakel nachgefragt, ob die Wünsche, welche wir uns in unseren Gedanken vorgestellt haben, in Erfüllung gehen. Damit unsere Chancen dazu besser stehen, das Schlechte von uns weicht und das Gute zu uns kommt, wird ein Huhn für uns geopfert.
Abomey selbst ist ganz dem Fetisch- und Vodookult gewidmet. So findet man auf dem lokalen Markt alles was man dazu benötigt: getrocknete Schlangen, Fledermäuse und Vögel, diverse Köpfe von Ziegen und Schafen usw.
 
Weil die Hitze immer noch hoch ist, beschliessen wir weiter in den Süden an die Atlantikküste zu fahren, in der Hoffnung, dass das Meer etwas Abkühlung bringt. Leider ist die Strömung im Meer sehr stark, so dass wir den Swimmingpool vom Campingplatz vorziehen – was für ein Luxus!
 
Schon geht es weiter nach Togo. Weil die West-Ost-Distanz nicht sehr gross ist, sind wir schon bald nahe der Hauptstadt Lomé, wo wir auf einem Campingplatz, der seit über 25 Jahren von einer Schweizerin geführt wird, Rast machen. Eine gute Strasse führt der Küste entlang nach Ghana. Damit wir jedoch noch etwas mehr von Togo zu sehen bekommen, wählen wir eine Nebenstrasse, die durch eine bezaubernde, tropische Waldlandschaft mit vielen Hügeln führt. Der Grenzposten wird wahrscheinlich nicht allzu oft von Touristen überquert, so nimmt sich der Grenzbeamte auch genügend Zeit mit uns etwas zu plaudern.
 
Ghana ist für uns das letzte Land in Westafrika. Wir haben uns vor einiger Zeit entschlossen, wenn irgendwie möglich, den Bus von Ghana aus nach Südafrika zu verschiffen, da wir schon einige Male etwas knapp mit der Bodenfreiheit waren und in der Regenzeit die Durchquerung insbesondere von Kongo und Umgebung für unseren 2WD nicht geeignet ist.
 
In Ghana ändert nicht nur die Sprache von Französisch auf Englisch, sondern auch die Währung von Franc CFA zum Cedi. Da man durch die Inflation oftmals grosse Taschen Geld mitschleppen muss, wurde zum 1. Juli 2007 der neue Ghana Cedi eingeführt, welcher einige Nullen streicht – von dem werden wir jedoch nicht mehr tangiert.
 
In Kukurantumi dürfen wir bei der SVD Community für einige Tage eine tolle Zeit verbringen. Wieder mal in einem richtigen Bett schlafen, lokales Essen wie Fufu oder Banku geniessen und einige schöne Ausflüge machen. Das ist ein Leben!
 
In der St. Paul Technical School machen die Automechanikschüler gleich den grossen Service an unserem Bus. Das ist bestimmt eine gute Praxisübung, denn es gibt einiges zu tun.
 
Einzige Stromquelle in Ghana ist der Volta-Stausee. Doch seit März dieses Jahres reicht der Wasserstand im Stausee nicht mehr aus um genügend Strom zu produzieren. Als Folge davon wird Gebietsweise jeden dritten Abend der Strom abgestellt. Wir geniessen dann jeweils das Nachtessen und den Abend bei Kerzenlicht.
 
Bei einem zweitägigen Ausflug nach Kumasi lernen wir den afrikanischen Busfahrplan kennen. Hier fahren die Busse erst vom Busbahnhof weg, wenn sie voll sind. Wir haben das Pech, dass wir zu dritt in einem 19 Plätzer sitzen. Aber nach zwei Stunden warten kann die Fahrt dann doch losgehen. Man sollte also nicht in Eile sein beim Reisen!
 
Die Leute von der SVD Community helfen uns auch, unseren Bus nach Durban (Südafrika) zu verschiffen. Eine sehr lange Geschichte die hier nur kurz erwähnt werden kann.
 
