Kultur | 27.06.2007

Schnörkelloser Rock aus den Neunzigern

Die Manic Street Preachers und besonders The Smashing Pumpkins beschlossen den letzten Tag am Greenfield mit einer romantisch-melancholischen Stimmung.
Die walisischen Manic Street Preachers mit Nina Persson, der Sängerin von The Cardigans.
Bild: www.manicstreetpreachers.com

Die zerschlagenen Kürbisse und die durchgeknallten Strassenprediger begeisterten am Sonntag mit ihrer Musik all jene, die noch nicht abgereist waren. Beide Bands spielten schnörkellosen Rock, brachten zwar nicht allzu viel neues, doch überzeugten sie mit ihren alten Hits. Und den Leuten schien es zu gefallen. Zu bedauern war, dass man nicht beide Konzerte nacheinander geniessen konnte, sondern nach relativ kurzer Zeit die Bühne wechseln musste. Das grosse Konzertzzelt zu verlassen erwies sich allerdings als nicht allzu schwierig, da die überwältigende Mehrheit der Besucher das Konzert der Smashing Pumpkins klar zu bevorzugen schien. So blieb das Zelt halb leer und vor der Hauptbühne tobte die grosse Masse. Schade, denn besonders das sechste Album der Manic Street Preachers „Know Your Enemy“ bereicherte mit „Found That Soul“, „Ocean Spray“ oder „My Guernica“ das Repertoire mit wunderbar romantischen wie energiegeladenen Rockballaden und tiefgründigen wie reifen Texten.

Die Interaktion fehlte
Die Smashing Pumpkins, welche vom gleichen Label stammen wie die am Freitag aufgetretenen The 69 Eyes oder die legendären Misfits, wurden ihrem melancholisch-schwermütigen Mythos gerecht und versuchten im Zeichen eines Neubeginns mit ihren weissen Roben neuen Schwung in ihr altes Repertoire zu bringen. Offenbar mit Erfolg, denn die Menge tobte angesichts ihrer noch rockiger klingenden Hits. Ihr Auftreten wirkte jedoch eher nüchtern und zurückhaltend. Vielleicht war es noch zu früh für Billy Corgan sich mit dem Publikum auszutauschen und über die vergangenen sieben Jahre hinwegzusehen, in denen seine Musik und seine neue Band „Zwan“ keinen grossen Anklang fanden. Mit Zwan war schon nach einem Jahr Schluss.

Zurück aus den Neunzigern
Dafür, dass ihr erstes Konzert nach der „Wiedervereinigung“ nicht einmal einen Monat zurücklag, präsentierten sich die neuen Pumpkins mit Ginger Reyes am Bass (Ex-The Halo Friendlies) und Jeff Schroeder von Lassie Foundation an der Gitarre am Greenfield als gut eingespieltes Team. Spätestens nach „United States“ und „Tonight“ wusste jeder: er war wieder da, der Sound einer der genialsten Rocklegenden der Neunziger. Schade für diejenigen, welche zu dieser Zeit bereits wieder zu Hause waren weil sie ohne Auto angereist waren und den letzten Zug erreichen mussten.

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