Gesellschaft | 10.05.2007

Fettverbrennern auf der Spur

Der Sommer kommt und mit ihm auch das Verlangen nach einer perfekten Bikinifigur oder einem schönen Waschbrettbauch. Tink.ch befasst sich im ersten Teil der Gesundheitsserie mit der Ernährung, insbesondere dem Obst und dem Gemüse.
Früchte und Gemüse sind gesund. Beim Konsumieren gibt es aber auch eine Grenze. Fotos: Mara Ryser Aus diesem Gemüse könnte man zum Beispiel eine Wähe oder eine Suppe machen: Lauch. Süss kann auch gesund sein: Johannisbeeren.

Früchte und Gemüse essen ist gesund – das ist sogar dem grössten Laien bewusst. Vor allem im Internet oder im Fernseher werden die sogenannten Schlankmacher hochgejubelt. Die Saison zum Abnehmen ist günstig: Der Sommer und die Badisaison stehen vor der Tür. Die richtige Zeit also, um überflüssige Pfunde loszuwerden, wie es so schön heisst. Viele Lifestyle-Magazine berichten über die besten Diäten mit neuen Ideen und todsicheren Kuren. Tink.ch beschäftigte sich mit gesunden Früchten und frischem Gemüse, den falschen Meinungen über die angebliche Fettverbrennung und Tipps wie man sich gesund ernähren kann.

„Früchte und Gemüse verbrennen kein Fett“

Die Ananas – oft bekannt als der Schlankheitsmacher schlechthin, ist sehr gesund. 100 Gramm dieser exotischen Frucht enthalten gerade mal 56 Kalorien. Deshalb sind Ananas-Mahlzeiten oft sehr beliebt. Auch Grapefruits, Kiwis, Karotten, Spargeln oder Wassermelonen sollen ähnliche Eigenschaften besitzen. Sie gelten alle als grosse Fettverbrenner. Das stimmt aber so eigentlich nicht, wie die diplomierte Ernährungsberaterin Bettina Serafini sagt. „Früchte und Gemüse verbrennen überhaupt kein Fett. Die Ananas hilft nur beim Abnehmen, weil sie viel Wasser enthält und Ballaststoffe, die sättigen. Früchte und Gemüse besitzen oft Vitamin A, dieses kann aber nur im Zusammenhang mit Fetten aufgenommen werden“, erklärt Serafini vom Schweizerischen Verband diplomierter ErnährungsberaterInnen SVDE.  

Vitaminzufuhr und Stoffwechselanregung

Das soll jetzt aber keineswegs heissen, dass Obst oder Gemüse fortan auf dem Speiseplan fehlen sollten. Im Gegenteil. „Es ist empfehlenswert, sie als Ersatz von fettreichem Essen einzusetzen. Durch die geringe Kalorienzufuhr kann so längerfristig eine Gewichtsreduktion erreicht werden“, betont Bettina Serafini. Dadurch entstehe auch keine Gefahr eines JoJo-Effektes, wie man ihn nach Diäten kennt. Indirekt helfen Obst und Gemüse also doch beim Abnehmen. Zudem liefern sie wichtige Vitamine, wie beispielsweise die Erdbeere, die als wahre Vitamin C-Bombe gilt. Auch Äpfel, Papaya oder Weintrauben eignen sich hervorragend für eine schlanke Mahlzeit oder eine Fastenkur. Weniger bekannt für solche Effekte sind die Chilischote und die Kartoffel-Knolle. Diese bringen den Stoffwechsel auf Touren und wirken stark sättigend. Der Körper benötigt aber auch noch Kohlenhydrate, Proteine und Fette, die von Früchten und Gemüse nicht abgedeckt werden können.  

„Oft wird unreifes Obst konsumiert“

Doch Vorsicht. Man kann auch zu viel des Guten essen. „Empfohlen werden etwa fünf Portionen am Tag. Allzu viel Obst kann zu Verdauungsproblemen führen, wie zum Beispiel Blähungen oder Durchfall“, sagt Bettina Serafini. Zudem werde diskutiert, dass zu viele Früchte das Säure-Base Gleichgewicht stören könnten. Oft wird importiertes und unreifes Obst konsumiert. Das ist problematisch, da immer mehr nicht saisonale Früchte auf den Markt gelangen und gekauft werden können. Besonders bei Jugendlichen ist die Fettleibigkeit momentan ein grosses Problem. Will man etwas dagegen tun, können Obst und Gemüse mithelfen, das Gewicht zu reduzieren. Doch nach wie vor gilt, dass man dafür auch grundsätzlich auf eine ausgewogene Ernährung umstellen muss. Sport und Bewegung als Kombination dazu sind das beste Erfolgsrezept, um fit und gesund zu bleiben.