Wie verschifft man also einen Bus von Ghana nach Südafrika? Ist doch ganz einfach: Man nehme einen Container, packe den Bus hinein, das Ganze auf ein Schiff und dann los nach Südafrika. Nun, in Wirklichkeit ist es nicht ganz so einfach. Unter anderem gibt es da eine ganze Menge an Papierkram zu erledigen und ohne Agent, der die Sache in die Hand nimmt, ist man als Verfrachtungsneuling ziemlich chancenlos. Nach drei Tagen harter Arbeit schaffen wir es dann doch, unseren Bus in einem Container zu verstauen und diesen auf ein Schiff zu laden. Auf jeden Fall haben wir dabei viel gelernt.
 
Fast genau in der Mitte unserer Reisezeit verlassen wir Westafrika und fliegen über Nacht nach Südafrika. Hier kriegen wir fast einen Kulturschock. Wir sind zurück in der Zivilisation!
 
In Durban machen wir einen grösseren Aufenthalt. Wir müssen warten bis unser Bus ankommt, doch der Termin wird immer weiter nach hinten verschoben. So entschliessen wir uns, einen Ausflug ins Königreich Lesotho zu machen. Lesotho liegt inmitten von Südafrika und wird als Dach Afrikas bezeichnet. Es ist ein Paradies für Bergfreunde. Hier ist es arschkalt, es hat Schnee und wir sind froh, dass wir zuvor noch warme Kleider gekauft haben. Wir unternehmen verschiedene Wanderungen und einen dreitägigen Ponytrekk der uns hoch in die Berge führt.
 
Zurück in Durban geht das Warten auf unser Büssli weiter. Aber das Warten lohnt sich: Genau einen Monat nachdem wir den Bus in den Container steckten, können wir ihn heute Nachmittag am Hafen abholen gehen! Jetzt kann also die Erkundung des südlichen Afrikas richtig losgehen. Wir hoffen auf zahlreiche Tiere in den bekannten Nationalparks wie Krüger, Chobe und Etosha und natürlich auf unvergessliche Wanderungen und Safaris.

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Abwechslungsreich und elektrisierend

Man nehme eine Handvoll Gipsysound, rühre grobgemahlenen Rock `n` Roll aus dem 50er Jahren dazu und glasiere das ganze mit fünf Tassen bluesigem Surftrash. Etwas Kräutermischung aus der Provence dazu und mit ein bis zwei Flaschen Rotwein abschmecken. Fertig ist der ungewöhnliche Sound, welchen Electric Bazar ihrem Publikum an den Kopf werfen. Dieses scheint nach einer solchen musikalischen Breitseite wie verzaubert. Selbst das Waldstock Küchenpersonal bewaffnet mit Kochlöffeln und Pfannendeckeln mischte sich unter die Zuschauer und gaben sich dem Tanzrausch hin. Noch bunter wurde es als die Band das Waldstock in die Steinzeit zurückversetzte. Dies äusserte sich dann durch animalische Schreie und andere prähistorische Gebärden im Publikum und bei den Musikern. Der Geiger stieg sogar von der Bühne um auf Schimpansenart mit den Leuten in den ersten Reihen zu kommunizieren. Das ist Entertainment!

Electric Bazar verbreiten eine musikalische Atmosphäre, welche gut jeden Schwarz-Weiss-Horrorfilm einfärben würde. So passte auch das Wetter nicht schlecht. Es brauten sich schwarzgraue Wolken über der Bühne zusammen. Aber der langsam einsetzende Regen tat dem Tanzspass keinen Abbruch.

Verschiedene Tempi von melancholisch langsam bis zum fast Stillstand wechselten sich mit rasender Überschallgeschwindigkeit ab. Die Menge war am Kochen und hätte gerne noch lange weitergebrodelt bis sie dann irgendwann verdampft wäre. Leider musste der Zeitplan des Waldstockprogramms so genau eingehalten werden, dass es für eine Zugabe mehr reichte. Dies war auch schon der einzige Minuspunkt. Ansonsten verstanden es die sympathischen Franzosen dem noch verbliebenen Waldstockpublikum noch einmal gehörig einzuheizen. Hut ab, Strom an, Rotwein rein und ab geht’s auf den elektronischen Bazar.

Rock auf Zuger Art

Nach ca. fünf Minuten Spielzeit dürfte wohl auch dem letzten Waldstockbesucher klar geworden sein, wer die zur Zeit stärkste Rockband im Kanton Zug ist. Rock mit Dreck und Eiern wurde der Menge geboten, welche dies auch zu schätzen wusste. Nachdem dann auch die letzten nervigen Strohballen vor der Bühne weggeräumt waren, stand dem Pogospass nichts mehr im Weg. Es wurde Headgebangt und Crowdgesuft. Was will man mehr. Selbst harte Bikertypen in Lederhosen sah man, wie sie sich in eckstatischer Weise zur Musik um sich selbst drehten. Jung und alt freute sich über eine geniale Rockshow.

