Kultur | 20.06.2007

Las Vegas-Stimmung auf dem Flugplatz

Mit einem von Anfang bis Ende überzeugenden Auftritt sorgten The Killers in der Nacht auf Sonntag für ein Highlight am Greenfield Festival. Die Band aus Las Vegas spielte bis kurz vor Mitternacht tollen Indie-Rock.
The Killers sorgten in der Nacht auf Sonntag für tolle Stimmung.
Bild: www.thekillersmusic.com Brandon Flowers mit überzeugender Live-Stimme. Heisse Atmosphäre während dem Konzert. Die Band aus Las Vegas tourt momentan quer durch Europa.

Die zahlreichen Fans wurden bereits ungeduldig, als mit 15 Minuten Verspätung die Lichter erloschen, Nebel aufstieg und The Killers die Bühne auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes betraten. Nach einer kurzen Tonabstimmung legten die vier Boys aus Las Vegas mit ihrem Programm los. Sänger und Keyboard-Spieler Brandon Flowers heizte mit seiner durchdringenden Stimme beim Publikum sofort ein. Die Leute tanzten und sangen ausgelassen mit. Die Indie-Rock-Band, die seit gerade mal fünf Jahren besteht, packte mehrheitlich Songs aus ihrem neusten Album „Sam’s Town“ aus. Hits wie „Somebody Told Me“, „When You Were Young“ oder „Mr. Brightside“ sorgten bei den Festivalbesuchern für helle Begeisterung. Während zwei Stunden zuvor The Hives noch den engen Draht zum Publikum gesucht hatten, verzichteten The Killers auf grosses Gerede und konzentrierten sich voll auf ihre Musik.

Beeinflussung durch Depeche Mode und U2

Die eingängigen Lieder wurden durch eine schlichte aber ausdrucksstarke Bühnenchoreographie ergänzt: Kleine Lichter und Holzkisten schufen ein richtiges American-Feeling. Die US-Amerikaner waren nicht umsonst Headliner des Samstagabends. Bereits kurz nach ihrer Gründung eroberten die noch wenigen Songs der Killers hohe Ränge in den europäischen Charts. Nachdem sie als Vorband von U2 auf Tournee gegangen waren, war ihr Name bereits in vieler Munde.

Der Musikstil von The Killers zeigt sich auch immer wieder beeinflusst von Bands wie Queen, Depeche Mode und New Order. Anders als noch am Vorabend bei Marilyn Manson setzten Brandon Flowers, Dave Keuning, Ronnie Vanucci und Mark Stoermer auf intensive Gitarrenriffs, lange Drummereinlagen und vereinzelte stark heraustretende Keyboard-Sequenzen. Trotz des überzeugenden Auftritts blieb nicht verborgen, dass das Greenfield in seiner dritten Ausgabe wieder mit der Tonqualität und Feinabstimmung zu kämpfen hatte.

Mit 75 Minuten zu kurz geraten

Nach dem in diesem Jahr neu erlassenen Gesetz zur Lautstärkenregelung an Festivals war nicht nur der Auftritt von The Killers deutlich leiser als noch die Konzerte von 2006. Doch auch die perfekte Mischung haben die Techniker des Greenfields noch nicht richtig raus. Teilweise verschwand der Gesang gänzlich im Trommelwirbel und im Krach der Gitarren. Nichtsdestotrotz spielten sich die vier Musiker in einem irren Tempo durch ihr Programm und boten als zweiter Hauptact der drei Festivaltage beste Unterhaltung. Um 23.45 Uhr war Schluss und The Killers verschwanden nach ihrem letzten Song ohne Zugabe hinter der Bühne. Die Band zeigte ein hochstehendes Konzert, das nur wenig Wünsche offen liess. Einer davon wäre wohl gewesen, dass sie ihre Zeit eingehalten hätten. Denn mit etwas mehr als 75 statt der angegebenen 105 Minuten war ihr Auftritt wie bei vielen anderen Bands in diesem Jahr (zu) kurz geraten. Ein Minuspunkt für das Greenfield Festival, den es für die vierte Auflage zu verhindern gilt, wollen die Organisatoren weiterhin Fans aus der ganzen Schweiz und Europa anlocken und begeistern.

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