Kultur | 01.06.2007

Schweden auf der Erfolgsspur

Text von Mara Ryser | Bilder von www.sugarplumfairy.nu
Mit ihrem Album «First Round, First Minute« sind die Jungs von Sugarplum Fairy schon in der zweiten Runde und sie schlagen sich gut. Verzerrte Gitarren, treibende Drums und ein flockiger Basslauf entzücken vor allem die jungen Zuhörerinnen.
Mit lässigen Frisuren und Lederjacken zum Erfolg. Verzerrte Gitarren......treibende Drums......und ein flockiger Basslauf.Die jungen Schweden entzücken das vorwiegend weibliche Publikum.Rockige Zuckerpflaumenfeen.
Bild: www.sugarplumfairy.nu

Lange galten sie als die Insiderband aus Schweden, heute sind sie fast so bekannt wie Tokio Hotel. Die Rede ist von Sugarplum Fairy, der schwedischen Poprock Gruppe, den jüngeren Geschwistern von Mando Diao. Mit verzerrten Gitarren, treibenden Drums und flockigem Basslauf ist das Quintett hörbar gereift an ihrem zweiten Album «First Round, First Minute«.

Der Sommer kommt zurück

Hört man sich «First Round, First Minute« an, so wird man sofort in den Sommer zurückkatapultiert. Erinnerungen von warmen Nächten und rockigen Openairs kommen auf, durch kräftig eingesetzte Gitarren und zweistimmig geträllerte Songs, ein richtiges Poprock Album halt.

«Last Chance« eröffnet das zweite Album der Zuckerpflaumenfeen derart rockig, dass man befürchtet, sie könnten noch zur schwedischen Rockkonkurrenz werden. Doch schon bei «She« ist die schwedische Popwelt wieder in Ordnung, obwohl der Ton etwas rauer geworden ist. Und spätestens bei «My Saviour, My Secret« sind auch die Kuschelfreundinnen wieder beruhigt.

Beatles oder Stones?

Ihre Vorbilder sind die Beatles und die Stones. Eine etwas verwirrende Mischung, mit der sie aber gerade doppelt gut klingen. Mit gekonnten Background- «Uuhs« und «Aahs«, Klavier und Streichereinsätze vergisst man jegliche Vergleiche mit anderen Bands. Schliesslich greifen die Schweden in «Visible Karma« sogar zur Sitar. Und da ist es dann endgültig, hier spielt niemand anderes als Sugarplum Fairy.

Durch das ganze Album ziehen sich abwechselnd Powerpop- und Rocknummern selten findet sich auch eine Ballade auf «First Round, First Minute«. Sugarplum Fairy rocken sich gekonnt durch die vierzehn Lieder und halten dabei den Energielevel konstant hoch. Mit «Love Bird« hat das zweite Album der Schweden jedoch ein wunderschön ruhiges Ende. Alles in Allem ist «First Round, First Minute« ein gelungenes Album voller brillanter Ohrwürmer.

Fünf Jungs ein Traum

Vor ungefähr neun Jahren begannen die damals zwölf- bis vierzehnjährigen Jungs mit den ersten Proben. Ohne grössere Beachtung spielte die Band mehr als sechs Jahren zusammen, bis sie schliesslich im April 2004 ihre erste EP «Stay Young« veröffentlichten von Kritikern belächelt, spielten die jungen Schweden beharrlich weiter. Im Februar 2005 erschien schliesslich ihr Debüt-Album «Young & Armed«. Heute, zwei Jahre später, füllen sie nun auch die Konzertsäle in Spanien.

Mit lässigen Frisuren und noch lässigeren Lederjacken ist der Erfolg der Schweden also so gut wie garantiert. Doch auch mit «First Round, First Minute« können sie sich nicht vollständig von Mando Diao abgrenzen – es ist halt schwer aus dem Schatten der grossen Brüder herauszutreten.

Die Band


Die Band Sugarplum Fairy bestehen aus Victor Norén (Vocals, Gitarre, Bass), Carl Norén (Vocals, Gitarre, Orgel, Klavier, Harmonika), David Herbert (Bass, Gitarre, Orgel, Klavier), Kristian Gidlund (Schlagzeug, Percussion) und Jonas Carlson (Backing Vocals, Gitarre).

 

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