Der Sänger schrie sich die Lungen aus dem Leib, sämtliche Gitarristen rannten völlig aus dem Häuschen von einem Ende der Bühne zum anderen und der Schlagzeuger verarbeitete seine Drumsticks zu Kleinholz. Und alles passierte in perfekter Harmonie. Langsame und schnelle Songs waren gleichermassen energiegeladen. Zugegeben, in der ersten Reihe hätte ich ein wenig Angst gehabt, einen Mikrofonständer oder Monitor an den Kopf zu bekommen, aber solche Sachen gehören auch irgendwie zu Rockkonzerten von diesem Kaliber dazu.

Klug waren jene, welche sich das neue Album „Tremor“ direkt am Waldstock zum supergünstigen Aktionspreis besorgt haben. Es lohnt sich aber auch den normalen Preis zu zahlen. Wer möchte sich diese geballte Ladung Rock schon entgehen lassen? Aber genug der Lobeshymnen. Wake kann man nicht beschreiben, Wake muss man erleben!

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„Mir sind Gschnätzlets und wenn er nid ufpassed sinders nacher au!“

Die Kurzgeschichten, welche Cerutti auf urkomische Art und Weise und mit viel Leidenschaft vortrug, handeln vom Alltag stink normaler Schweizer Bürger und ihren Problemen. Man könnte schon fast „Füdlibürger“ sagen, so „bünzlig“ sind die Akteure der amüsanten Geschichten gestaltet. Die Mischung aus Schweizerdeutsch und Hochdeutsch mit einem starken Mundart Einschlag, welche Cerutti gekonnt einsetzt, machen die Gedichte noch witziger als sie ohnehin schon sind.

Nach jeder Kurzgeschichte folgte eine Musikeinlage von Count Vlad. Das Programm wurde durch seine bluesig bis rockige Spielweise aufgelockert. Mit Songs wie „Eat The Rich“ oder „All You Need Is Love“ war für jeden etwas dabei. Nach letzterem gab Vlad zu, dass es immer schon sein Traum gewesen sei, diesen Song an einem „Hippie Festival“ zu spielen.

„Aber es isch schwirig, i mim Traum hät ich no en drüü Meter lange Joint im Muul gha! Aber mer chömed dere Sach scho nöcher.“

Wie dem auch sei, die beiden ergänzten sich perfekt. Eine Show, die wunderbar zu einer Bratwurst mit Senf und einem kühlen Bier an einem warmen Sommerabend passt. Wer die Gelegenheit hat sich „Gschnätzlets“ in nächster Zeit anzuschauen, sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen! Der nächste Termin wäre am 02.08.07 in Aarau. Mehr Infos dazu unter dem unten aufgeführten Link.

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Das Publikum ist sich einig…

Wie gefällt dir das Waldstock bis jetzt?

Die Stimmung ist super und ich amüsiere mich! Es ist jedes Jahr mega friedlich und gemütlich. Mir gefällt das man hier ein bunt gemischtes Programm hat
mit Filmen, Konzerten und mit den verschiedenen Bars.

Was beeindruckt dich am meisten?

Das ganze was hier auf die Beine gestellt wurde, der riesige Aufwand. Und das alles nur für drei Tage.

Welcher Act hat euch am besten Gefallen an diesem Wochenende?

Pastor Leumund mit Micromops, Heidi Happy war auch nicht schlecht.

Was gefällt euch an der Dekoration am besten?

Die Regenschirme sind ganz toll und natürlich die Tim und Struppi Rakete.

Was hat euch motiviert ans Openair zu kommen?

Die ganze Aufmachung und Gestaltung sprachen uns an und wir finden es toll dass hier etwas „lässiges“ auf die Beine gestellt wird. Der Aufwand ist riesig! Ausserdem kennen wir noch Leute die auch hier sind. Und Thomas hat geholfen aufzustellen mit seinem Traktor.

Werdet ihr beim nächsten Waldstock im 2008 dabei sein?

