Kultur | 11.06.2007

Las Vegas zum Dritten

Text von Stephan Weber
Danny Ocean (George Cloney), sein Freund Rusty (Brad Pitt) und die übrigen Mitglieder der Las Vegas-Gangstertruppe gehen noch mal auf Beutejagd. Was bei "Ocean's Twelve" misslungen ist, wurde von Regisseur Steven Soderbergh nun wieder geradegebogen. Dennoch bleibt der Erste Coup der Beste.
Das perfekte Gangster-Trio: Matt Damon, Brat Pitt und George Clooney. Fotos: Warner Bros. Der "sexiest man alive" als Danny Ocean. Der neue Gegner: Al Pacino als Casinobesitzer Willie Bank.

Im dritten Teil der Räubergeschichte aus Las Vegas wird der gute Freund von Danny und seiner Truppe Reuben (Elliot Gould) vom eiskalten und hinterlistigen Hotelkettenbesitzer Willie Bank (Al Pacino) schamlos übers Ohr gehauen, worauf Reuben einen schlimmen Schlaganfall bekommt. Um sich an Bank zu rächen und somit ihren Freund wieder auf Vordermann zu bringen, plant die Truppe einen gemeinen Rachefeldzug. Auf die weiblichen Hauptrollen Julia Roberts und Catherine Zeta-Jones aus „Ocean’s Eleven“ und „Twelve“ wird ganz verzichtet. Dafür kommt mit Ellen Barkin eine rechte und nicht ganz loyale Hand von Bank auf die Leinwand.

Vor allem eine Kopie

Mit „Ocean’s Twelve“ waren die wenigsten Fans einverstanden. Der fehlende Wortwitz und die fehlende Originalität, sowie die komplizierte Handlung, liessen das Sequel im Gegensatz zum ersten Teil alt aussehen. Mit dem dritten Teil wollte Regisseur Steven Soderbergh diese misslungene Handlung verbessern und allen beweisen, dass er noch einmal einen Kinohit auf die Leinwand bringen kann. Bis zu einem gewissen Grad hat er dies auch geschafft. Im Grossen und Ganzen ist der dritte Teil jedoch eine Kopie von „Ocean’s Eleven“. Die Abläufe, wie auch die Handlung erinnern sehr stark an den ersten Coup von Danny Ocean und Co. Dennoch fieberte das Publikum, das fast nur aus Männern bestand, bei jeder Entscheidung der Gangster mit und wurde regelrecht mitgerissen. Der Erfolg den „Ocean’s Thirteen“ jedoch hat, liegt aber wohl kaum an der komplizierten Filmhandlung sondern vielmehr an der Starbesetzung.

Die Trilogie-Strategie

Zuerst Spiderman, dann Fluch der Karibik und jetzt Danny Ocean mit seinen Leuten. Allesamt Trilogien. Die heutigen Filme werden auffallend häufig in einen Dreiteiler umgewandelt, da dies bei dem Publikum anscheinen gut ankommt. Doch bei all diesen Filmen war der Erste meistens auch der Beste. Am deutlichsten sieht man dies bei der „Matrix“-Trilogie, bei der der erste Teil um die Welt ging. Der Erfolg trieb die Brüder Andy und Larry Wachowski dazu, einen zweiten Teil und anschliessend einen dritten Teil herauszubringen. Das Ganze endete bekanntermassen mit einem ziemlichen Flop. Das Motto „Alle guten Dinge sind drei“ hat sich die Filmindustrie seither mehr denn je auf die Fahne geschrieben, ganz egal ob die Fortsetzungen wirklich halten, was die Erstlinge versprechen. Und obwohl „Ocean’s Thirteen“ keinesfalls als Flop bezeichnet werden kann, bleibt zum Schluss die Erkenntnis: Der erste war definitiv der Beste.