11.06.2007

Drei Jungs, fünfzig Mädchen

Text von Stephan Weber
Das Schweizer Jugendmusical war ein voller Erfolg: Die 53 Teilnehmer tourten mit vier Aufführungen der Eigenproduktion "hin und weg" quer durch die Zentralschweiz. Und obwohl das Altdorfer Theater "Uri" bei der Dernière nur zu drei viertel gefüllt war, war das Publikum hin und weg.
Hauptdarstellerin und Schönheitsqueen: Alexandra Greco aus Horw Der jüngste Teilnehmer von allen: Martin Gajdos aus Hünenberg. Immer wieder wurden grandiose Tanzeinlagen von talentierten Tänzerinnen und Tänzern dargeboten.

Im Jahre 2002 wurde das Schweizer Jugendmusical von Michael Schmid ins Leben gerufen. Es bietet nunmehr seit fünf Jahren eine Plattform für Jugendliche aus der ganzen Schweiz. Nach lediglich zehn Probetagen müssen die Jungen Schauspieler, Tänzer und Sänger im Alter zwischen 14 und 20 Jahren, so gut vorbereitet sein, dass sie jeweils vier bis fünf Aufführungen präsentieren können. Im Gegensatz zu früher, werden in Zukunft zwei Projekte pro Jahr durchgeführt, wodurch die Vorbereitungen für die Herbstvorführungen rund um den Kanton Bern schon bald beginnen werden. Ein weiterer Punkt, der den Verein des Jugendmusicals zu etwas Speziellem macht, ist, dass die Jugendlichen nicht nur in ihren tänzerischen, schauspielerischen und gesanglichen Fähigkeiten ausgebildet werden, sondern auch Suchtprävention und Gesundheitsförderung in einem Projekt zusammen kommen. Hinzu kommt, dass der Verein eine Non-Profit-Organisation ist, und auch nicht an eine politische Richtung oder eine bestimmte Religion gebunden ist.

Lästertanten und Businessleute

Die diesjährige Eigenproduktion „hin und weg“, zeigt ein Stück, das verschiedenste Figuren an einem Bahnhof aufeinander treffen lässt. Jeder einzelne Charakter muss sich gewissen Entscheidungen stellen. Von den hektischen Businessleuten über den Jungen, der seinen Weg noch nicht gefunden hat, bis hin zu den Lästertanten, die ihre Entscheidungen ganz nach dem Ausverkauf der neuen Modekollektionen richten. Das Stück wird immer wieder mit beeindruckenden Tanzeinlagen von einigen wahren Talenten unterbrochen. Neben den hervorragenden Tänzerinnen und Sängerinnen, gilt ein besonderes Lob den drei Hauptdarstellerinnen, die einiges an Text auswendig lernen mussten. Die drei männlichen Teilnehmer, die sich neben ihrer Hauptrolle auch noch gegen 50 Mädchen durchschlagen mussten, haben ebenfalls ein grosses Lob verdient. Und obwohl die Songs des Musicals nicht gerade Ohrenwürmer waren, war es eine tolle Produktion, die jeden einzelnen Zuschauer mitriss. Es lag daher auch kaum an dem Musical, dass der Saal nur zu drei viertel gefüllt war. Die Premiere war ja schliesslich auch ausverkauft. Vielmehr war es wahrscheinlich die Tatsache, dass Altdorf nun mal beinahe am Ende der Welt liegt.

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