Ja, auf alle Fälle!

Was sagt ihr zum diesjährigen Waldstock und was gefällt euch am besten?

Wir sind zum ersten Mal hier. Uns beeindruckt der Aufwand der hier betrieben wird. Die Dekorationen sind der Hammer und die Bandauswahl ist nicht so kommerziell wie an anderen Openairs. Uns gefallen all die kleinen Dinge die mit viel Mühe gebastelt und gebaut wurden. Das Programm mit Film, Musik, Kabarett und Lesungen sorgt für ein abwechslungsreiches Wochenende.

Kommt ihr nächstes Jahr wieder?

Ja, wir könnten es uns vorstellen nächstes Jahr wieder zu kommen.

Balkonmusik

Ihre Musik passte perfekt zum Ambiente des Waldstocks Festivals; sonnig, happy und abwechslungsreich. Balcony Airplay beschreiben ihre Musik als «glücklicher Pop aus der Schweiz“, wobei das Waldstock Publikum sicher gleicher Meinung ist. Bei funkigen und groovigen Rhytmen mit einem Schuss Rock und Pop, schenkt die junge Band dem Publikum einen Cocktail voller Lebensfreude und Genuss.

Auch International entdeckt

Natürlich spielten Balcony Airplay auch ihre zwei Erfolgsingles “Flying Shoes” und “Runaway Train”, bei welchen nicht nur das diesjährige Open Air Spektakel auf offene Ohren stiess. Im Interview mit Tink.ch erfuhren wir, dass nicht nur 40 Schweizer Radiostationen für die Umsetzung des Bandnamens verantwortlich war, sondern dass auch der Verleger Hans Derer (Fool’s Garden) effektiv daran beteiligt war. Dank ihm sind fünf Titel des Debüt Albums “Solarplexus” auf diversen internationalen Compilations zu hören.

Gitarren-Welt-Rekord

Nicht nur in der Schweiz sind Balcony Airplay öfters an Openairs und Lokalen anzutreffen. Auch in Deutschland kennt man die Pop Band schon länger, denn im Juni 2007 haben sie am Gitarrenweltrekord in Stuttgart teilgenommen und wurden aus über 1800 Gitarristen aus ganz Europa die glücklichen Gewinner des Wettbewerbs.

Neues Album

Zum glücklichen Ausklang des Sommers kommt am 21. September das neue Album “space pinball” von Balcony Airplay in den Verkauf, welches man gleich ab ihrer Homepage bestellen kann. Am besten gleich mal reinschauen und die neuen Songs probehören!  Einem heimlichen Tagtraum steht nichts mehr im Wege…

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Milchbubis auf Hochtouren

The Enemy haben mit ihrem Debütalbum “We’ll live and die in these towns” einen richtigen Senkrechtstart hingelegt: In England auf Platz eins in die Charts geschossen, vom NME als die Newcomerband des Jahres 2007 betitelt, und als Vorband von namhaften Bands wie Kasabian durch die UK tourend, sollten doch auch die letzten Kritiker verstummen sein. Doch genauso wie Lob wird von der Presse auch Negatives über das Album ausgesprochen: Die Milchbubis (na gut, bei einem Durchschnittsalter von 17 Jahren ist das ja doch noch naheliegend) seien noch nicht reif für ihr Albumdebüt, tönen eintönig und langweilig. Und der erste Platz für die Band liege wohl nur am getrübten Urteilsinn des von einer Sintflut heimgesuchten England.

 

Keine Experimente

Doch auch wenn England zeitgleich im Unwetter versinkt, reiten The Enemy weiter auf einer Erfolgswelle: Das Album kommt sicherlich etwas gerade geschliffen daher. Man darf keine experimentellen Knaller wie bei den Klaxons oder den White Stripes erwarten. Aber das mitgröhl-taugliche “Away from here” hat sich bereits zu einer Hymne unter Indiefans gemausert, und der Rockkacher “It’s not okay” tönt doch verdächtig nach Oasis. Nicht zu Unrecht werden The Enemy oft mit den Giganten des Britrocks verglichen, denn auch sie glänzen nicht nur in den tanzbaren Tracks, sondern brillieren auch bei langsameren Klängen. Diese Vielfältigkeit beweisen auch The Enemy in Liedern wie “You’re not alone” oder “Happy Birthday Jane” Hut ab.

