Kultur | 29.05.2007

K&K live!

Text von Andy Zesiger | Bilder von Berlinverlag.de
Die beiden MTV-Moderatoren Markus Kavka und Sarah Kuttner brachten vergangen Dienstag das Publikum im Zürcher «Kaufleuten« zum Toben. Die als Lesung angekündigte Veranstaltung entpuppte sich als satirischer Abend mit umwerfender Situationskomik und geschickt eingeflochtener Lesepassagen.
Bild: Berlinverlag.de

Die Lesetour zu seinem neuen Buch «Elektronische Zahnbürsten« hat den schreibenden Moderator Markus Kavka nach Zürich geführt. Dass man sich hier aber nicht aussschliesslich auf eine Lesung einlassen werde, machten die Beiden schon zu Beginn klar. Auf Kuttners ironische Frage: «Wer ist wirklich nur hier, um uns lesen zu hören?«, meldeten sich nur Wenige im schmucken roten Festsaal des «Kaufleuten«. Stattdessen setzten sie mit Hilfe des Präsentators, TeleOstschweiz Moderator Marco Fritsche, auf Interaktion mit den Zuschauern.

Seine Liebe zur Stadt, nicht zuletzt durch eine vergangene Liebesbeziehung, betonte Kavka schon zu Beginn. Das vorwiegend zürcherische Publikum bedachte ihn dafür mit tosendem Willkommensapplaus. Ganz spontan habe sich seine gute Freundin, die ehemalige «Kuttner«-Moderatorin, Sarah Kuttner, entschlossen, ihm an diesem Abend Gesellschaft zu leisten. Kuttner erklärte ihre Anwesenheit mit dem ihr eigenen Humor: «Die Geschenke sind einfach besser. Die Pralinen waren wunderbar«. Dass auch sie ein neues Buch zu bewerben hatte ,«Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart« nämlich, hat sicher auch noch seinen Teil dazu beigetragen.

Was nun folgte, war ein Schaulaufen zweier Fernsehgrössen, die sich mit spitzen Bemerkungen und gegenseitigen Seitenhieben allerhand komische Anekdoten entlockten. So wurde das Publikum und damit die Öffentlichkeit darüber aufgeklärt, dass Kuttner Slips trägt, die sich bei Nacht in ein Meer an Leuchtkugeln verwandeln, was ihren Freund schon irritiert hat. Auch dass Kavka nach einem Zahnarztbesuch unter Betäubung Kundenschreck wurde oder Kuttner von ihrer Mutter («Meine Mutter ist sooo süss«) schon mit fünf über das Geheimnis von Sex aufgeklärt wurde, blieb nicht verborgen.

Doch auch ernste Töne wurden angeschlagen. Kavka stellte nach einer entsprechenden Frage einer Zuschauerin sein neues Projekt «Gegen rechts« vor, das an Schulen in Ostdeutschland die Jugendlichen vor dem Abrutschen in die Rechteszene schützen soll. Auch diskutierten die Beiden über das schlechte Fernsehprogramm, das politischen Themen und vor allem den Jungen zu wenig Platz lasse. Kuttner, die sich nach Absetzung ihrer eigenen Show als «arbeitslos, aber doch wer« bezeichnete, wünscht sich eine gemeinsame Sendung mit Kavka, was aber anscheinend bei den Fernsehoberen noch nicht zur Kenntnis genommen worden sei, stellte sie mit einem schelmischen Lächeln fest.

Die Beiden zeigten sich angetan vom freundlichen Publikum und dem herzlichen Empfang in der Schweiz. Die anschliessende Signierstunde im Foyer brachten sie dann mit der ihnen eigenen typischen Proffessionalität äusserst charmant hinter sich. Und so verliessen die Zuschauer nach über zwei Stunden Witz, Charme und Unterhaltung zufrieden das «Kaufleuten«.

Wer die Beiden verpasst hat, muss sich nicht gleich resigniert zurücklehnen: Eine weitere gemeinsame Lesung in Zürich ist für den kommenden Herbst geplant.

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