Kultur | 25.06.2007

Punkrock im 3/4-Takt

Text von Jessica Hefti
Art Brut beweisen zwar ihre Sprachkenntnisse auf dem neuen Album, aber verlieren drastisch an Musikalität. "It's a bit complicated" wünscht sich den Punkrock zurück und vermag doch keine echte Stimmung zu erzeugen.
Das neue Art Brut Album "It's a little complicated".

Es ist allerdings ein bisschen kompliziert, diese CD zu bewerten. Da kommt es vor, dass man sie beim Hören ziemlich schlecht findet, aber vielleicht einfach den Sinn dieser „New Cross“-Bewegung nicht versteht. Darin sieht sich die Londoner Band um Leadsänger Eddie Argos nämlich. New Cross-Bands lassen sich stark vom Punk der Jahre 1976 bis 1981 beeinflussen und wollen sich möglichst unabhängig von ihren Labels entwickeln können.


Die Callcenter-Stimme

Der Ursprung als Garagenband ist bei Art Brut auch deutlich zu hören und die Bleistiftzeichnungen von Schulgegenständen auf  Cover und Booklet vervollständigen das Bild. Die Band, die sich nach einem Begriff benannte, den man sonst für von Gefängnisinsassen produzierte Kunst verwendet, ist gewöhnungsbedürftig. So kommen die ersten 20 Sekunden der Singleauskopplung „Direct Hit“ ganz passabel daher. Nämlich genau so lange, bis der Argos zu singen respektive zu sprechen anfängt. In einem Callcenter käme die sympathische Stimme gut an, doch hier ist innherhalb  einer Minute und drei Songs klar, dass es weder harmonisiert noch eigenwillig positiv auffällt. Und wenn Argos auf Deutsch ins Mikrofon spricht: „Punkrock ist nicht tot“ und sich dann noch im Song für seinen Deutschakzent entschuldigt, wissen wir auch um die Textqualität Bescheid. Ein spannender Versuch wäre es, die immer gut hörbare Bassistin Freddy Feedback ans Mikrofon zu lassen. Ihre Stimme klingt nämlich wesentlich besser.

Für Fans von: hartgesottenen Headbangern im ¾ – Takt

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