Kultur | 21.05.2007

„Pete Doherty ist ein Genie!“

The View aus dem schottischen Dryburgh waren im Abart und nuschelten sich für Tink.ch durchs Gespräch. Was sie vermutlich gesagt haben, kann man hier nachlesen.
Sein Vorbild ist Oasis-Frontmann Liam Gallagher: Kieran von The View. Fotos: Tatjana Rüegsegger Ein Gespräch in der Sonne, welches Kieran und Steve hier führen. Sogar die Luft schwitzt mit, wenn Pete das Abart rockt. Oh, ein neues Interviewkärtchen. Der junge Schotte gibt sich alle Mühe, ehrlich zu antworten.

Mit etwas gemischten Gefühlen trafen sich Tink.ch-Mitglieder Tatjana Rüegsegger und Myriam Hiltbrunner zum Interivew mit Kieran Webster und Steve Morrison von The View. Einerseits freuten sich die Journalistinnen, die rebellischen jungen Schotten endlich im Abart zu treffen, andererseits fürchteten sie Kommunikationsprobleme: Der schottische Akzent ist ja nicht gerade für seine Verständlichkeit berühmt. Leider bestätigten sich die Befürchtungen. Kieran und Steve nuschelten apathisch vor sich hin, und nur ihr rollendes „R“ schien sie ab und zu aus dem Tiefschlaf zu wecken. Es folgt nun also eine sehr persönliche Interpretation des Interviews – ohne Gewähr.

Was bedeutet für euch der Begriff „Chaos“?

Kieran: Chaos ist cool. Solang man das nur auf die Musik bezieht und nicht auf Krieg oder sonst was.

Ihr seid jung und schon sehr berühmt. Euer Durchschnittsalter liegt bei 18 Jahren. . .

Kieran (unterbricht): Unser Durchschnittsalter beträgt nicht mehr 18. Wir sind heute alle 21 oder älter. Die im Internet bestehende Biografie ist schon zwei Jahre alt, darum denken alle, wir seien erst 19. Ausserdem: Ich denke nicht, dass wir wirklich berühmt sind. Dazu gehört schon ein bisschen mehr.

Habt ihr irgendwelche Idole?

Kieran: Liam Gallagher. Er kam aus der Arbeiterschicht und gründete mit seinem Bruder die grösste Band Grossbritanniens (Oasis, Anm. d. Red. ). Das ist cool, denn wir kommen ja auch aus der Arbeiterschicht. Es gibt einen Hoffnung.

Steve: Babyshambles! Pete Doherty ist ein Genie! Seine Texte sagen so viel aus und auch er als Künstler ist einmalig.

Wie steht ihr zu eurer Heimatstadt Dryburgh? Sie kommt ja in vielen Songs und Clips vor.

Kieran: Wir sind dort aufgewachsen und zur Schule gegangen. Dundee ist zwar die Region, aber Dryburgh ist das Herz, die Seele.

Steve: Alte Freunde kommen in den Songs vor. So können wir ihnen nahe sein. Wir frischen alte Erinnerungen auf, wie zum Beispiel dieser Typ namens „The Don“, der jeden Mittwochnachmittag Klavier spielen musste, während wir draussen Blödsinn machten. Es ist schön darüber zu singen. Unsere Wurzeln sind dort und es ist sehr wichtig für uns, uns zu erinnern.

Habt ihr ein Ritual, bevor ihr auf die Bühne geht?

Kieran (schreit): Get Drunk!

Steve: Wir schlagen Kyle.

Kieran: Keine Angst, er schlägt uns zurück.

Was bedeutet Indiemusik für euch?

Kieran: Indie ist meistens gar kein „Indie“ (Im Sinne von „Independent“, unabhängig von grossen Musiklabels, Anm. d. Red. ) mehr. Es ist vielmehr eine Musikrichtung. Die meisten Indiebands sind bei grossen Labels. (unter anderem Muse und Oasis)

Steve: Ja, auch die Arctic Monkeys sind schon lange keine echte Indieband mehr.

Wie kommt ihr mit Vergleichen klar?

Steve: Ich hasse Vergleiche!

Kieran: Das ist nur fauler Journalismus.

Gibt es eurer Meinung nach heute überschätzte Bands?

Kieran: The Doors! (Sänger Jim Morrisson starb 1972)

Steve: Kaiser Chief’s! Sie werden von allen die Grössten genannt und werden so behandelt als ob sie schon seit Jahren existieren. Das ist nervig.

Ihr hattet das Glück, als Supportband der „Babyshambles“ (Pete Doherty, Ex-Libertines) zu spielen. Wenn wir jetzt vom Begriff „Libertine“ (dt. Freigeist) sprechen, was fällt dir dazu ein?

Steve: Es ist ein sehr interessanter Begriff. Libertine zu sein, heisst freier zu sein. Frei zu entscheiden was du machst. So wie Indie. Es bedeutet: befrei dein Herz.

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