Gesellschaft | 11.06.2007

Innovation des letzten Jahrhunderts

Text von Yann Schlegel
Kaum eine Innovation hat in den letzten 50 Jahren eine so markante Entwicklung erlebt wie der Computer. Der Schöpfer des Computers ist der Mensch, dessen Leben sich wegen Letzterem stark verändert hat. Das Museum für Kommunikation mit seiner neusten Ausstellung "As Time Goes Byte".
Dieser Minicomputer setzte sich international als erster durch.Fotos: Yann Schlegel Computer. Immer und überall in unserer Gegenwart. Silizium verändert die Welt. In jedem elektronischen Gerät stecken Mikrochips, die zu Leistungsfähigkeit beitragen.

Unweit der legendären „Zytglogge“ in der Hauptstadt Bern befindet sich das schweizweit einzige Museum, welches sich der Kommunikation und deren Entstehung widmet. Das in modernem Baustil erbaute Gebäude strahlt die gewohnte kulturelle Ruhe und Gemütlichkeit eines Museums aus. Auf mehreren Etagen laufen gleichzeitig diverse Dauer- und Wechselausstellungen, die es zu bestaunen gibt. Jedoch bedarf es an grossem Zeitaufwand. Langweilig soll es aber niemandem werden, denn das Museum vermittelt auf spannende Weise das Wissen der Kommunikation.

Die ersten Computer

In der Geschichte der Computer ist nicht ein einzelner als Erfinder definierbar. In den 1930er und 1940er Jahren entwickelte sich der Computer – vorerst nur als sogenannter Rechner – in den USA, England, Deutschland und Russland.

In der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts fand die Innovation verschiedener begnadeter Techniker Anklang in der Wirtschaft und der Wissenschaft. Immer neue Anwendungen und leistungsfähigere Maschinen kamen auf den Markt. Zu Beginn füllten die Rechner noch ganze Räume und nur schon das Starten des „Motors“ bedeutete einen riesigen Aufwand.

Mit Hörstationen erfährt der Besucher auf spannend erzählte Art mehr über das Wachstum der Computerindustrie und dessen Folgen. Der Schriftsteller und Computerfachmann Emil Zopfi erzählt von seinen Erlebnissen und Erfahrungen. In der Austellung zu sehen ist der erste Computer, welcher in der Schweiz benutzt wurde. Dieser stammt von der ETH Zürich und wurde gewissermassen als Forschungsmaschine, vorallem im Bereich Mathematik, verwendet. Ebenfalls zu sehen gibt es den ersten Minicomputer (PDP 8), welcher sich jedoch noch nicht weltweit durchzusetzen vermochte.

Damals hätte niemand geglaubt, dass der Rechner eines Tages die Form einer kleinen Kartonschachtel annehmen würde, wie es heute der Fall ist.

Tüftler und Bastler

Mit der Zeit wurden die ersten Heimcomputer verkauft, wofür es aber viel technisches Verstehen benötigte, da diese eigenhändig zusammengesetzt werden mussten. 1975 kam der erste weltweit erfolgreich verkaufte Computer auf den Markt, welcher einem Brotkasten glich. Emil Zopfi nennt ihn, „das schlaue Haustier“ und lobt, es sei seiner Ansicht nach der beste Computer, um Informatik zu erleben und erlernen, da er im Verständniswesen noch transparent sei. Selbstverständlich seien die heutigen Maschinen viel kompetenter. Sie basieren jedoch auf einem derart komplizierten System, dass sie kein Mensch mehr richtig verstehen könne.

Der Besucher erfährt auf spielerische Art mehr über das binäre System, mit welchem der Computer ausschliesslich arbeitet. Das binäre Zahlensystem basiert auf einem völlig einfachen Prinzip; Es besteht aus den Zahlen 0 und 1, mit welchen der Computer alle anderen Zahlen darstellt und errechnet. Zudem macht das Museum darauf aufmerksam, dass Bücher, Tontafeln und andere visuell erkennbare Archivierungsmittel, mehrere tausend Jahre erhalten bleiben. Daten auf CDs und Disketten sind dagegen nur bis zu 30 Jahre entzifferbar. Trotzdem gilt heute: Computer für alles und alle.

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