 

Auf der Textebene können die Burschen uns nichts vormachen: Sie sind keine Bob Dylans, die mit sprachgewaltigen Botschaften glänzen. Allein die Aussage des Songs “Away from here” und des Albumtitels “We’ll live and die in these towns” widerspricht sich doch irgendwie. Aber hey, mit 17 kann man schliesslich noch nicht mit einer allzugrossen Lebenserfahrung protzen und seine Erlebnisse in Songs verarbeiten. Trotzdem: sehr ansehliche, tanzbare, rockige Platte von The Enemy, von denen wir hoffentlich noch mehr in Zukunft hören werden.

 

 

Kurzinfo


 

The Enemy: “We’ll live and die in these towns” erschienen bei Warner Music

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Zeitgeistiges von Corgan und Co.

Der einsame Kämpfer Billy Corgan und sein einst verlorener Sohn Jimmy Chamberlin, ihres Zeichens die Köpfe der Smashing Pumpkins sind zurück. Nach diversen Bandbesetzungen in der Vergangenheit und den Absagen ehemaliger Bandmitglieder für eine Reunion entschloss man sich kurzerhand die Sache alleine anzugehen. Das Ergebnis: Ihr neues Studioalbum “Zeitgeist”. Der Name Zeitgeist ist Programm und beim ersten Betrachten wird sofort deutlich, dass dieser Begriff wohl der botschaftliche Leitfaden des neuen Pumpkins-Werkes ist. Gewohnt extrovertiert kommt das Album daher. Was Corgan unter Zeitgeist versteht wird spätestens bei Betrachtung des Booklets mehr als deutlich. Eine posende Paris H. vor einem explodierenden Atompilz stellt drastisch den Gegensatz dar; den heutigen “Zeitgeist”.

Polarisierende Stimme

Musikalisch geht es sofort zur Sache; Doomsday Clock rockt ungemein nach vorne und stellt direkt klar, dass Zeitgeist ein kompromissloses Werk ist. Der Sound ist frisch und zieht den Zuhörer direkt in seinen Bann. Völlig egal ob Ur-Pumpkins-Fan oder ein völlig unvorhereingenommener Hörer, der Song macht Lust auf mehr. Und mehr gibt es. Harte Gitarrenriffs und treibende Drums setzen sich auch bei den folgenden Songs fort. Erstaunlich ist es, wie die “Kürbisrocker” es schaffen, trotz des harten Sounds gute melodiöse Rocksongs zu bieten, die aber trotzdem nicht nach “stumpfem” College-Rock klingen. Eine erste kleine Verschnaufpause bietet “Bleeding the Orchid”. Das Niveau bleibt aber hoch; Corgan näselt wie in besten Zeiten. Auch wenn die Stimme wohl eine der polarisierensten im großen, weiten Rock-Universum ist, begeistert doch grade diese Tatsache. “That´s the way (my love is)” hält den Zuhörerpuls weiter hoch und “Tarantula” kann diesen sogar noch steigern. Man könnte zum ersten mal vorsichtig von “Hitpotenzial” sprechen und der ganz mutige Zuhörer dürfte jetzt auch die Luftgitarre auspacken. Das folgende “Starz”
beweist echten Hymnencharakter; besser als jede “Black Parade”, von der Band, die man einfach nicht mögen kann (Anm. d. Red.: Die Rede ist von My Chemical Romance).

Gefühlsausschnüttung

Halbzeit; immer noch Begeisterung, wenn man bedenkt, dass viele ein weiteres Pumpkins-Album für unmöglich hielten, erst recht ein so gutes. “United States” setzt diese “Rock-Oper” nahtlos fort, bevor das wunderschöne “Neverlost” unglaublich melancholisch und schwerfällig aus den Boxen regnet. “Bring the lights” und “(Come on) Let´s go” rocken weiter und stehen ihren Vorgängern in nichts nach. Den Abschluss des Albums machen das etwas undefinierte “For god and country” und die finale, musikalische Gefühlsausschüttung “Pomp and circumstances”. Spielende; grandioser Sieg für das Team Corgan/Chamberlin. Verlängerung war nicht nötig, 12 Songs reichen aus um zu begeistern.

Info


Das Album "Zeitgeist" der Smashing Pumpkins  ist erschienen bei Warner Music und überall im Handel erhältlich.

