Kultur | 08.06.2007

Killer trifft Verkehrspolizistin

Text von Wanja Knausz
Im Film "What a wonderful world" von Faouzi Bensaidi entführen den Zuschauer vier verschiedene Porträts in ein lebendiges Casablanca. Seit dem 31. Mai läuft der Film in Zürich, Bern und Winterthur.
Faouzi Bensaidi als Kamel: Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller. Fotos: Trigon-Film Souad und ihre beste Freunidn Kenza. Kenza überzeugt in ihrer Rolle. Auch als Verkehrspolizistin.

Der Profikiller Kamel verdient sein Geld mit Aufträgen aus dem Internet. Emotionslos und kaltblütig führt er seine Aufträge aus und feiert seinen Erfolg anschliessend bei der Gelegenheitsprostituierten Souad. Deren beste Freudin Kenza verdient ihr Geld als Verkehrspolizistin. Um etwas besser über die Runden zu kommen, vermietet sie ihr Natel an Leute, die keines besitzen. Das Leben der beiden Freundinnen ist geprägt vom finanziellen Überlebenskampf und dem turbulenten Nachtleben von Casablanca. Als Kamel Souad anruft und stattdessen Kenza abnimmt, hört er zum ersten Mal ihre Stimme und verliebt sich sofort in sie. Von nun an richtet sich sein Leben darauf aus, den Körper zu dieser Stimme zu finden. Am Rande der Handlung taucht auch immer wieder der Internethacker Hicham auf, der von einem Leben in Europa träumt. Als es diesem gelingt, sich bei Kamel einzuhacken und plötzlich an seine Aufträge herankommt, nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Ausschnitte aus dem Grosstadtleben

Der zwischen Marokkanisch und Französisch wechselnde Film zeigt dem Zuschauer lebendig und realistisch die Abgründe des bürgerlichen Lebens in einer marokkansichen Grosstadt auf. Die sehr gelungnen Charaktere lassen den Zuschauer den ohne viel Handlung aufgebauten Film, das Leben in der lebendigen Grosstadt und die einzelnen Biographien mit Spannung verfolgen. Oft folgt eine Szene auf die Andere, ohne dass ein Zusammenhang besteht. „What a wonderful world“ ist nicht ein Film der von der Handlung lebt, sondern viel mehr von einzelnen Ausschnitten der Porträts der verschiedenen Personen und ihrem Leben im pulsierenden Casablanca.

Witzig und hintergründig

Faouzi Bensaidi, der sowohl Regisseur, Drehbuchautor als auch Hauptdarsteller ist, hat ein lebendiges Werk geschaffen welches sowohl durch einen hohen Realitätsgrad als auch durch schauspielerische Leistung überzeugt und zugleich eine tiefgründige Geschichte aus der marokkanischen Gesellschaft erzählt. Der Film vermag aber auch immer wieder durch witzige Szenen zu überzeugen. Obwohl die Handlung zeitweise völlig ins Stocken gerät, ist der Film für alle zu empfehlen die sich für fremde Kulturen interessieren oder das Leben einer Grossstadt einmal auf sich wirken lassen wollen.

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