Kultur | 11.06.2007

Hart und zerbrechlich wie Glas

Mit Glass spielte eine junge Basler Band auf der grossen Bühne des Festivals Imagine. Andreas Röösli, Rafaela Dieu und David Burger im Interview mit Tink.ch über ihren bisherigen Weg und ihre eigene Einstellung zum Festival gegen Rassismus.
Die Bassistin Rafaela Dieu. Fotos: Janosch Szabo An der Gitarre und hinter dem Mikrofon: Andreas Röösli

Wie fandet ihr euer Konzert?

Rafaela: Gut.

David: Voll geil, es war super, einfach der Hammer!

Was bedeutet euer Name Glass und wie seid ihr darauf gekommen?

David (blickt zu Rafaela rüber): Du hast ihn ausgewählt.

Rafaela: Der Name hat mir einfach gefallen. Glas ist zerbrechlich, kann aber auch robust sein.

David: Es widerspiegelt einfach unseren Sound, denn er ist auf gewisse Art hart, aber doch zerbrechlich.

Rafaela: Ja, genau.

Wie lange gibt es euch denn schon?

Rafaela: Ein Jahr, aber wir hatten neun Monate Pause gehabt.

David: Und vorher hat es uns schon drei Monate gegeben.

Rafaela: Wenn man alles zusammenrechnet, knapp ein Jahr.

Wie würdet ihr euren Musikstil beschreiben?

David: zerbrechlich, explosiv, melodiös.

Welcher Sparte würdet ihr euch zuordnen?

Andreas: Alternative.

David: Rock.

Andreas: Emotionali Power-Mugge.

David: Genau!

Habt ihr schon viele Konzerte gegeben?

David: An Openairs weniger, aber wir werden am 23. Juni am Openair Liestalair spielen.

Rafaela: Und Ende August am Jugendkulturfestival in Basel.

David: Wir haben bisher ein paar Klubkonzerte gegeben. Das grösste war bis jetzt in Stuttgart mit 1’600 Leuten. Wir konnten dort als Supportband von End of Green, einer Metalband aus Deutschland, spielen. Wir konnten auch nach St. Gallen gehen und haben den Innovationspreis am Bandwettbewerb Sprungbrett gewonnen.

Das Festival Imagine macht Rassismus zum Thema. Habt ihr das auch in euren Texten drin?

Andreas: Nein, eigentlich nicht.

Was kommt dann in euren Texten vor?

Andreas: Ja, wie soll ich sagen, es geht meistens um zwischenmenschliche Beziehungen. Um Liebesbeziehungen oder auch um Verlust.

Andreas: Ja, um Gefühle und sehr oft um Schmerz.

Was ist eure eigene Meinung dazu?

Rafaela: Toll, dass es ein solches Festival in dieser Grösse gibt.

David: Es ist einfach eine coole Möglichkeit, dieses Thema der Jugend zugänglich zu machen. Denn es interessiert niemanden, wenn irgendwelche Politiker über diesen Scheiss reden und debattieren. Wenn es aber auf diese Art geschieht, wenn du siehst, dass coole Bands spielen und es trotzdem noch etwas mit dem Thema zu tun hat, dann ist das alles nicht so steif. Eine echt coole Art, das zugänglich zu machen.

Habt ihr diesem Konzert Priorität eingeräumt, weil es dieses Thema aufgreift?

David: Nein, eigentlich nicht. Wir spielen einfach so viele Konzerte wie möglich. Wir haben mit unserem Auftritt einen Teil dazu beigetragen. Aber ich finde, dass die Bands nicht gezwungen sind, dieses Thema auf der Bühne zu thematisieren.

Ich denke, dass wir mit unseren Songs, die eben sehr gefühlsbetont sind, vielleicht auch Leute zum Denken bewegen. Und wie sie dann darüber denken wollen, ist ihnen überlassen. Es passt auch nicht zu uns, auf der Bühne zu politisieren.

Ihr wart in letzter Zeit sehr aktiv und bringt diesen Sommer auch eure erste CD heraus.

David: Sogar Ende Monat. Man hat sie heute nach dem Konzert zum allerersten Mal kaufen können. Nächstes Wochenende am Liestalair wird sie auch zu kaufen sein und ab Ende Monat auch Roxy oder auf Cede.ch.

Und wie geht es danach weiter?

David: Wir versuchen jetzt einfach, an neue Orte zu kommen und neue Leute zu finden, die unsere Musik hören wollen.

Andreas: Wir sind auch alle gewillt, alles andere für die Musik aufzugeben. Ich würde zum Beispiel mein Studium aufgeben.

David: Also wir haben schon das Ziel, wenn es geht, von der Musik leben zu können. Wir wollen nämlich nichts anderes machen. Alle drei. Wir würden alles dafür tun.

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