„Das Interesse ist gross“

Sechs Bands an zwei Tagen – das ist seit 13 Jahren das Erfolgsrezept des Waldrock Openairs. Nachdem es im vergangenen Jahr in der Nacht auf Samstag wie aus Kübeln goss, hatte Petrus diesmal ein Einsehen, bescherte den Organisatoren zwei milde Sommernächte und somit auch viele Musikfreunde, die sich in der Grube einfanden und sich auf den Festbänken beim gemütlichen Beisammensein verköstigten. Das musikalische Programm liess wenig Wünsche offen. Die Organisatoren versuchten einen Mix aus Rock-Stücken, Coversongs und Mundartliedern zu gestalten. Angenähert an die schwedischen Hammerfall, liessen es Acrid kräftig rocken. Die Viermann-Band zeigte dem noch etwas zaghaft vor der Bühne erscheinenden Publikum eine Auswahl ihrer Heavy-Metal-Songs. Die bereits etwas gestandenen Rocker überzeugten weniger mit einer aufwändigen Bühnenpräsenz, als viel mehr mit qualitativ guter Musik. Als es für den wildesten Tänzer beim letzten Stück gar noch eine Gratis-CD geben sollte, war die Stimmung endgültig entfacht und die Besucher drängten sich mehr und mehr an den Bühnenrand.

„Musik, die in die Grube passt“

Der gesamte Aufbau des Openairs nahm eine ganze Woche in Anspruch. Umso mehr freute sich Sacha Lanz über das Ergebnis. „Wir haben die Bühne in diesem Jahr etwas anders gestellt. Nun kommt der Sound viel besser herüber und es gibt mehr Platz auf dem Gelände“, erklärte der Medienverantwortliche. Die Einnahmen des gemeinnützigen Openairs gehen an das Kinderhilfswerk „Schmetterlinge“ in Langenthal. „Uns ist es ein Anliegen, dass der Betrag an eine regionale Institution geht und wirklich für Kinder eingesetzt wird.“ Am Waldrock Openair spielen die Bands gagenfrei. Trotzdem, oder gerade wegen der guten Sache, melden sich jährlich bis zu 100 Acts. „Das Interesse ist gross. Wichtig ist für uns aber auch, dass die Musik in die Grube passt und wir sie bereits Live gesehen haben, damit wir wissen, was uns erwartet“, sagte Lanz. Eine dieser Bands waren Cover Connection, die mit bekannten Songs wie „Where are we runnin’ von Lenny Kravitz oder „How you remind me“ von Nickelback für Unterhaltung sorgten. Der Power Blues Rock von Chickenhouse erfreute vor allem die älteren Jahrgänge auf den Sitzplätzen, während es die Jüngeren mehr an die Bar zog. Etwas für jedes Alter war der Waldrockbrunch am Samstagmorgen, der mit Kurzauftritten von verschiedenen Musikern für eine Überraschung sorgte.

Gute Stimmung trotz Krawallmachern

Das Gratis-Openair kam auch bei den Besuchern positiv herüber. „Die Stimmung im Wald unter dem freien Himmel ist sehr schön“, meinte etwa der 24-jährige Simon Hänsli aus Bützberg. Auch der gleichaltrigen Briska Grunder aus Niederönz gefiel die spezielle Stimmung im Wald. „Ich kenne das Openair aus meiner Schulzeit und war damals schon hier.“ Nach Rockmusik von der vierköpfigen Band Juraya und dem American-Blues von the crossover blues band mit ihrer energiegeladenen Leadsängerin Evelyne Péquignot waren DC/AC für den Schlusspunkt besorgt. Die zweite Cover-Band orientierte sich ganz nach den australischen AC/DC. Die Kirchberger – bei denen sie nur der Name von ihren Vorbildern trennte – liessen nochmals die Gitarren dröhnen. Das Waldrock übertraf nicht nur musikalisch alle Erwartungen, sondern soll laut Sacha Lanz den höchsten Umsatz aller Zeiten erzielt haben. Als einziger Wermutstropfen bei den vielen Besuchern in der vollen Grube bleibt die Schlägerei einiger Krawallmachern auf dem Parkplatz, sowie der anschliessende Einsatz von Polizei und Krankenwagen.

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